Song des Tages: Tiny Vipers – Dreamer
Von Marco Durrer | 22. Juni 2009 | 0 Kommentare
Unzählige versuchen, nur ganz wenigen gelingt es. Allein mit Gitarre und Gesang das gewisse Etwas an Atmosphäre zu erzeugen, das verzaubert. Jesy Fortino aus Seattle gehört zu Letzteren.
Tiny Vipers haben wir vor zwei Jahren anlässlich ihres Debüts “Hands Across The Void” als Mädchen mit Gitarre kennen und lieben gelernt. Ab Juli entführt dieses den geneigten Hörer mit “Life On Earth” erneut in die seelische Wildnis und lockt mit besinnlicher, sanft einlullender Beschwörung seine tierischen Freunde herbei, die wieder zärtlich zubeissen und einem ne frische Dosis bittersüssen Gifts ins Ohr spritzen.
Schon bald sind sämtliche Körperfunktionen gelähmt, nur der Puls verbreitet vom Herzen ausgehend ein etwas unheimliches, aber wärmendes Wohlgefühl. Regungs- und hilflos liegt man in der Dämmerung vor verglimmender Kohle, bestaunt die ersten Sterne und lauscht gebannt Fortinos intimen Reflexionen übers Dasein. Die gezähmten Vipern schlingern sich wie verloren geglaubte Erinnerungen um die Schultern und reiben versöhnlich ihre feinen Köpfe an der kühlen Wange.
Ein weiteres wunderbares, in sich stimmiges und in seiner Schlichtheit ergreifendes Werk, das ebenso fasziniert wie bedrückt, und wie der erste kleine Giftspritzer “Dreamer” auch zum Träumen einlädt: “Come meet me on this path of wonder / Take my hand I’d like to share with you / What can we learn when we can’t understand? We could spend our time wondering what could be”.
Tiny Vipers – Dreamer
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Live-Aufnahme in San Francisco:
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