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  • Tunng ändert Kurs und entdeckt sich selbst

    Von    |   3. März 2010   |   0 Kommentare

    Auf dem Weg zum vierten Album hatte die Besatzung von Tunng so manch kreativen Sturm zu überstehen. Durch leichte Kursänderung scheint das Folktronic-Kollektiv aber zu sich als Band gefunden zu haben.

    Kapitän Sam Genders ist nach „Good Arrows“ (2007) von Bord gegangen. Grund war keine Meuterei, aber die durch gemeinsame Reisen zusammengewachsenen Matrosen wollten mehr denn je auf Teamwork setzen. Während bei jenem eher spontane Bauch- und Bierentscheidungen zu risikofreudigen Manövern führte, wurde an der Route fürs neuste Album ungewöhnlich lange gefeilt.

    Steuermann bleibt zwar Mike Lindsay, doch die patriarchalische Struktur hat demokratischen Verhältnissen Platz gemacht: “We learned that you don’t always need structure! As long as there is presence, emotion and groove.” Es liegt in der Natur der Sache, dass je mehr Stimmen und Lebensläufe reinreden, desto schwieriger deren Entwirrung wird. Und je mehr sie als Gruppe experimentierten, desto kompromissvoll- und abgeschliffener erscheint das Resultat.

    Mitsingen tun sie wieder alle, doch Rockschwingerin Becky Jacobs hat das stimmliche Ruder übernommen. Ab und zu wird gar der „Mega Chorus“ aus dem Rumpf geholt, “a 15-strong group of collaborators and drinking buddies who lent their voices to the album one rainy night in an abandoned school hall”. Dann wird das bunte Segel gehisst, kräftig in die Tasten und Saiten gehauen, mit allerlei Spielzeug an den Mast geklopft und zu extravaganten Folklorestücken übers Deck gewirbelt, dass so mancher Fisch erstaunt aus dem Wasser guckt.

    „…And Then We Saw Land“ (Full Time Hobby/Musikvertrieb) erreicht das Festland wie ein schwärmerischer Funkspruch einer Horde Abenteuer suchender Reiselustigen. Auch wenn das entdeckte Neuland nicht mehr eine ganz so faszinierende Geräuschkulisse bietet wie bereits passierte, noch abgelegenere Buchten; für genügend Abwechslung und Spannung bleibt gesorgt.

    Durch Weltumrundungen und die Kollabo mit der Wüstenblues-Band Tinariwen aus Mali scheint die Weltoffenheit und Auftrittsfreude noch gewachsen. Man darf aber gespannt sein, ob die Absicht, mit den neuen Singalong-Songs das Publikum als Meega Chorus vermehrt miteinzubeziehen, auf Zuspruch stösst. Insbesondere bei den für ihre Extrovertiertheit berüchtigten Zürchern, wenn Tunng am 28. April auf der Sihl zum einzigen Schweizer Konzert im Stall 6 tuckert.


    > Song des Tages: „Don’t Look Down Or Back“

    > ‚Mothers Daughter‘ (Live-DVD mit Tinariwen)

    Album-Teaser

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