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  • Julian Cope: Schwarzes Schaf und Möchtegern-Revoluzzer

    Von    |   30. August 2009   |   0 Kommentare

    Je älter Julian Cope wird, desto expliziter macht er Musik nicht dem Spass oder Erfolg wegen, sondern um seine (politische) Meinung kundzutun. Mit seinem neusten Projekt Black Sheep ruft er in Gedenken an vergangene Revoluzzer den Untergrund zur Résistance auf.

    Julian CopeVor dreissig Jahren feierte der exzentrische Brite mit der (neopsychedelischen) NewWave-Band Teardrop Explodes grösseren kommerziellen Erfolg. Nach deren Auflösung 1983 schaffte er es während den nächsten 20 Jahren (und Alben) des Experimentierens zwischen Punk und Pop auch solo regelmässig in die Charts.

    1995 verhalf Cope als Autor des Buches „Krautrocksampler“ zum Revival eben dessen (seine Top50 der Krautrock-Alben) und klärte 2007 mit „Japrocksampler“ über die entsprechende Bewegung in Japan auf. Dazwischen erarbeitete er sich zudem als Spezialist für europäische, prähistorische Steinmonumente einen Namen.   

    Letztes Jahr meldete sich der 51-Jährige mit Gitarre, Mellotron, Brigadiersmütze und ausufernden Lagerfeuersongs lautstark zurück. Als und auf „Black Sheep“ huldigte der Vorzeige-Anarchist dem in den Untergrund gedrängten Aussenseitertum und rief zum Widerstand gegen die kapitalistische Untergrabung der Demokratie auf. Mit „Kiss My Sweet Apocalypse“ findet seine Mission als Schwarzes Schaf nun eine hörenswerte Fortsetzung (erneut in Form einer Doppel-LP). 

    Bis zu zehn Mitverschwörer hat er um sich geschart für u.a. Che Guevara und Flugzeugentführerin Leila Khaled gewidmete Endlossongs aus eindringlichem psychedelischem Geschrummel, Trommelwirbel, Protestgesängen und Bombenexplosionen.  

    „When I wage war with the ones who wage war, only then I’m at peace“ erklärt Cope im lesenswerten Interview mit der britischen Independent, wo er auch mehr „eco-terrorism“ fordert und die Euphorie um Obama dämpft, den er als weiteren Hampelmann des kapitalistischen Systems entlarvt: „It’s great he’s got in, cos everybody can feel better for a while, but won’t do anything about the things I’m talking about because he had enough money to run for president and that makes him a cunt. Albeit a far higher quality of cunt.“

    Von Black Sheep existieren leider keine Mitschnitte (Bestellungen möglich via Head Heritage), dafür gibt’s einen kleinen Querschnitt durch Copes älteres Musikschaffen. 

    Teardrop Explodes – Ouch Monkeys (Wilder, 1981)

    Julian Cope – World Shut Your Mouth (1983, youtube)

    Julian Cope – Sunspots (Fried, 1984)

    Julian Cope – Trampolene (Saint Julian, 1987)

    Teardrop Explodes – Serious Danger (Everybody Wants To Shag…, 1990)

    Soul Desert (Jehovakill, 1992)

    Julian Cope – You Gotta Walk (Autogeddon, 1994)

    YouTube Direktlink

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