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  • Die perfekte Sommerplatte mitten im Winter: Vampire Weekend – Contra

    Von    |   5. Januar 2010   |   1 Kommentar

    Vampire Weekend legen nach dem umjubelten ersten das verflixte zweite Album vor. Den New Yorkern gelingt es zu überraschen und doch sich selbst zu bleiben.

    Der MP3-Vorgeschmack „Horchata“ hat es angedeutet – Vampire Weekend haben sich mit ihrem zweiten Album nicht neu erfunden. Die New Yorker paaren auch auf „Contra“ Grooves der südlichen Hemisphäre mit sonnengereiftem West-Coast-Pop. Die von der Band selbst ins Leben gerufenen Genre-Etiketten „Oxford Comma Riddim“ und „Upper West Side Soweto“ bleiben auch am Zweitling haften.

    Zwei neue Tendenzen sind trotzdem auszumachen. Zum einen überraschen Vampire Weekend durch einen Hang zu Balladen. Nach dem wirbelnden „Horchata“, dem stampfenden „White Sky“, dem hüpfenden „Holiday“ und dem stolpernden „California English“ lassen es Vampire Weekend in der zweiten Albumhälfte ruhiger angehen. Das von einem Spieldosenpiano begleitete „Taxi Cab“ ist auf Zimmerlautstärke gedimmt. Überraschend romantisch klingen auch die abschliessenden Stücke „Diplomat’s Son“ und „I Think Ur A Contra“.

    Zum anderen setzen Vampire Weekend auf „Contra“ mehr Elektronik ein als noch auf dem Debüt. Der elektronische Sound von Rostam Batmanglijs Nebenprojekt Discovery hat offenbar auf seine Band abgefärbt. Trotzdem konnten Vampire Weekend ihren warmen Sound bewahren: Die Drum-Machines pluckern so erdig als stammten sie von Kassetten, die Animal Collective aus Afrika importiert haben. Die Synthesizer plätschern so wohltemperiert wie tropische Wasserfälle.

    Die Konsequenzen dieser Veränderungen sind durchwegs positiv. „Contra“ beweist, dass Vampire Weekend mehr zu bieten haben als mit Afrobeat aufgepeppten College-Pop. Ihr Sound hat an Tiefe gewonnen und bietet mehr Abwechslung denn je; zwischen Ska-Pogo und Kerzenlicht ist alles drin. Man wundert sich wie so viele Ideen auf einem 36 Minuten kurzen Tonträger Platz finden. Nach Opulenz sucht man – von einigen barocken Schnörkeln abgesehen – trotzdem vergeblich. Vampire Weekend haben erneut kompakte Popsongs geschrieben, sophisticated und doch tanzbar. Der Reggaeton-Verschnitt „Run“ oder das ballernde „Giving Up The Gun“ sind treffende Beispiele dafür.

    Trotz allem Erfolg haben Vampire Weekend ihren Humor offenbar nicht verloren. Auch wenn ihr Sound ausgeklügelter daherkommt, klingen ihre Songs noch immer wie Schulbubenstreiche. In „California English“ nehmen sie die Autotune-Vocal-Effekte des R’n’B auf die Schippe und zeigen mit dem überdrehten „Cousins“, dass sie im Herzen (A-)Punks sind. Ezra Koenigs kryptische Wortspiele geben einmal mehr Rätsel auf. Wieder kokettiert er mit der smarten Hochnäsigkeit eines aristokratischen Dichterfürsten.

    Unter dem Strich bleibt also alles beim Alten. Wer die hypeverwöhnten Burschen – wie Alice Cooper – für ihren Streberlook verachtet, wird Vampire Weekend weiterhin als überbewerteten Hype verspotten. Wer die New Yorker hingegen für die beste Feel-Good-Band der Gegenwart hält, den wird auch „Contra“ bei Laune halten. Vampire Weekend veröffentlichen zum zweiten Mal mitten im Winter die Sommerplatte des Jahres. Die Melodien dieser zehn Songs werden ohne Frage bis zu den nächsten Sommerferien halten. Ich freue mich schon jetzt darauf zu „Holiday“ ‚gen Süden zu fahren.

    > Album-Stream auf MySpace (VÖ 8.1. bei XL)


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    Eine Reaktion

    1. Streugut vom 05.01.2010 | Hey Tube

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