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Grunge – Ein Genre in Bildern

Von Mathias Möller

Der Fotograf Michael Lavine hat einen Bildband mit Fotografien aus der Grunge-Ära veröffentlicht. Für die textliche Einleitung sorgt Sonic Youths Gitarrist Thurston Moore.

Dinosaur Jr., in Jung

Der Frontmann der New-Yorker No-Wave-Legende hatte im letzten Jahr schon ein Buch aus der gleichen Reihe für Abrams Books geschrieben, ein reich bebilderter Band zum ihm so eigenen No-Wave-Genre. Bei “Grunge” beschränkt sich Moore lediglich auf eine kurze Einleitung über Grunge, darüber, dass das ja überhaupt eine völlig dämliche Bezeichnung sei und über den Fotografen Michael Lavine selbst.

Dann lassen die beiden die Bilder sprechen. Und die stehen für sich selbst. Lavine, der seit 1982 in Seattle lebte, war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die lokale Szene, die sich damals langsam von Punk und Postpunk zu dem, was dann mit dem Durchstarten von Nirvana mit dem Label Grunge versehen werden sollte, wandelte, lichtete er ab 1983 ab.

Und so finden sich in der ersten Buchhälfte nicht die altbekannten Bands, sondern die heimlichen Protagonisten der Szene, die Jugendlichen auf den Strassen von Seattle und Washingtons Hauptstadt Olympia. In Haltung und Stil erkennt man deutlich Umschwung und Heterogenität: Von Mods über Punks und New Romantics ist alles dabei.

Wer weiter nach hinten blättert, findet dann ab Ende der Achtziger die üblichen Verdächtigen: Alle sind sie abgebildet, ausnahmslos in Schwarz-weiss. Nirvana in verschiedenen Besetzungen, Kurt und Courtney, Pearl Jam, L7 und so weiter. Für Grunge-Nostalgiker wie für musikhistorisch Interessierte ist “Grunge” sicher eine empfehlenswerte Anschaffung. Auch, wenn man es viel zu schnell durchgeblättert hat.

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