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    Von    |   31. März 2009   |   5 Kommentare

    Medienfuturist Gerd Leonhard über die Monetarisierung von Inhalten im Allgemeinen und Musik-Content im Speziellen.

    Vor knapp einem Jahr hatten wir es hier bereits einmal von Gerd Leonhard. Nun kursiert bereits seit Mitte März eine neue Präsentation im Netz, die mit folgendem Zitat zusammengefasst werden könnte: „The Printing Press gave birth to copyright – the Internet gave birth to sharing rights“. Nehmt euch 55 Minuten Zeit, um Leonhards Ausführungen über die Zukunft von Inhalten im Allgemeinen und Musik-Inhalten im Speziellen anzuschauen. Denn die Präsentation im Rahmen von Author@Google ist definitiv die Zeit wert.

    Leonhard führt aus, wie aus dem Copyright in Zeiten, in denen viele Jugendliche im Glauben aufwachsen, dass Musik und Filme gratis sind, wieder Geld zu machen ist. Das Zaubermittel heisst „Vertrauen“. Der Wert liegt nicht im „Kontrollieren“, sondern im „Teilen“. Vertrauen wiederum basiert auf Aufmerksamkeit. Wo Aufmerksamkeit generiert wird, kommt das Geld automatisch mit. Ein ähnliches Prinzip wie Robert D. Putnams Theorie über Sozialkapital. Es produziert und reproduziert sich auch über Tauschbeziehungen und basiert ebenfalls auf Vertrauen. Mehr dazu hier.

    Wie Google neue Wege sucht, um Musik-Inhalte „gratis“ anbieten zu können, kann in China nachvollzogen werden und hier nachgelesen werden.

    „Now, Google has apparently licensed 350.000 tracks from all major labels (how long did that take… I am afraid to ask… *rant alert) and many leading Chinese record companies and artists, and if you are logged into Top100.cn, and based in China (sorry – no access from EU / US), apparently all the music is yours to stream and download. So: Google pays for the music to get our attention for their ads – sure sounds like a familiar strategy. Radio and TV broadcasting, anyone?“

    Was Google in China macht, macht Nokia in Europa, wie Leonhard im Interview mit der SonntagsZeitung erklärt.

    „Die Haltung, nicht mitzumachen, ist eine theoretische. Im Web bekommt der Konsument früher oder später, was er will. Wer nicht mitmacht, verdient keinen Rappen. Google bietet in China die Musik von 30 000 chinesischen Künstlern kostenlos an und vergütet die Künstler direkt. Die Verwertungsgesellschaften und Labels bleiben aussen vor.

    Trotzdem bleiben Labels stur.

    Ohne politischen Druck wird wenig passieren. Der Staat muss eingreifen und die Akteure vor die Wahl stellen: Entweder ihr findet eine Lösung, Musik im Web zu legalisieren – oder der Staat entwirft selber Gesetze dafür.

    Nokia hat sich mit Labels für ihren Musikdienst geeinigt.

    Das Angebot ist bestechend. Das Problem ist, dass Nokia im Moment der einzige Zahler ist. Pro Jahr fallen früher oder später – nach meinen Berechnungen – rund 2 Milliarden Dollar an Gebühren an.

    Das heisst, das Modell ist zum Scheitern verurteilt?

    Nokia lanciert das als Marketingmassnahme. Denkbar, dass sie das Angebot später zusammen mit Anbietern wie Swisscom und Sunrise weiter entwickeln.“

    5 Reaktionen

    1. » Input-Podcast “Musik 2.0 reloaded” | 78s - Das Magazin für bessere Musik
    1. #1 the aeschli

      05:54 Uhr, 1.4.2009, Link

      naja, wer dem irrglauben hinterher rennt, dass das kopieren und illegale downloaden die wurzel allen übels am abschiffen der musikindustrie ist, der ist selber schuld…
      wenn das alles funktionieren und stimmen würde, könnten wir mit carsharing und gratisbenzin die autoindustrie retten….
      wenn man endlich akzeptieren würde, dass die musik einfach marktanteile gegenüber anderen luxusgütern (wie games, telekomunikation, computer und reisen) verloren hat und man endlich den mut aufbringen würde, jeder 3. band zu sagen, dass sie zu untalentiert ist und sich besser ein anderes hobby sucht, wirds automatisch etwas besser
      vielleicht wären die entwicklung von gepressten tonträgern, abgehaltenen konzerten und releases in den letzten 15 jahren auch mal intressant anzuschauen. ich kenne die auch nicht, aber ich vermute, wie sie aussieht, wenn das dann so wäre, muss man auch kein prophet sein oder ’nen HSG-abschluss haben um gewisse dinge zu merken

    2. #2 rnr

      14:42 Uhr, 1.4.2009, Link

      „medienfuturist“ nennt sich der kollege und alle plapperns nach. ist wirklich nicht besonders futuristisch, was er da von sich gibt, die theoretische basis ist total neunziger. naja

    3. #3 Mathias

      16:38 Uhr, 1.4.2009, Link

      soziologische betrachtet ist das ganze sogar noch älter. aber hey: es geht hier um geld und die ökonomie lässt sich kaum von ein paar soziologischen fürzen überzeugen.

      interessant ist hingegen leonhards neuester blogeintrag: dort erklärt er wieso der google-deal in china funktioniert und youtube zum beispiel in deutschland grad wieder auf granit stösst. http://netzwertig.com/2009/03/31/youtube-vs-gema-die-naechste-hiobsbotschaft-fuer-musik-im-netz/

      in china zieht die kannibalisierungstheorie nicht, dort haben plattenfirma nicht so viel zu verlieren wie in europa. hierzulande würde zu viel kohle wegfallen, wenn die labels progressiv vorgehen würden.

      China does not have much of a business of ’selling units‘, i.e. there are no Billions of $ in selling CDs or single-track downloads. Therefore, any money that the rights-holders (i.e. the record labels and music publishers, and hopefully the artists) can actually get from anyone in China is probably very welcome;….This would of course be substantially different in the UK or Germany where CD sales and the omni-present iTunes still generate Billions of Euros per year. But this is the lesson: someone had to put some money down. Congrats to Google / Top100. Next: the telecoms – within 6-9 months, imho.

    4. #4 the aeschli

      17:04 Uhr, 1.4.2009, Link

      in china haben sie ja gar nichts zu verlieren!! dort ist das nicht „privatwirtschaft“ wie hier..
      in deutschland, der schweiz und europa sind das unter dem strich immer noch jobs, die man hat oder nicht, die hier zu lande gestrichen werden, da kommt kein parteifunktioär bei sony/bmg vorbei und sagt: „so, ab morgen ist die hälfte von euch metzger in dietlikon“
      und was leonhard schreibt ist nur eine umlenkung des geldes, es fliesst weder mehr noch weniger, es fliesst einfach woanders hin.
      das ist weder progressiv noch innovativ
      und wenn ih auh kein grosser freund der aktivitäten der organisierten musikindustrie bin, muss ich doch sagen, dass die labels mit dem geld, das ihnen dann fehlt, vermutlich doch etwas effektiver umgehen können, als wenn man die kohle einfach den musikern in die hand drückt, siehe ja hier in der schweiz, wo sie indie-labels gründen, damit sie keinen rappen unnötig abgeben müssen, gut laufende touren machen und am schluss doch wieder bei jeder kulturförderinstitution die hohle hand machen

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