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  • Unscharf: Die Sterne

    Von    |   22. April 2010   |   3 Kommentare

    Konzerte reizen Sinne, wecken Emotionen und beleben Gedanken – bleiben in Erinnerung aber oft unscharf. Sicher ist, dass Die Sterne @ Exil (Zürich) glänzten wie eine frisch polierte Discokugel.

    So, 18.4.10: Sympathisch, dynamisch und spielfreudig losgelegt wie eh und je. Gelungene Mischung aus alten und neuen Songs. Sowieso reiht sich Hit an Hit. Geile Stimme, sauber abgemischt. Mal straight, mal sphärisch. Immer wieder beides. Die hypnotische Disco-Mucke steht ihnen ausgezeichnet.

    Schön, mit Freunden unter glänzenden Sternen zu stehn, am Bier zu nippen und mit der Hüft zu wippen. Man prostet sich zu und schwelgt im Moment. Zugleich zappeln Erinnerungsfragmente am Strobo, kaleidoskopieren in der Spiegelkugel und verlieren sich im Hall. Recht hat er, der Frank Spilker, wenn er meint, dass sie für fast alles ein Zitat hätten. Kein Wunder, bei bald 20jähriger Bandgeschichte und ihrem textlichen Scharfsinn.

    „Wenn ich nur vorbei flieg / muss ich da nicht landen… Ich lad 1000 Leute ein / und wir feiern in den Morgen rein… Wohin zur Hölle mit den Depressionen / ich geh in die Disco, ich will da wohnen… Wo fing das an und wann / Was hat dich irritiert / Was hat dich bloss so ruiniert“.

    Ein fast vergessener Lieblingssong haut besonders rein und beschert permanentes Ganzkörperkribbeln. Auch wenn „Wahr ist, was wahr ist, dass das, was war, nicht mehr da ist“: Die Sterne bleiben verjüngend, stets aktuell und eine der besten deutschen Bands – und sind heut so gut wie nie.

    Zum Schluss tanzt sich Frank gut gelaunt durchs Publikum und aus dem Staub. Ihm danach vor der Toilette wiederbegegnet, auf die kleine Wampe geklopft und artig für einen denkwürdigen Abend bedankt. Sie hätten ebenfalls Spass gehabt, sagt er. Wunderbar, so muss das sein.

    Leider wurde der nachfolgende DJ Boogaloo viel zu rasch abgeklemmt. Haben sich auch schon alle Leute verzogen. Wie halt oft nach Konzerten. Vor allem am Sonntag. Ist ja auch vernünftig. Aber was bleibt denjenigen, die nie mehr nach Hause und den Burnout weitertanzen wollten? Auch darauf wissen die Sterne eine Antwort: „Manchmal ist zugedröhnt besser als nichts“.

    Die Sterne – Wahr Ist, Was Wahr Ist (Irres Licht)

    Die Sterne – Depressionen aus der Hölle (24/7)

    >> Mehr zu den Sternen auf 78s

    3 Reaktionen

    1. #1 Lino

      13:06 Uhr, 22.4.2010, Link

      Schöner Bericht, teile die Einschätzung komplett. Finde der neue Sound passt zu ihnen und ist eine konsequente Weiterentwicklung. Durften in Zürich am Ende auch die Zuschauer auf die Bühne?
      Hier paar Bilder und Bericht aus Stuttgart:
      http://www.gig-blog.net/2010/04/16/die-sterne/

    2. #2 Andreas

      15:05 Uhr, 22.4.2010, Link

      Wirklich schöner Bericht, genau mein Empfinden. Und die Zuschauer konnten wieder auf die Bühne. Nur „Convenience Shop“ wurde nicht gespielt aufgrund des Tennisarms des Pianisten…. Und Herr Durrer, quasi ist die gesamte Sterne-Publikumsmannschaft dann noch ins Helsinki gegangen, Sonntag halt…

    3. #3 Marco Durrer

      10:46 Uhr, 26.4.2010, Link

      aha, ins Helsinki also. hätt man sich denken können. zum glück uns nicht mehr in den sinn gekommen damals…

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