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  • Galore ist tot. Lang lebe Galore!

    Von    |   29. Juli 2009   |   1 Kommentar

    Die Zeitschrift Galore ist seit Juni nicht mehr am Kiosk erhältlich. Im Netz lebt das deutsche Interview-Magazin weiter.

    Galore ErstausgabeDass ein qualitativ hochwertiges Magazin wie Galore nach sechs Jahren auf dem Printmarkt kapitulieren muss, ist schade – lesen sich doch gerade Interviews auf edlem Papier irgendwie schöner. Denn wer will sich schon mit dem Laptop auf die Toilette setzen? Dass Galore im Netz weiterlebt, hat allerdings auch seine Vorteile: Endlich kommt man auch ausserhalb Deutschlands in den Genuss der Interviews und kann auf ein riesiges Archiv zugreifen, das über 800 illustre Gesprächspartner umfasst, darunter fast 300 Musiker.

    Täglich stellt Galore ein neues Interview online, am Dienstag hat man ein Gespräch mit Neil Young veröffentlicht, das sich hauptsächlich um die Neil Young Archives dreht. Über das Songwriting sagt Neil Young folgendes:

    „Es macht einfach keinen Sinn, darüber zu sprechen, zumindest, was mich betrifft. Es ist nicht so einfach auf den Punkt zu bringen. Es ist etwas, das passiert. Es ist wie atmen. Es ist, wie wenn der Wind dreht oder so. Denn es ist bei jedem Song anders, und an mehr als die Hälfte kann ich mich eh nicht erinnern. Sie alle haben ihre kleine Geschichte zu erzählen, aber ich weiß nicht… Was ich sagen kann: Die besten sind sehr schnell da. Und sie sind vollständig da. Es gibt kein Kürzen oder Umarrangieren. Er ist einfach da.“

    Das Schmökern im Galore-Archiv lohnt sich. Die Interviews sind zeitlos und bringen oft auch den Menschen hinter dem Star zum Vorschein. Ein paar Kostproben:

    Nick Cave: „Man kann auch eine Halbglatze würdevoll tragen. Seit ich nun 50 bin, trage ich sie fast mit ein wenig Stolz.“

    Brian Eno: „Kein Ton meiner Musik ist entstanden, weil ich die Absicht hatte, ein Lied zu schreiben.“

    Tom Waits: „Ein Lied ist nichts anderes als ein unsichtbarer Ort. Ich als Musiker lade Sie dorthin ein und muss nun dafür sorgen, dass es für Sie angenehm ist, sich dort aufzuhalten.“

    Lee Hazlewood: „Ich glaube, ich bin viel besser in geschäftlichen Dingen als im Songschreiben und Produzieren.“

    Lou Reed: „Viele Leute glauben, sie könnten sich meiner Musik über MP3-Files nähern. Doch diese Dinger klingen in aller Regel erbärmlich und können den tonalen Reichtum meines Schaffens nicht einmal annähernd wiedergeben.“

    PJ Harvey: „Ich fühle mich schnell krank, wenn ich zu oft mobil telefoniere. Meine Ohren beginnen zu schmerzen und ich fühle mich in keiner Weise mit meinem Gesprächspartner verbunden.“

    Peter Licht: „Ich kenne niemanden, der kein Wohnthema hätte. Alle ziehen permanent um. Wenn nicht tatsächlich, dann mental. Bis das Leben richtig ist.“

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