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  • La Carta De Barcelona N°11: Wire

    Von    |   8. Oktober 2009   |   1 Kommentar

    Frage an Dr. Pop: Warum sind alte Säcke live besser als junge Schnösel?

    wireNahezu alle Bands älteren Semesters, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, waren live überragend. Pere Ubu, The Nightingales, Devo, The Sonics, Sonic Youth, Mission of Burma und The Vaselines sind einige, die mir unvergessliche Konzerterlebnisse bescherten. Woran liegt es, dass die Alten die Jungen an die Wand spielen?

    Man kann natürlich sagen, dass besagte Bands einfach die bessere Musik machen, als Bands der jüngeren Generation. Eine Behauptung, die ich sogar geneigt bin zu unterschreiben, wenn es nicht so einfach wäre. Liegt es an der Erfahrung, daran niemandem mehr etwas beweisen zu müssen, ist es, weil sie auf ein grösseres Repertoire an Songs zurückgreifen können, oder einfach daran, dass sie (wahrscheinlich) weniger Alkohol und Drogen konsumieren, bevor sie die Bühnenbretter betreten?

    Ältere Bands haben mehr Charisma, mehr Humor und mehr Spass, so scheint es. Sie sind besser im Zusammenspiel und wirken authentischer. Man hat das Gefühl, dass da nicht Rock’n’Roll vorgekaspert, sondern gelebt wird. Aber – Frage an die älteren Leser – waren die damals auch schon so gut? Ich kenne jedenfalls Leute, die noch heute mit feuchten Augen vom Konzert von The Clash in Bern berichten.

    Seit gestern ist meine Liste mit grossartigen Liveshows alter Bands um einen Eintrag reicher. Im gut gefüllten La [2] spielten Wire ein lautes, energisches und in allen Belangen mitreissendes Punk-Konzert. In gut eineinhalb Stunden spielten sie Songs aus fast allen ihrer Schaffensphasen mit Schwerpunkt auf dem letzten und ersten Werk ihrer langen Karriere.

    „Pink Flag“, das Debüt der Band aus London, erschien 1977 und war eine der ersten Platten, der das Etikett Post-Punk anhaftete. Der Sound von Pink Flag unterschied sich deutlich von anderen Punk-Platten. Die Gitarren scheppern nicht garagig, sondern werden mit merkwürdigen Effekten angereichtert und klingen nicht dünn, sondern mächtig. Dazu ein treibender Bass, der die ultrakurzen Stücke nach vorne peitscht. 21 Songs werden einem in einer halben Stunde durch die Gehörgänge geblasen, danach weiss man, aus was gute Musik zu bestehen hat, aus Energie, Minimalismus und Melodie. Auch die nachfolgenden Alben Chairs Missing (1978) und 154 (1979), auf denen sie ihren Weg konsequent weitergingen, die aber ein bisschen weniger zugänglich sind, sind unbestreitbar echte, niemals alternde, Klassiker des Post-Punks.

    Danach löste sich die Band auf, tat sich 1987 das erste Mal und im Jahr 2000 zum zweiten Mal wieder zusammen. Letztes Jahr veröffentlichten Wire die überaus empfehlenswerte Platte „Object 47“, ihre elfte. Es geht darauf etwas poppiger und waviger zur Sache, mit schon fast hypnotischem Gesang, groovenden Rhythmen und bleibt trotzdem unverkennbar Wire.

    Wire – One Of Us (aus Object 47)

    [audio:http://www.pinkflag.com/assets/mp3/One-Of-Us_from_Object-47_by_Wire.mp3]

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