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  • Kammermusik im Breitbild

    Von    |   25. Februar 2010   |   0 Kommentare

    Die texanische Band Balmorhea und der Hamburger Pianist Nils Frahm haben viel gemeinsam: Sie machen instrumentale Kammermusik, die einem im Wohnzimmer die ganze Welt zu Füssen legt. 

    (Photocredit: Sarahana)

    Einen stimmigeren Support hätten sich Balmorhea für ihre Europatour nicht aussuchen können. Wie die Band hat sich auch der Pianist Nils Frahm der Instrumentalmusik verschrieben und weiss neben den klassischen Instrumenten vor allem ein Hilfsmittel zu nutzen: die Weite des Raums. Es ist die Abwesenheit von Materie, die der Musik von Balmorhea und Frahm eine so einnehmende Präsenz verleiht.

    Balmorhea haben vor einigen Tagen auf Western Vinyl ihr neues Album veröffentlicht. Wie schon der Vorgänger hat auch „Constellations“ Arrangements von cinematischer Dimension zu bieten, die zu umfassend und ungreifbar sind, als dass der Zuhörer in ihnen mehr als eine rezipierende Rolle spielen könnte. Und so lässt er sich von „Bowsprit“ denn auch einfach mitnehmen, driftet auf symphonischen Wellen über die See und wundert sich über Schärfe und Brillanz der Violin-Strudel, die sich im aufgewiegelten Fahrwasser abzeichnen.

    Der gebürtige Hamburger Nils Frahm ist noch keine 30 Jahre alt und doch hat sich der Pianist und Komponist international schon einen Namen gemacht. Im letzten Jahr hat das Londoner Label Erased Tapes sein Album „Wintermusik“ herausgebracht, das er in der Grunewaldkirche in Berlin aufgenommen hat.

    Auch Frahms Werk definiert sich durch den Raum. Er verhilft der Musik zu einer Intimität, die den Hörer in ihrer Leichtigkeit mal in luftige Höhen enthebt und ihm im nächsten Moment wieder schwer auf den Schultern lastet. Auch „Wintermusik“ ist man gänzlich ausgeliefert, wie der Song „Ambre“ zeigt: Willenlos steigen die Gedanken den Klavierläufen ins Unendliche nach, verfransen an den Rändern, um nach einer gefühlten Ewigkeit in tröstlicher Melancholie langsam zu verbleichen.  

    Der klassischen Instrumentierung zum Trotz lässt sich der Musik von Balmorhea und Nils Frahm ein experimenteller Charakter keineswegs absprechen. Mit einfachsten Mitteln wissen die Musiker ihren Songs hier eine Note Dark-Folk, da einen Funken Post-Rock einzuhauchen, womit diese dann definitiv im Hier und Jetzt angekommen sind.

    Kammermusik – nicht zu verwechseln mit Hausmusik – darf gerne auch im öffentlichen Rahmen konsumiert werden. In der Schweiz bieten sich dazu folgende Möglichkeiten:

    > Balmorhea und Nils Frahm – live:
    > 15.4. Werkstatt, Chur
    > 16.4. Bad Bonn, Düdingen
    > 17.4. Alte Landi, Vinelz

    Balmorhea – Bowsprit

    [audio:http://westernvinyl.com/audio/WV70_BWSPRT.mp3]

    Nils Frahm – Ambre (via)

    [audio:http://thetorturegarden.org/ambre.mp3]

    Nils Frahm – Tristana

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