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  • Oy: Schweizermeisterin im Freistil

    Von    |   2. Februar 2010   |   1 Kommentar

    Die umtriebige Zürcher Sängerin Joy Frempong hat Zeit für ihr erstes Solo-Album gefunden. „First Box Then Walk“ bietet einen Blumenstrauss an schrägen Ideen, die zusammen ein stimmiges Bouquet ergeben.

    Auch wenn die mediale Öffentlichkeit bis anhin kaum von ihr Notiz genommen hat, ist Joy Frempong die wohl produktivste Sängerin der Schweiz: Sie steht bei den Berner Electropoppern Filewile und bei der Zürcher Impro-Band Lauschangriff hinter dem Mikrophon, was die Zürcherin jedoch nicht davon abhält, demnächst mit dem welschen Drum&Bass-Projekt Stade und dem internationalen Kollektiv Phall Fatale auf Tour zu gehen.

    Nun macht Joy Frempong erstmals ihr eigenes Ding. Vier Jahre hat Frempong sich für ihr Solo-Debüt „First Box Then Walk“ Zeit gelassen, das sie am 3. Februar unter dem Pseudonym Oy beim Westschweizer Label Creaked Records veröffentlicht. Das kindlich verspielte Album klingt zu eigensinnig, als dass sich eindeutige Referenzen ausmachen liessen. Die Schnittmenge aus Laurie Anderson, Dani Siciliano und Santigold würde sich wohl ähnlich verquer anhören wie diese Platte, die den Club ebenso bedient wie das Schlafzimmer.

    Oy setzt Genres wie Legosteine zusammen. Sie bringt quirligen Avant-Pop, schräge Electronica, abstrakten HipHop, futuristischen Soul, dadaistische World-Music und Debussy’sche Klassik auf einen Nenner. Verschiedenste Instrumente sind ihr dabei behilflich: Klavier, Synthesizer, Handorgel und Xylophon beherrscht sie ebenso souverän wie Sampler und Loopgeräte. Den vielen Klangfacetten zum Trotz setzt Oy in ihren Songs auf Reduktion und Abstraktion. Die kauzig rumpelnden Rhythmen erinnern mitunter an ihre Labelgenossen Larytta.

    „First Box Then Walk“ bringt es auf sage und schreibe 26 Stücke. Zwischen den Hits „Snake“, „The Hatching“, „Sex“ und „Tonight“ bleibt Raum für humorvolle Klang- und Hörspiele. Den roten Faden bilden Jugenderinnerungen von Joy Frepong: Da ist zum Beispiel die Geschichte der „Toilet Witch“, die ihren Opfern im House of Ka-Ka auflauert, oder dem Kätzchen, das Frauchen mit seinen Krallen die Füsse kratzt. Die schalkhaften Texte und die gewitzten Sounds dieses quirligen Albums bieten Unterhaltung bis zum Hiddentrack, dem Billie Holiday-Cover „God Bless The Child“.

    Oy stellt sich mit ihrem Solo-Debüt als innovativste Sängerin der Schweiz unter Beweis. Die Fantasie der Zürcherin kennt keine Grenzen. Ihr Freistil-Pop dürfte deshalb auch im Ausland die eine oder andere Welle schlagen.

    > im 78s-Soundsystem anhören

    > beim Creaked-Mailorder bestellen

    > Oy live:

    18.2. Antjie Oeklesund, Berlin (mit Infinite Livez)
    25.2. Stall 6, Zürich (Support Sofa Surfers)
    06.3. Bourbaki, Luzern (mit Filewile)
    07.3. Progr, Bern

    Eine Reaktion

    1. #1 Padde

      18:27 Uhr, 3.2.2010, Link

      Anhören!

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