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  • Die CD ist tot, lang lebe – ja, was eigentlich?

    Von    |   14. März 2009   |   32 Kommentare

    Radiohead haben alternative Distributionsmodelle für Musik salonfähig gemacht. Inzwischen gibt es eine ganze Fülle von neuen Ideen und Experimenten. Wir haben sie gesammelt.

    Früher war es einfach: Band nimmt Album auf, Label presst CD, Zwischenhändler verkauft CD – alle verdienen gutes Geld. Das Internet hat dieses Geschäft nicht zerstört, aber doch immerhin gehörig ins Wanken gebracht. Und die Margen so sehr nach unten gedrückt, dass Bands und Labels nach Alternativen suchen.

    Wir haben zusammengestellt, was uns bisher an Ideen über den Weg gelaufen ist. Manche sind Modelle mit Zukunftspotenzial, andere sind interessante Experimente.

    Pay What You Want: Der Klassiker, bekannt geworden als das Radiohead-Modell. Radiohead haben ihr Album „In Rainbows“ (2007) zunächst nur als Download veröffentlicht, die Käufer konnten bestimmen, wie viel ihnen der Download wert ist. Schätzungen gehen davon aus, dass drei von fünf Leuten das Album gratis heruntergeladen haben, die restlichen im Schnitt 6 Dollar bezahlt haben. (Artikel dazu aus der NY Times)

    Gratisdownload: Einzelne Songs vorab gratis in Umlauf zu bringen, ist mittlerweile fast schon zum Standard geworden. Wenn ohnehin geringe Verkaufszahlen zu erwarten sind, wird auch mal ein ganzes Album verschenkt. Die Musik wird zum kostenlosen Werbevehikel, um die Band bekannt(er) zu machen und Interesse für andere Einnahmequellen der Künstler zu generieren.

    Gratis-CD: Die Basler Band Cloudride verschenkt ihre EP „Vincent“ nicht nur online, sondern hat 10’000 Exemplare auf CD gepresst und bringt diese gratis unter die Leute. Im Gegensatz zum Gratisdownload verzichten Cloudride nicht nur auf Verkaufseinnahmen, sondern investieren zusätzlich, um möglichst breite Aufmerksamkeit zu erlangen. (Artikel dazu bei 78s)

    Das Unikat: Nachdem sie die Songs vorab bereits verschenkt haben, versteigern The Bianca Story fünf Songs als Unikat, verpackt in ein Kunstobjekt. Das Unique Copy Album ist ein zwei Meter hoher Würfel mit integrierter Sound- und Videoanlage. Der Startpreis der Auktion liegt bei 10’000 Franken (Artikel dazu bei 78s). Bereits ein Unikat versteigert, und zwar für 3650$, hat die schwedische Band Bob Hund. Sie haben eine Single als Vinyl inklusive Plattenspieler angeboten. (Artikel dazu bei Spex)

    Steigender Preis: Das neue Album von Cursive kostete am 1. März als Download genau 1$. Der Preis stieg danach jeden Tag um einen Dollar, bis er schliesslich bei 9$ ankam. Auf CD kostet es 11$. Das Preismodell provoziert frühe Käufe. (Artikel dazu bei 78s)

    Aktien: Einfaches Prinzip: Fans werden zu Aktionären und finanzieren das Album. Im Gegenzug werden sie an den Gewinnen beteiligt. Angelika Express haben zur Finanzierung ihres Album 500 Aktien à je 50 Euro ausgegeben. 80% der Gewinne aus den Albumverkäufen werden an die Teilhaber ausgeschüttet. (Artikel dazu bei Nicorola). Institutionalisiert gibt es das Prinzip schon länger bei SellaBand.

    Bestechung: Inspiriert von den Konjunkturpaketen der jüngsten Zeit bietet die Band Roseland Officer jedem, der ihr Album herunterlädt 1$. Alternativ kann man für den Download 1$ bezahlen. Dieser geht dann an eine wohltätige Organisation. (Artikel dazu bei Hypebot)

    Deluxe und Superdeluxe: Nebst einem kostenlosen oder sehr günstigen Download eine Luxus-Edition als Cd oder Vinyl zu verkaufen, ist inzwischen ein beliebtes Modell. Josh Freeze hat es auf die Spitze getrieben, er bietet sein Album in zehn unterschiedlich stark limitierten Editionen an. Die teuerste kostet 75’000, ist ein Unikat, und enthält einen ganzen Strauss an absurd anmutenden Zusatzleistungen. (Artikel dazu bei Mashable)

    Memberclub: Was Golfclubs schon lange können, überträgt das Label Service Records auf die Musikdistribution. Wer Mitglied des hauseigenen Fanclubs ist, erhält alle Releases vorab kostenlos als Download sowie exklusive Downloads nur für Mitglieder. Die Mitgliedschaft kostet pro Jahr 25 Dollar. (Artikel dazu bei Spex)

    iPhone-App: Mobile Applikationen, sei es auf dem iPhone oder für Googles Android, könnten MySpace ablösen. Acts wie Snow Partrol, Death Cab For Cutie oder Pink haben bereits ihre eigenen Applikationen. Weiter gehen die Presidents of the United States of America. Ihre iPhone App bietet kostenlosen Zugang zu sämtlichen Songs, die die Band je veröffentlicht hat, sowie zu Konzertmitschnitten. Die Applikation kostet einmalig 2.99$. (Artikel dazu bei PC World)

    32 Reaktionen

    1. David Bauer. Journalist.
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    1. #1 Lie In The Sound

      16:44 Uhr, 16.3.2009, Link

      Noch zu erwähnen, wäre die Distribution über Zeitungen. Wie jüngst Oasis – beschrieben hier bei motor.de. Gab ja schon einige Musiker wie z.B. Prince, die ihre CDs als Zeitungsbeilage an den Mann gebracht haben.

