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  • La Carta De Barcelona N°10: BAM Festival

    Von    |   27. September 2009   |   0 Kommentare

    Seit 1902 wird in Barcelona jährlich La Mercè gefeiert, ein riesiges Strassenfest mit hunderten verschiedenster Events, darunter auch das Indie-Festival Barcelona Acció Musical.

    bamDie gigantische Fiesta ist der Mare de Déu de la Mercè, der Schutzpatronin der katalanischen Metropole, gewidmet. Neben katalanischen Traditionen wie die Castellers und Correfoc steht vor allem die Musik im Mittelpunkt.

    The Duke And The King ist ein Nebenprojekt von Simone Felice, dem ältesten der genialen The Felice Brothers. Im Juli erschien ihr Album „Nothing Gold Can Stay“, das mit ruhigen Folk-Nummern mit Gospeleinschlag glänzt. Leider meint die Band, bei der Liveumsetzung auf die Pauke hauen zu müssen und so verkommen die sanften, akustischen Songs zu langweiligem, rumpelnden Blues-Rock. Zusätzlich nervt die Band immer wieder mit dem Versuch, das eher desinteressierte und unaufmerksame Publikum zum Singen von Beatlesklassikern und Mitklatschen zu animieren – Party umsverrecken. Ein bizarrer Auftritt.

    Über Patrick Wolf’s Barock-Disco-Pop kann man geteilter Meinung sein, seine Liveshows sind grösster Spass. Man muss den selbstverliebten Burschen in seinen extravaganten Outfits einfach mögen. Wie er sich in Pose wirft, über die Bühne hüpft und kriecht und sein Scheitern an den einfachsten spanischen Sätzen (buenos noches, muchos gracias oder – besonders charmant – me llamo Patricio Lobo), das ist beste Unterhaltung. Patrick Wolf spielt am 7. und 8. Oktober in Zürich und Luzern, hingehen ist wärmstens empfohlen.

    La Mercè eignet sich bestens zum Feiern und sich betrinken, der Genuss der Livekonzerte wird einem – solange man nicht direkt vor der Bühne steht – eher erschwert. Zu gross sind die Publikumsmassen, die sich nur bedingt für das Treiben auf der Bühne interessieren und zu störend sind Trommel- und Trötenklänge aus den Seitengassen und knallendes Feuerwerk. So kriege ich von The Go! Team auch nur mit, dass sie bereits in den ersten zwanzig Minuten zwei neue Songs spielen, die sich vom alten Material nicht wesentlich unterscheiden und dass sie ihrem Ruf als Partykapelle weiterhin gerecht werden.

    Weiter gehts mit meinen mexikanischen Freunden zu deren Landsleuten von IMS (Instituto Mexicano Del Sonido). Die machen das, was man in den Neunzigern mal Crossover nannte, also die Verbindung von Rock und Rap, ein Genre das in Mexico immer noch sehr beliebt sei, wie ich mir sagen lasse. Die spanischen Raps und spärlich eingestreuten Latin-Beats zu den harten Rockriffs und Scratchings verleihen der Musik von IMS zwar eine gewisse eigenständige Note, ansonsten ist das Gebotene schon sehr vorgestrig. Kann man sich  mal antun, die temporär beste Band der Welt® werden IMS mit Sicherheit nicht.

    Ich wusste, dass die schwedische Pop-Band Billie The Vision & The Dancers in Spanien ziemlich bekannt ist, der unvorstellbare Zuschaueraufmarsch, überrascht mich aber dann doch. Anschliessend spielen The Hives, aber die Leute scheinen wegen dem Mann in den Frauenkleidern und seiner siebenköpfigen Band gekommen zu sein. Ihre Beliebtheit verdankt die Gruppe einem Werbespot für einen lokalen Bierbrauer, in welchem einer ihrer Songs verwendet wird. Trotz einiger Soundprobleme spielen Billie The Vision & The Dancers ein schönes Konzert, bei dem man sich aber immer wünscht, es würde in einem Club mit einem Hundertstel der Zuschauer stattfinden.


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    Dann Danielson, eine unterhaltsame, in Matrosenuniformen gekleidete Truppe aus New Jersey, die multiinstrumentierten, schrägen Folk-Noise mit durchwegs mehrstimmigem Gesang bietet, was auf die Dauer etwas zu anstrengend ist.

    Der psychedelische Folk-Rock der drei Hippies der Akron/Family ist vor allem dann gut, wenn sie es richtig krachen lassen. Gefällt ausgezeichnet, aber wir müssen leider los und mit der Metro zum Höhepunkt des Festivals düsen.

    Erst noch schnell ein Ohr voll von Catpeople genommen, einer, wahrscheinlich nach dem David Bowie-Song benannten, Post-Punk-Band aus Barcelona. Gehen glatt als die spanischen Interpol durch.

    Und dann – Bang! – Terry Lynn. Die Jamaikanerin rappt, dass M.I.A. dagegen blass aussieht und überrascht zudem mit einer eindrücklichen Singstimme. Dazu feuert ihr DJ harte Beats in die Magengrube ab. Spätestens beim Daft-Punk-Rip-Off „Kingstonlogic“ brennt das Haus. Terry Lynn spielt im November auch in der Schweiz, das wird die heisseste Party der Saison, auf keinen Fall verpassen.

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