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  • Tocotronic machen es sich selbst

    Von    |   17. Dezember 2009   |   3 Kommentare

    Nach „Sag alles ab“ und „Fuck it all“ folgt nun die nächste tocotron’sche Maxime: „Macht es nicht selbst“. Nur, ist das nicht ein Widerspruch?

    Irgendwie schon. Denn Tocotronic lehren uns seit Mitte der 90er Jahre, dass auch Musiker ohne grosse musikalische Fertigkeiten ganz grosse Songs schreiben können. Der Dilettantismus ist bei den vier Hamburgern seit dem ersten Takt Teil der Jugendbewegung – und zu einem massgeblichen Teil auch für den Reiz verantwortlich, der diese Band ausmacht.

    In ihrem Video zur ersten Single-Auskopplung „Macht es nicht selbst“, das den Promotions-Zirkus für das kommende Werk „Schall & Wahn“ (VÖ 22. Januar) heute eröffnet hat, üben Tocotronic aber offensichtlich Kritik an der Baumarkt-Heimwerker-Mentalität. Darauf verweisen einerseits die beiden Baumarkt-Maskottchen, die sich im Videoclip gegenseitig auf den Deckel geben, als auch der Text („Was du auch machst, sei bitte schlau, meide die Marke Eigenbau“).

    Konsequenterweise wurde der Videoclip denn auch nicht von Tocotronic selber gedreht (was sie aber auch noch nie gemacht haben), sondern von der deutschen Regisseurin Stephanie von Beauvais (u.a. Beatsteaks, 2Raumwohnung, Fink). Die hat auch schon die Clips zu „Mein Ruin“, „Gegen den Strich“, „Hi Freaks“ und „This Boy Is Tocotronic“ gedreht. Optisch unterscheidet „Macht es nicht selbst“ sich in der Machart daher kaum von diesen Videos.

    Werden Tocotronic nun bünzlig? Wollen sie einfach provozieren („Wer zu viel selber macht, wird schliesslich dumm – ausgenommen Selbstbefriedigung“)? Richten sie ein Appell gegen Grosskapitalisten und für das Kleingewerbe und die Handwerkskunst? Wie auch immer: Macht euch selbst eine Meinung…

    Einziges CH-Konzert der „Schall & Wahn“-Tour: Sonntag, 7. März 2010, 20.30 Uhr in der – genau – Roten Fabrik.

    3 Reaktionen

    1. #1 Mathias Möller

      21:15 Uhr, 17.12.2009, Link

      Ich habe ja immer im Hinterköpfchen, dass es bei Tocotronic grundsätzlich mehrere Metaebenen gibt, die ich nicht durchschauen kann. So wird es sicher auch diesmal sein; ich kann mich erinnern, dass die Tocos vor einigen Wochen ein wenig den geistigen Überbau ihres neuen Album beschrieben haben, nur was das jetzt noch genau war …

      Der Song ist bislang eher so mittelmässig gut eingefahren bei mir, aber so war das mit „Sag Alles Ab“ auch. Ich war nur schockiert, wie Dirk in dem Video wie das love child von Peter Kloeppel und Und Jürgens aussieht.

    2. #2 Gabriel

      22:55 Uhr, 11.1.2010, Link

      das ist wieder eine absolute grosstat von tocotronic.

      aber man muss schon eine ziemliche ladung ironie ertragen, um das zu lieben.

      i’m loving it und bestell mir jetzt noch ne pizza.

    3. #3 Rockgitarre

      21:42 Uhr, 5.4.2011, Link

      Die guten Texte, die frische und einzigartige Musik und das, was sie rüber bringen ist einfach genial. Tocotronic rocken einfach – und das schon so lange. Auf http://www.schule-der-rockgitarre.de/de/magazin/178 habe ich einen Artikel über die bisherige Geschichte der Band geschrieben – schau doch mal rein! :)

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