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  • Julian Casablancas: unterschätzt!

    Von    |   7. November 2009   |   3 Kommentare

    Julian Casablancas hat mit seinem Solo-Debüt „Phrazes for the Young“ nicht nur positive Kritiken hervorgerufen. Eine Verteidigung inklusive Bonustracks.

    Julian Casablancas

    „Haften bleibt kaum etwas, eingängig sind bloss die Allerweltsweisheiten im CD-Booklet“, schreibt der Tages-Anzeiger die Berner Zeitung/Newsnetz über Julian Casablancas und seine Debüt-Platte „Phrazes for the Young“. „Veto“ schreie ich da. Wenn Songs wie „11th Dimensions“ oder „River of Brakelights“ nicht haften bleiben, dann hat das eher etwas mit dem mangelhaften Profil zu tun, auf dem nichts zu haften scheint, denn mit der musikalischen Darbietung vom Frontmann von The Strokes. Ich finde beim besten Willen keinen einzigen Song auf der Platte, der nicht mindestens eine catchy Hookline oder einen Kick-Ass-Refrain besitzt. Von wegen fehlende „Eingängigkeit“.

    Die Berner Zeitung/Newsnetz ist aber nicht die einzige Kritikerin des New Yorkers. Casablancas mache auf „Phrazes for the Young“ den typischen Rookie-Fehler, sein Album mit allem Möglichen vollzustopfen und die Songs zu überladen, schreibt Pitchfork und gibt eine 5.5. Aha, als ob der Mann seine Platte alleine im Schlafzimmer aufgenommen hätte und sonst niemand daran beteiligt gewesen wäre, der ihm geholfen hätte. Produziert wurde Casablancas‘ Solo von Mike Mogis (Bright Eyes) und Jason Lader (Rilo Kiley), und hey, es ist immerhin der Frontmann einer der grössten Bands dieses Jahrzehnts. Rookie?

    Und dennoch: Pitchfork hat recht und gleichzeitig doch nicht recht. Die Songs bestehen wie zum Beispiel „Tourist“ aus einem Potpourri an Einflüssen. Da werden Synthies mit Bläsern vermischt und Banjos über die Drummaschine und Samples gelegt, während im Hintergrund Casablancas herumträllert, mal nölend, mal wehklagend und mal lasziv-sexy. Was bei anderen Künstlern als Versiertheit positiv ausgelegt wird, wirft man Casablancas als Schwäche vor. Das geht nicht auf.

    Ausserdem: Die Songs werden trotz einer üppigen Orchestrierung von einer äusserst stilvollen Leichtigkeit getragen. Casablancas vermag sogar dem vehement eingekehrten „Glass“ eine positive Grundstimmung zu verleihen, trotz seiner rauh-rauchigen Stimme, die sogar dem fröhlichsten Kinderlied einen depressiv-melancholischen Touch verpasst.

    Zu guter Letzt bleibt noch der Vergleich mit seinen musizierenden Bandkumpels von The Strokes. Albert Hammond Jr. hat mit seinen zwei Solo-Gehversuchen gewiss das etwas breitere und in punkto Songwriting stärkere Zeugnis vorzuweisen, Casablancas hingegen hat die Hits für sich gepachtet. An „11th Dimensions“, „Glass“ oder „River of Brakelight“ kommt Hammond nicht im Traum heran. Nikolai Fraiture mit seinem Projekt Nickel Eye hätte nicht mal eine Erwähung verdient, während Fab Moretti sich mit Little Joy sehr arty gibt, aber deswegen auch nicht relevanter ist.

    > Da die offizielle Platte nur acht Songs aufweist, wurde die US iTunes-Version noch mit Bonustracks bestückt, „30 Minute Boyfriend“ und „I Wish It Was Christmas Today“. Im Schweizer iTunes-Store ist von diesen beiden Songs leider weit und breit nichts zu sehen. (via)

    Julian Casablancas – 30 Minute Boyfriend
    [audio:http://www.box.net/shared/static/k63hj3ue7n.mp3]

    Julian Casablancas – I Wish It Was Christmas Today
    [audio:http://www.box.net/shared/static/plt8152fml.mp3]

    Julian Casablancas – 11th Dimension

    Julian Casablancas – River of Brakelight

    3 Reaktionen

    1. #1 baby

      14:46 Uhr, 7.11.2009, Link

      da kann ich nur zustimmen.

    2. #2 Jonas

      19:21 Uhr, 7.11.2009, Link

      Berner Zeitung nicht Tagi …

    3. #3 Mathias Menzl

      19:24 Uhr, 7.11.2009, Link

      stimmt, danke jonas für die korrektur.

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