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  • Platte der Woche: Die Sterne – 24/7

    Von    |   23. Februar 2010   |   3 Kommentare

    „Wohin zur Hölle mit den Depressionen?“, fragt Frank Spilker auf dem neuen Album der Sterne. „Ich gehe in die Disco / Ich will da wohnen“, lautet die Antwort.

    Die Konstanz der Klassenbesten der Hamburger Schule ist verblüffend. Während Tocotronic ihren Diskurs-Rock mit „Schall und Wahn“ auf die nächsthöhere Stufe gehievt haben, erfinden sich Die Sterne mit ihrem neunten Album nochmals neu. Statt den Intellekt bedient „24/7“ die Hüfte. Four-on-the-floor lautet das Motto. Es wird getanzt bis zum Umfallen: „Wir feiern in den Morgen rein / und dann gehn wir noch mal raus “, hiesst es in der Vorab-Single „Deine Pläne“.

    Dass Die Sterne ein Faible für Elektronik, Disco und Funk haben, ist kein Geheimnis. Dass die Hamburger fast zwanzig Jahre nach Bandgründung ein astreines Clubalbum aufnehmen, überrascht dann aber doch etwas. „24/7“ wird von pumpenden Bässen und treibenden Rhythmen dominiert. Aus den kompakten Rocknummern des Vorgängers „Räuber und Gedärm“ sind sechsminütige Tracks geworden. Das abschliessende „Ein Glück“ ist das einzige Stück dieser Platte, über dem keine Discokugel funkelt.

    Die ästhetischen Veränderungen blieben für die Besetzung der Band nicht ohne Konsequenzen: Keyboarder Richard von der Schulenburg hat Die Sterne mittlerweile verlassen. An seine Stelle tritt Mathias „Munk“ Modica, der im Studio als viertes Bandmitglied agiert. Mit dem Münchner DJ und Produzenten haben sich Die Sterne ihren eigenen Giorgio Moroder an Bord geholt. Im Opener „Life In Quiz“ wartet man nur darauf, dass die Stimme von Donna Summer einsetzt. Stattdessen glänzt Frank Spilker mit seinem unnachahmlichen Charme.

    Spilker packt weniger Worte in die Songs als auch schon und setzt stattdessen auf sloganhafte Wiederholungen, die den repetitiven Drive der Musik unterstreichen. Die Sterne spielen sich mit ihrem cleveren Elektroschlager in eine nüchterne Ekstase – von Midlife-Crisis keine Spur. Dass die Hamburger mit den knackigen Grooves, die auf der Vorarbeit von Can, Funkadelic und LCD Soundsystem basieren, das Rad nicht neu erfunden haben, sind sie sich sehr wohl bewusst: „Tanz den Burnout / Tanz das Syndrom / Immer was Neues / Kennt man schon.“

    Bleibt die Frage, ob die alten Fans den neuen Sound goutieren werden. Vermutlich schon, denn im Kern sind Die Sterne die Alten geblieben. Nach wie vor machen sie unbestechliche Fühlgutmusik mit Köpfchen. Auch wenn die Piano-Arpeggios von „Convenience Shop“ und „Nach Fest kommt lose“ Orgien in balearischen Tanztempeln heraufbeschwören, flüchten sich Die Sterne keineswegs in den apolitischen Eskapismus der Clubmusik. „Ich wechsle den Schritt / Ich mache nicht mit“ heisst es in „Neblige Lichter“, „Die Stadt der Reichen“ klingt so sozialkritisch wie der Titel vermuten lässt und im post-punkigen „Gib mir die Kraft“ kommen dann doch noch aufmüpfige Stromgitarren zum Zug.

    „24/7“ hat das Zeug zur Tanzplatte des Jahres. Ein euphorisierendes Album, das man rund um die Uhr hören möchte. Ladenschlusszeiten kennen Die Sterne denn auch nicht: „Auch wenn du ein Arschloch bist / Wir haben für dich auf – vierundzwanzig-sieben“.

    > „24/7“ erscheint am 26. Februar. Hörproben gibts auf MySpace.

    > Die Sterne live: 17.4. Exil, Zürich

    „Deine Pläne“

    YouTube Direktlink

    „Nach Fest kommt lose“

    YouTube Direktlink

    „Neblige Lichter“

    YouTube Direktlink

    3 Reaktionen

    1. #1 Marc

      12:25 Uhr, 23.2.2010, Link

      „24/7“ ist auf jeden Fall eine der Tanzplatten des Jahres!

    2. #2 ra

      20:59 Uhr, 23.2.2010, Link

      Es hatte sich schon länger abgezeichnet, im Video zu „Deine Pläne“ wird es eindeutig: Spilker ist „der Beisser“.
      Zum Direktvergleich: http://img.stern.de/_content/36/26/362610/beisser_272.727272727273.jpg

    3. #3 Andreas

      22:16 Uhr, 23.2.2010, Link

      Gott, jetzt denke ich seit JAHREN, das mich Herr Spilker an jemanden erinnert, naTUERLICH der Beisser!

      Die Platte ist aber wieder wunderbar, nach dem grässlichen Räuber und Gedärm… schon der gruselige Titel damals

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