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  • Platte der Woche: Yeasayer – Odd Blood

    Von    |   2. Februar 2010   |   6 Kommentare

    Yeasayer oder „Genesis auf Weed“, wie sie mit einem Augenzwinkern ebenfalls bezeichnet werden, veröffentlichen am 9. Februar ihr Zweitwerk „Odd Blood“. Es ist grossartig geworden.

    Die vier New Yorker haben 2007 mit „All Hour Cymbals“ die Musikwelt begeistert. Die spirituelle Mystik und  harmonische Tiefe ihrer Songs hat viele in den Bann gezogen und tut dies noch immer. Irgendwie nicht von dieser Welt, rhythmisch komplex und doch zugänglich, vertrackt, aber nicht verworren, so könnte man die Band beschreiben.

    Wie toppt man ein so unglaubliches Debüt? Mit einem noch unglaublicheren Nachfolger. Musikalisch haben sich Yeasayer mit „Odd Blood“ etwas vom eher schwerfälligen Spiritualismus gelöst und bewegen sich leichtfüssiger, befreiter, irgendwie aber auch unfassbarer. Ein musikalischer Schüttelbecher waren Yeasayer bereits auf „All Hour Cymbals“, „Odd Blood“ ist aber noch granularer ausgefallen. Zuerst kratzen wir aber auf der Oberfläche und ziehen es an Genres auf: Disco, Synthie-Pop, Chill-Wave und Hiphop sei Dank zeigt sich die erste Hälfte der Platte eingängig und abwechslungsreich zugleich.

    Vor dem Eintritt ins (klang-)farbenreiche Paradies erweist sich der Opener „The Children“ vordergründig als Gang nach Conossa. Erstaunt stellt man irgendwann später mal fast, dass man ohne ihn nicht mehr sein möchte.

    Danach offenbart sich zuerst eine schöne heile Welt. „Ambling Alp“ und „Madder Red“ sind fast radio-taugliche Mid-Tempo-Nummern mit Hitqualität. Man wünscht sich noch etwas mehr Experimentierfreudigkeit und überraschendere Arrangements. Und wird mehr als zufriedengestellt.

    Die Trilogie „I Remember“ „O.N.E.“, „Love Me Girl“, drei Songs die auf der Platte aufeinander folgen, könnten als exemplarisch für diese fast erschlagende Vielseitigkeit von „Odd Blood“ herangezogen werden. „I Remember“ ist ein Yeasayer-Mantra sondergleichen mit Referenzen zum Chill-Wave-Boom, „O.N.E.“ ist tropisch-beschwingt und könnte auch als Vampire Weekend-Song durchgehen, währenddem „Love Me Girl“ mit Hiphop-Elementen spielt und sich auf Kanye Wests „808 & Heartbreak“ pudelwohl gefühlt hätte.

    Danach werden die Songs holperiger, die Schüttelfrequenz nimmt zu, musikalische Genres sind kaum mehr auszumachen, die Granularität ihres Sounds steigt ins Unermessliche. „Rome“ ist hysterisch, treibend, wirkt irgendwie inhaltslos. „Strange Reunions“ ein Potpourri von Sounds, die irgendwie nicht so recht miteinander wollen, erinnert stark an die verqueren Liars. „Mondegreen“ ist ein abgefahrener Funk-Track, der mit Bläsern und einem Gitarren-Solo Ambivalenz vorgaukelt, insgeheim aber auftrumpft und mit dem Refrain „me and my baby will be making love until the morning light“ direkt ins Ohr geht. Der letzte Track „Grazielda“ drosselt das Tempo, versucht einen unscheinbaren, ruhigen Schluss zu setzen unter eine musikalische Achterbahnfahrt.

    Es gibt Momente, in denen man sich fragt, wie diese Jungs auf solche Arrangements kommen. In den einzelnen Songs passiert dermassen viel, dass es schwierig ist das Ganze in Worte zu fassen. Der immense Detailreichtum gepaart mit der Eingängigkeit einer Chart-Maschinerie lässt Yeasayer fast etwas unheimlich wirklich. Ich bin begeistert und irgendwie eingeschüchtert zugleich.

    > „Odd Blood“ erscheint am 9. Februar

    > Live: 12. März in der Zukunft, Zürich

    Yeasayer – O.N.E.
    [audio:http://www.scjag.com/mp3/sc/one.mp3]

    Yeasayer  – Ambling Alp
    [audio:http://www.scjag.com/mp3/sc/amblingalp.mp3]

    6 Reaktionen

    1. Yeasayer (Albumstream + Tour) | Testspiel.de
    1. #1 peedy

      19:49 Uhr, 2.2.2010, Link

      fand die erste platte um längen besser. das hier wirkt auf mich etwas zu gekünstelt. o.n.e und zb rome erinnern mich an eurodance songs auf der bravohits. madder red ist ganz ok, aber den rest find ich ziemlich schwach.
      bin mir aber sicher, dass die überall nur gelobt werden werden.

    2. #2 starttomelt

      21:33 Uhr, 2.2.2010, Link

      Eine Sammlung von Animal Collective Z-Seiten (Ambling Alp) oder Gesang über die Hintergrundmusik von alten NES/SNES-Games (Rome). Furchtbar. Und der Track auf der DWTN-Compilation war ja wirklich ein Highlight. Das wird ganz sicher nicht überall gelobt werden, peedy.

    3. #3 peedy

      23:12 Uhr, 2.2.2010, Link

      @startomelt: stimmt, immerhin sind wir schon zwei. und stimmt nochmals, mehr solches zeugs wie der dwtn sampler song hätte ich mir gewünscht.

    4. #4 Mathias Menzl

      18:04 Uhr, 3.2.2010, Link

      o.n.e. soll eurodance sein (i.e. haddaway- und 2 unlimited)? Dr. Alban würde euch wohl an die kehle „gumpen“…

    5. #5 basil

      15:37 Uhr, 8.3.2010, Link

      also ich finde die zweite platte ebenfalls grossartig und suche jetzt dringend tickets für das ausverkaufte konzert im exil…

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