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  • Mali-Special: Die Wüste lebt

    Von    |   4. Juli 2009   |   2 Kommentare

    Die entspannteste Musik Afrikas kommt aus Mali. Der melancholische Gitarrensound des Landes legt die Vermutung nahe, dass die Wurzeln des Blues nicht im Mississippi-Delta, sondern in der Westsahara liegen.

    Auch wenn sich Indiebands vermehrt Afrobeats einverleiben, ist der Umgang des Westens mit World Music nach wie vor etwas verkrampft. Es braucht schon einen Mediator wie Manu Chao damit sich das westliche Publikum traut, Musik aus der dritten Welt gut zu finden. Amadou & Mariam aus Mali haben ihren Erfolg in Europa zu einem grossen Teil dem King of Bongo zu verdanken. Das blinde Pärchen ist allerdings nur die Speerspitze der vitalen Musikszene Malis.

    Vieux Farka TouréBeginnen wir mit dem Kronprinzen der malischen Musik: Vieux Farka Touré ist der Sohn des 2006 verstorbenen Ali Farka Touré, der als Protogé von Ry Cooder zum Aushängeschild des Mali-Blues geworden ist. Auf über 20 Alben pflegte Touré seinen unverkennbar relaxten Stil, der allein von seiner Gitarre und seiner Stimme lebte. Sein Sohn steht ihm in Sachen Virtousität in nichts nach, allerdings beschränkt er sich nicht darauf, das Erbe seines Vaters möglichst tradtitionsgetreu weiterzuführen.

    Auf seinem zweiten Album „Fondo“ experimentiert Vieux Farka Touré mit Reggae-Offbeats sowie mit schnelleren Afro-Rhythmen, die den ruhigen Fluss seiner Musik in einen Strudel verwandeln. Doch auch wenn Touré das Tempo anzieht, bleibt der Groove entspannt. Die hypnotischen Blues-Riffs und der sonore Gesang seines Vaters bilden das Fundament seiner Musik. Der Geist von Ali Farka Touré lebt im Werk seines Sohnes weiter.


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    TerakaftMan möchte es kaum glauben, doch unter den Tuareg sind E-Gitarren sehr beliebt. Verschiedenste Bands pflegen in der Westsahara einen Sound, der vom Zusammenspiel von bis zu drei Gitarren lebt. Terakaft, die am 27. Juli nach Zürich ins El Lokal kommen, sind eine von ihnen.

    Gegründet wurden Terakaft (dt. Karawane) von Mitgliedern von Tinariwen, der bislang bekanntesten Gitarrencombo aus der Westsahara. Gemeinsam haben die beiden Bands die NGO „Taghreft Tinariwen“ ins Leben gerufen, die sich für die Rechte der Tuareg einsetzt. Statt mit Kalashnikovs kämpfen sie mit ihren Gitarren für die Freiheit des Nomadenvolks.

    Terakaft machen Desert Rock der etwas anderen Art. Das aktuelle Album des Trios „Akh Issudar“ bietet Wüstenrock für Wasserpfeifenraucher und Bauchtänzerinnen. Die Musiker entlocken ihren Gitarren psychedelische Arabesken, die sie mit wehmütigen Gesängen begleiten. Das folgende Video zeigt einen Auftritt von Terakaft am Festival du Désert (Audio-Slideshow auf BBC), das die Musikszene des Landes jedes Jahr zusammenbringt:


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    Electric MaliEinen Einblick in die lange E-Gitarrentradition von Mali gibt die Compilation „Electric Mali“ aus der hervorragenden Sampler-Reihe African Pearls. Die Doppel-CD versammelt rare Aufnahmen aus 70ern, die ein breites Spektrum abdecken: Dröge Monsterjams und funky Afrobeat sind ebenso vertreten wie Mali Blues und jazzige Experimente. Doch egal in welche Richtung die 24 Songs von „Electric Mali“ gehen, sie alle eint ein unverkennbarer Groove. Sein Geheimnis muss irgendwo im Wüstensand der Westsahara vergraben sein.

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    2 Reaktionen

    1. » Fool’s Gold (rush in) – Zum guten Ton namens Afro-Beat | 78s - Das Magazin für bessere Musik
    1. #1 JimBobIII

      20:15 Uhr, 8.7.2009, Link

      Ja, super Beitrag, und jetzt dranbleiben und in den Kongo reisen.

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