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  • Spoon „Transference“: Stehvermögen und Loyalität sind gefragt

    Von    |   17. Januar 2010   |   2 Kommentare

    Wer Hörarbeit sucht, der soll sich „Transference“ von Spoon anschaffen. Der geneigte Hörer hat es nicht leicht, wird nach zähem Ringen aber belohnt.

    Spoon sind ein Phänomen. Die Band wird in den USA heiss geliebt, verkauft regelmässig 200’000 Platten und ist in Late-Night-Shows omnipräsent. In Europa kamen sie über den Status „Geheimtipp“ nicht hinaus. Trotz grandioser Songs.

    Spoon haben sich vor allem in der zweiten Hälfte der Nullerjahre mit „Ga Ga Ga Ga Ga“ und „Gimme Fiction“ einen Ruf erspielt. Den Ruf, dem perfekten Pop-Song stets auf den Fersen zu sein. Tight, auf den Punkt, schnörkellos, eingängig, hookline-orientiert, leicht schräg und minimalistisch orchestriert.

    Mit dem siebten Album „Transference“ verlassen sie den von schönen, beneidenswert catchigen Indie-Rock-Songs mit Wohlfühl-Melancholie und kokettem Shake-Faktor gesäumten Pfad in Richtung Unfassbarkeit. Die Band tut nämlich auf „Transference“ vor allem eines, richtig schwierig. Die Songs hauen mit Ausnahme von „Written in Reverse“ und „Got Nuffin“ nicht auf Anhieb rein, sondern halten sich ziemlich zurück. Der Gesamteindruck nach den ersten Hördurchgängen ist darum auch ernüchternd. Spoon klingen vor allem eines: Fad.

    Was sich dann einstellt kennt man. Es ist der Grower-Effekt. Und er schlägt gnadenlos zu. „Who Makes You Mine“, „Before Destruction“ und „I Saw The Light“ sind geradezu Lehrbuchbeispiele für den „Grower-Effekt“ und sollten in jedem Popmusik-Seminar behandelt werden.

    Habe ich „fad“ geschrieben? Hab ich etwas von „ernüchternd“ erwähnt? Vergesst es. Spoon sind auf „Transference“ zwar weniger „Mit-der-Türe-ins-Haus-fallend“ aber das ist weiss Gott kein Nachteil. Subtile Aufdringlichkeit ist ihre Taktik, die Arrangements sind reduziert und à point, und brechen oft dort ab, wo es erst richtig losgehen könnte.  Darum kommt „Transference“ bei weitem nicht an die Vorgänger-Platten heran. Als Einstieg ins Spoon-Gesamtwerk wäre „Transference“ sogar fatal. Fans können getrost zugreifen, aber es braucht Stehvermögen und Loyalität.

    > Spoon „Transference“ erscheint am 19. Januar. Spoon sind Anfang Februar im benachbarten Ausland unterwegs, die Schweiz wird leider ausgelassen.

    > Spoon „Transference“ Album-Stream

    2 Reaktionen

    1. #1 Ron

      21:25 Uhr, 17.1.2010, Link

      dito.

    2. #2 martin

      21:38 Uhr, 20.1.2010, Link

      bei den platten vor gimme fiction findet man auch diese qualität. du hörst dich fündfmal durch und als du schon fast aufgeben willst, werden die songs immer grösser.

      aber item. sehr treffend beschrieben! saumässig gute band!

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