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  • Dr. Pop, wie viel Musik gibt es?

    Von    |   14. September 2009   |   5 Kommentare

    Das musikalische Universum dehnt sich unaufhaltsam aus. Wie viel Musik umfasst es gegenwärtig?

    Dr. Pop

    Im Deutschen Musikarchiv lagern rund 400’000 CDs. Weil man bei einigen Silberlingen erste Zersetzungserscheinungen festgestellt hat, wollen die Verwalter des Archivs in naher Zukunft ein Backup des gesamten Bestandes anlegen. Einen ersten Probelauf startete man mit den 20’000 Tonträgern, die 2006 im Archiv eingegangen sind. Diese nahmen rund 14 Terabyte in Anspruch, der Gesamtumfang des digitalisierten Deutschen Musikarchivs würde sich also auf rund 280 Terabyte (=280’000’000 MB) belaufen.

    Diese Hochrechnung ist allerdings relativ. Einerseits, weil das Deutsche Musikarchiv bei weitem nicht alle Tonträger umfasst, sondern nur jene, die in der Bundesrepublik erschienen sind. Andererseits, weil die Gesamtdatenmenge aller jemals auf Schellack, Vinyl, CD oder Tonband veröffentlichten Musik natürlich in erster Linie von der Codierung abhängt, mit der diese digitalisiert wird. Lädt man die Musik – wie das Deutsche Musikarchiv – unkomprimiert auf den Rechner, fallen pro Tonträger rund 700 Megabyte an. Konvertiert man die CDs jedoch ins MP3-Format, benötigt man nur etwa einen Zehntel so viel Speicherplatz. Würde man das Deutsche Musikarchiv mit 320kbit/s auf Festplatte rippen, wäre eine Kapazität von rund 30 Terabyte ausreichend.

    Bedeutend mehr Tonträger als das Deutsche Musikarchiv nennt Paul Mawhinney sein Eigen. Über 3 Millionen Platten hat der Mann mit der grössten Plattensammlung der Welt angehäuft. Wie riesig seine Sammlung ist, veranschaulicht ein Vergleich mit itunes: Das Archiv des grössten Downloadportals umfasst in etwa 10 Millionen Songs, also lediglich etwa ein Drittel dessen, was in Mawhinneys Lagerhalle archiviert ist, wenn man von durchschnittlich 10 Songs pro LP ausgeht. Würde Mawhinney seine gesamte Sammlung mit einer Qualität von 320kbit/s auf Festplatte konvertieren, müsste diese über 200 Terabyte Speicherplatz bieten.

    Selbst Paul Mawhinney ist jedoch meilenweit davon entfernt, alle Platten der Welt zu besitzen. Der 70-Jährige hat in seinem Sammelwahn zwar fast die ganze USA abgeklappert, aber nie Platten in Kolumbien, Russland oder Jamaika gekauft. Er besitzt keine Schellackplatten, hat nie Musik heruntergeladen und dürfte nur wenige Aufnahmen aus dem neuen Jahrtausend besitzen. Man muss deshalb davon ausgehen, dass das musikalische Universum die Petabyte-Marke (= 1 Million MB) längst gesprengt hat. Laut einer Studie des Library of Congress gibt es insgesamt 30 Petabyte Musik, wobei die Forscher ihre Hochrechnungen im unkomprimierten CD-Format anstellten. Ins MP3-Format konvertiert entspricht dies einer Datenmenge von etwa 3 Petabyte. Rund 40’000 80GB-iPods würden also ausreichen, um sämtliche Musik zu archivieren.

    Etwa 5’000 Jahre müsste man ununterbrochen Musik hören, um sich die gesamte auf Tonträger dokumentierte Musikgeschichte anzuhören. Schätzungsweise drei Milliarden Songs kämen einem dabei zu Ohren. In der Zwischenzeit würde sich das musikalische Universum weiter ausdehnen. Wenn man sich im Jahre 7009 schliesslich durch 45 Millionen Stunden Musik gekämpft hätte, wären bereits Billionen von neuen Songs hinzugekommen. Genauso wie das astronomische Universum scheint auch das musikalische auf lange Frist die Unendlichkeit anzustreben.

    > Leserfragen an: dr.pop(ät)78s.ch

    5 Reaktionen

    1. #1 schnaebi

      16:25 Uhr, 14.9.2009, Link

      Paul Mawhinney hat viele LPs doppelt und dreifach und in verschiedenen Versionen. Ausserdem unzählige Singles, deren Songs oft auch auf LPs vorhanden sind. Und dazu kommen natürlich noch die Überschneidungen von Songs auf verschiedenen LPs. Soviel zu dieser Milchmädchenrechnung.

    2. #2 Dr. Pop

      10:54 Uhr, 15.9.2009, Link

      das stimmt schon, darum hat die sammlung wohl bis heute niemand gekauft (abgesehn davon dass mawhinney die konjunktur nicht wirklich entgegen kam). allerdings kann itunes selbst dann nicht mit mawhinney mithalten, wenn nur die hälfte seiner sammlung aus lps besteht, die frei von überschneidungen sind.

    3. #3 perry

      16:01 Uhr, 4.5.2013, Link

      direkte antwort würds auch tun.

    4. #4 Karll

      12:44 Uhr, 21.6.2014, Link

      1 Petabyte sind 1 Million MB?
      Also laut google ist 1 Petabyte gleich 1073 741 824 MB.

    5. #5 Karll

      12:54 Uhr, 21.6.2014, Link

      Kannst du mir sagen um welche Studie der Queens Library es sich genau handelt? Link funktioniert nicht.

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