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  • The Fall: Gedanken über die Zukunft

    Von    |   1. April 2010   |   3 Kommentare

    „The Fall at their most rampant, forward moving, bone shaking best“, so wird das neue Album der Band um Mark E. Smith vom Plattenlabel angepriesen. Erste Hörproben aber offenbaren noch mehr: Es wird pretty personal.

    Er hatte es nicht einfach im letzten Jahr. Schon zum zweiten Mal brach sich der 53-jährige Mark E. Smith, Frontmann und einziges konstantes Mitglied der englischen Band The Fall, die Hüfte und sah sich gezwungen, erst im Krankenhaus einen Auftritt zu haben und im Anschluss daran Alltag und Konzerte vorübergehend aus dem Rollstuhl heraus zu bestreiten.

    Nichtsdestotrotz melden sich The Fall Ende April mit ihrem 28. Studio-Album zurück und eins steht fest: Domino Records haben in ihrer Ankündigung nicht zu viel versprochen. Die Songs auf „Your Future Our Clutter“ ziehen säbelrasselnd durch die Gehörgänge, lassen keinen Stein auf dem anderen, während Smith in gewohnt unangepasstem Tempo mittorkelt und seine wortgewaltigen Phrasen drescht.

    Bei genauerem Hinhören jedoch gewährt der zynische Kommentator, der dem Publikum bis anhin vornehmlich sozialkritische Ansichten vor den Latz geknallt hat, zunehmend auch persönlichere Einblicke. Insbesondere die Aufenthalte im Krankenhaus scheinen Smith geprägt zu haben: Das Album ist voll von medizinischen Anspielungen, von zwickenden Gebrechen und Doktoren in weissen Kitteln. So schliesst beispielsweise der Song „Y.F.O.C / Slippy Floor“ mit einer Anrufbeantworter-Nachricht, in der um einen Rückruf gebeten wird. Gemäss englischen Journalisten existiert die diktierte Telefonnummer tatsächlich und verweist auf eine Praxis für Arthritis-Leiden.

    Es sieht also ganz so aus, als dämmere es dem legendären Smith, dem „Indelible Prinz„, dass in Sachen „live fast, die young“ bald endgültig der Zug abgefahren sein könnte. So gibt er sich auch im grandiosen Song „Chino“ nachdenklich. Ungestümer Elektro-Fuzz und eine bedrohliche Steel-Gitarre können nicht über die eine Frage hinwegtäuschen, die sich Smith immer wieder stellt. „When do I quit? / When do I quit? / Can I leave this trench alone?“, singt er und lässt damit dem eingefleischten Fan einen Schauer des Entsetzens über den Rücken laufen.

    Bleibt zu hoffen, dass The Fall mit ihrem vielversprechenden neuen Album nur den Grundstein legen für eine Zukunft, in der sie die Welt weiter ordentlich mit guter Musik zukleistern, bevor sie uns irgendwann endgültig allein lassen mit der Ansage: „Your future is our clutter“.

    The Fall – Y.F.O.C. / Slippy Floor
    [audio:http://www.thewheelsstillinspin.com/files/The_Fall-YFOC_Slippy_Floor.mp3]

    „Your Future Our Clutter“ erscheint am 26. April auf Domino Records und ist auch als Doppel-LP-Version erhältlich, die mit 2 zusätzlichen Songs aufwartet.

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    3 Reaktionen

    1. Tweets that mention » The Fall: Gedanken über die Zukunft | 78s - Das Magazin für bessere Musik -- Topsy.com
    1. #1 Mathias Möller

      15:34 Uhr, 1.4.2010, Link

      Yay, Krawall-Fall. I like!

    2. #2 Zulu

      22:58 Uhr, 5.4.2010, Link

      Holterdipolter! The Fall at its best. Genau darum mag ich die Band, resp. den nölenden Smith seit es sie/ihn gibt. Interessant sind die verschmierten Beckensounds. Das klingt wie amigs bei PIL. Tja, das zu kennen, ist die Gnade der frühen Geburt. Die Hüften brechen dagegen der Fluch des Alters. Wie sagt man so schön: To old, to die young.

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