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  • Am Krankenbett der Musikindustrie

    Von    |   5. April 2009   |   4 Kommentare

    78s stattet der Musikindustrie regelmässig einen Besuch am Krankenbett ab . Heute mit Marek Liedberberg, Radiohead und einer Studie die sagt, dass die Jugendlichen lieber Musik streamen als dass sie sie illegal herunterladen.

    Der deutsche „Künstlervater“ Marek Liedberberg beklagt in einem Essay den Raub von geistigem Eigentum von Künstlern und Journalisten, während dem Techdirt dies als Mythos zu entlarven versucht. An den US-Jugendlichen prallt Marek Liedberbergs Vorwurf ab wie Wasser an Neopren. Sie streamen Musik lieber als dass sie sie illegal herunterladen. Gemäss einer Studie gaben die 13- bis 17-jährigen Jugendlichen 2008 19 Prozent weniger Geld für Musik aus als 2007. Dieser Rückgang ging aber einher mit einem sechs-prozentigen Rückgang bei illegalen Downloads.

    Die Jugendlichen verlagern ihren Musikkonsum vermehrt in Soziale Netzwerke (20 Prozent / 26 Prozent Zunahme, je nach Quelle) und Online-Radios (18 Prozent Zunahme), wo sie die Musik streamen. Das wird die Industrie aber nicht gerne hören, denn nur ein Prozent der Jugendlichen, die einen Song auf mySpace hören und gut finden, kaufen ihn nachher auch. 52 Prozent gehen lieber wieder auf mySpace zurück. Was die anderen 47 Prozent wohl machen?

    Was schlecht ist für die Industrie, ist gut für Streaming-Webseiten. Allerdings können sich diese nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Im Gegenteil, ihre Aufgabe ist es nun, ein Business-Modell zu finden, mit dem sie auch Geld verdienen können. Denn das tun sie bislang kaum. Urheberrechtsabgaben müssen sie aber trotzdem bezahlen. Hört ihr da die Puste, die die Blase aufbläst?

    Aber auch die Urheberrechtsgesellschaften müssen vielleicht bald mal umdenken. Anfang März formierte sich die Featured Artists Coalition (FAC). Die beklagt das ausbeuterische Vorgehen der Urheberrechtsgesellschaften wie der RIAA, GEMA oder Suisa. Die Interessengemeinschaft besteht aber nicht aus zweitklassigen Künstlern, wie man annehmen könnte. Mitunter sind da Radiohead, Travis, Kate Nash, Blur und Robbie Williams dabei.

    Dass es sich bei der FAC nicht um eine blutleere Lobby-Gruppe handelt, zeigen ihre jüngsten Aktivitäten. Radiohead werden angeblich in einem massgebenden Prozess gegen die RIAA im Namen des Angeklagten gegen die genannte US-Urheberrechtsgesellschaft aussagen. An anderer Stelle kämpft die FAC für eine Copyright-Fair-Play-Agenda und hat verschiedene Regeln aufgestellt, wie Labels Künstler behandeln sollen. Das tun sie gemäss FAC nämlich nicht immer zu deren Gunsten. Dazu zählt auch, dass das Urheberrecht eines Werkes nach 50 Jahren automatisch an den Künstler zurückgehen soll.

    Geistiges Eigentum im Netz – Das wollt ihr nicht wirklich (Marek Liederberg, Süddeutsche.de)

    Demand for Online Music Service is on the Rise … (Business Week) und Teens Cut Online Music Spending, Use Free Websites (Bloomberg)

    – Can We Please End The Myth That Anyone is Trying to Take Away The Rights of Musicians To Get Paid (Techdirt)

    Top Artitst Strike Back At Greedy Music Labels (TorrentFreak)

    Radiohead to Testify Against the RIAA (TorrentFreak)

    Radiohead and Chums deman Copyright fair-play (The Register)

    4 Reaktionen

    1. Am Krankenbett der Musikindustrie | tweakfest
    1. #1 Raventhird

      12:37 Uhr, 5.4.2009, Link

      Last.fm bleibt bestimmt bestehen, da finden sich ja jetzt schon immer mal wieder diverse große Werbepartnerschaften (Alben vorab auf last.fm streamen usf.). Der Rest wird vermutlich zusammenschmelzen. Gut so. Am Ende läuft es aber darauf hinaus, dass alles für jeden irgendwo im Netz streambar ist und keiner auch nur mehr die Dateien auf den eigenen Rechner haben muss, da bin ich mir sicher. Was das für das Geschäftsmodell „Musik verkaufen“ bedeutet? Keine Ahhnung, aber es wird viel, viel kleiner als heute.

    2. #2 Mark

      13:46 Uhr, 5.4.2009, Link

      ,,(..) ihr Aufgabe ist es nun, ein Business-Modell zu finden, mit dem sie auch Geld verdienen können. Denn das tun sie bislang kaum.“

      > Spotify?

    3. #3 heinz darr

      14:31 Uhr, 5.4.2009, Link

      lieBerberg, der ordnung halber. er ist der grösste deutsche konzertveranstalter und schiebt schon lange die millionen über den tisch. die spitzenverdiener taugen aber immer schlecht, um die bedürfnisse eines „normalen“ künstlers/musikers zu artikulieren, von den konsumenten ganz zu schweigen…

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