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  • mr. Gnome und der Sound-Riese

    Von    |   9. Februar 2010   |   0 Kommentare

    Wer mr. Gnome vorschnell als halbe Portion abtut, wird seinen Ohren nicht trauen. Mit Gitarre und Schlagzeug kreiert das Duo aus Cleveland einen unberechenbaren Sound-Giganten, dem aus heiterem Himmel immer wieder der Kragen platzt.

    Auch Josh Homme scheint die wahre musikalische Grösse von mr. Gnome erkannt zu haben. Die Band wurde eingeladen, in den Pink Duck Studios des QOTSA-Frontmanns ihr zweites Album aufzunehmen und Nicole Barille und Sam Meister wussten das Arsenal an Instrumenten und Gerätschaften, das ihnen dort geboten wurde, zu nutzen.

    Obwohl sich mr. Gnome vornehmlich hinter Gitarre und Drums verschanzen, zeichnet sich „Heave Yer Skeleton“ durch eine effekthascherische Experimentierlust aus und ist im Vergleich zum Debüt deutlich vielschichtiger ausgefallen. Das neue Album ist zur Soundcollage geraten, deren Komponenten gegensätzlicher nicht sein könnten: Eine soulige Stimme haucht mechanischem Drumming Leben ein, engelhafte Klänge werden in dämonischer Raserei niedergeschlagen, ein zartes Einschlaflied verkommt zum alkoholtriefenden Piratenchor.

    Neben der Sprunghaftigkeit von Gitarre und Schlagzeug, die immer wieder in spontanen Gewittern aus den Lautsprechern niedergehen, ist es vor allem Barilles Stimme, die „Heave Yer Skeleton“ so unberechenbar macht. In den intimsten Momenten scheint man dem kindlichen Flehen einer Joanna Newsom ins Netz zu gehen, in LoFi-Momenten erinnert Barille an die frühe Cat Power und immer wieder drückt die Intensität einer PJ Harvey durch.

    Das Video zum Song „Spain“ bringt den Sound von mr. Gnome mit aller Wucht auf den Punkt. Gitarrenloops verdichten sich zu einer klirrend eisigen Klangwelt, deren spiegelglatte Flächen jeden Ton reflektieren und im Widerhall multiplizieren. Barilles Stimme scheint unter Schichten von Eis verborgen und dringt auf ewig konserviert von weit her beschwörerisch ans Ohr.

    Doch bald zeigt die kristalline Welt erste Risse: In schwallweisen Eruptionen dekonstruiert Meister die narkotische Idylle und unter seiner Hand wächst mr. Gnome zu einem wahren Sound-Monster heran. Stetig auf die Drums eindreschend lässt das Ungetüm die ätherischen Gitarren in heulender Verzerrung aufgehen, entreisst dem Engel die scheinheilige Maske, besudelt die Unschuld mit roher Gewalt und – verschwindet. Aus dem Nichts kehrt Ruhe ein.

    „Heave Yer Skeleton“ ist im letzten November auf El Marko Records erschienen. Die Songs „Slow Side“ und „Vampires“ lassen sich auf der Myspace-Seite der Band runterladen.


    YouTube Direktlink

    mr. Gnome – Spain
    [audio:http://mineorecords.com/mp3/gnome-spa.mp3]

    mr. Gnome – Sit Up & Hum
    [audio:http://mineorecords.com/mp3/gnome-sit.mp3]

    (via)

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