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  • Platte der Woche: Castanets – Texas Rose, The Thaw & The Beasts

    Von    |   22. September 2009   |   2 Kommentare

    Castanets bringen auf ihrem fünften Album zusammen, was nicht zusammengehört. Bluesgitarren, sphärische Synthesizer und Saxophonsolos.  

    CastanetsRay Raposa aka Castanets hat offenbar ein Faible für Hall. Der Songwriter aus San Diego lässt einen Ton gerne eine Weile im Raum stehen, bevor er zum nächsten übergeht. Seine Gitarre klingt oft so, als würde sie aus einem bodenlosen Schacht an das Ohr des Hörers dringen. Auch seine Stimme scheint in manchen Songs von sehr weit weg zu kommen. Und doch geht sie so nah. „Singing for you in the distances, alone“, singt Raposa auf seinem neuen Album.

    Dabei ist das Castanets-Mastermind diesmal nicht so allein wie noch im letzten Jahr. Die spartanischen Gitarrenechos des im Alleingang eingespielten Vorgängers „City Of Refuge“ weichen auf „Texas Rose, The Thaw & The Beasts“ einem orchestralen Ensemble. Aus der öden Steppe ist ein fruchtbarer Garten geworden, in dem verschiedenste Klangfarben spriessen. Mitglieder von Bauhaus, Rocket From The Crypt, The Black Heart Procession, Gogogo Airheart sowie der Asthmatic Kitty-Label-Genosse DM Stith sorgen für ein facettenreiches Instrumentarium.

    Dennoch sind Castanets meilenweit davon entfernt, überladen zu klingen. Das Orchester setzt gezielte Akzente: Ein Piano tappt im Dunkeln, ein Glockenspiel lässt Tageslicht in Raposa’s Waldhütte fallen, ein Chor leistet dem Eremiten Gesellschaft. Auf seinem fünften Album rückt Ray Raposa die Elektronik stärker ins Zentrum als je zuvor: „Lucky Old Moon“ mutet an wie ein kosmisches Meisterwerk aus den 80ern, „On Beginning“ könnte von einem Moog-Nerd aus den 70ern stammen und die pochenden Beats „Worn From The Fight (With Fireworks)“ klingen wie der Nachhall einer durchtanzten Elektro-Nacht.

    Ebenso überzeugend wie die elektronischen Songs klingen die rootsigen Stücke. Der zappendustere Titelsong baut durch eine klangmalerische Passage cineastische Spannung auf, der fiebrige Blues „No Trouble“ watet durch knöcheltiefen Schlamm und die liebliche Südstaatenromanze „Rose“ lässt Mariachi-Trompeten über die Grenze nach Texas wehen. Während bei Calexico die Bläser aus vollen Rohren tröten, sind sie bei Castanets nicht mehr als ein fernes Echo. Das kreischende Gitarrensolo ist zu Ende bevor man sich darüber aufregen kann. Selbst das kurze Saxophon-Intermezzo verzeiht man Castanets.

    „Texas Rose, The Thaw & The Beasts“ besticht durch seine Liebe zum Detail. Hördurchgang für Hördurchgang entpuppen sich neue Finessen dieser in HiFi produzierten Platte. Es ist das vielseitigste, das verspielteste und das vielleicht perfekteste Album, das Ray Raposa je aufgenommen hat.

    > Castanets live:
    20.10. Rote Fabrik, Zürich
    21.10. Treibhaus, Luzern

    2 Reaktionen

    1. » Heute Abend: Menue Surprise im Ziegel oh Lac | 78s - Das Magazin für bessere Musik
    1. #1 liz

      12:53 Uhr, 22.9.2009, Link

      ps. auch am 21.10. im treibhaus luzern

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