      Auch ein guter Kaufanreiz: Ein an das Produkt gekoppeltes Gewinnspiel mit attraktiven Preisen. Der vieldiskutierte Mehrwert, den es eben nicht via P2P gibt. Mehr über Placebos neueste Aktion habe ich hier geschrieben:
      Musikalisches Lotto: Placebo – Battle For The Sun

      Liebe Grüße
      DifferentStars

    2. #2 bernd

      20:38 Uhr, 17.3.2009, Link

      Alles Schrott!

      Hier werden nur wieder ein paar wenige halbwegs erfolgreiche „Ideen“ (bessergesagt Versuche) aufgeführt.

      Warum investiere ich als Musiker jahrelang Zeit und Geld um gute Musik zu machen und dann soll ich mir auch noch irgendwas „ausdenken“, wie meine „Kunden“ (Raubkopierer) ev. doch noch irgendwie irgendwas zahlen?

      Dann hör ich als Musiker doch lieber auf und fertig!

    3. #3 David Bauer

      21:00 Uhr, 17.3.2009, Link

      @bernd
      Falls du tatsächlich Musiker bist, ist es mit dieser Einstellung wohl tatsächlich am besten, wenn du lieber aufhörst.

    4. #4 Steven Morrys

      08:13 Uhr, 18.3.2009, Link

      Hallo :-)
      Es freut mich zu sehen das nicht nur ich nach Alternativen suche meine Musik an die Frau/an den Mann zu bringen. Auf meiner Webseite (www.cd.steven-morrys.de) kann man sehen welchen Weg ich gewählt habe. Zur Finanzierung meines Debüt Albums habe ich letztes Jahr eine Internetseite erstellt und setze auf Kommunikation. Ich habe unter anderem ein Tagebuch (www.tagebuch.steven-morrys.de) und veröffentliche dort meinen Weg zur CD mit allen Höhen und Tiefen – mache mich quasi gläsern und halte Kontakt zur Presse, zunächst Regionalpresse.
      Es ist mir bislang immerhin gelungen, nebst eigenen Ersparnissen einige Spenden zu bekommen, somit konnte ich meinen ersten Song „Shit happens“ fertig produzieren und habe den Versuch gestartet eine Single CD zu pressen in der Mindestauflage von 1.000 Exemplaren. Diese nutze ich zur gezielten Bemusterung, zur Werbung und zum Verkauf.
      So habe ich einen eigenen Webshop (http://s165301813.e-shop.info) eingerichtet. Mittlerweile bin ich auf 18 Internetradio Sendern zu hören, daraus haben sich weitere Helfer und Käufer generiert. Es ist zwar ein mühsamer Weg, aber immerhin ist es einer.
      Wie man auf die Idee kommen kann alles hinzuwerfen so wie mein Vorredner Bernd, kann ich nicht verstehen. Ich bin eine Kämpfernatur und suche so lange nach Möglichkeiten bis ich eine gangbare gefunden habe.
      Ich werde auch versuchen meinen Weg ohne GEMA und GVL, ohne Label und Verlag zu gehen und mache alles selbst – ich habe eine Initiative gegründet die sich „Novum Music“ (www.novum-music.de) nennt – das ist kein Label sondern ein Vorhaben. Mir geht es darum gute neue Musik zur Oberfläche zu bringen, ich habe auch eine Vertriebsidee mit der ich es schaffen kann Musik auf CD erfolgreich zu verkaufen. Nun suche ich 12 Musiker bzw. Bands die bereit sich diesem Experiment anzuschließen. Denn um meine Idee zu verwirklichen muss ich ein Musterprodukt herstellen. Voraussetzungen sind: Die Musiker/Bands dürfen keiner Verwertungsgesellschaft angehören, müssen eigene Musik schreiben, müssen einen neuen fertig produzierten Song haben der bislang unveröfentlicht ist, dürfen keinem Label und keinem Verlag angehören.
      Geboren habe ich die Idee aus der eigenen Erfahrung heraus das es unheimlich schwer ist, wenn man keine Mittel zur Verfügung hat seine eigene Musik zu verwirklichen und zwar in sendefähiger Qualität. Wenn mein Vorhaben „Novum Music“ funktioniert dann können sich zukünftig alle Beteiligten freuen, denn ausgelegt ist meine Idee auf den direkten Erfolg, d.h. eine ausgewählte Band wird honoriert und bekommt breite Aufmerksamkeit, der Konsument bekommt ausgezeichnete neue Musik die er sonst vielleicht nur per „Trüffelschwein“ oder eben nie hätte finden können. Ich bitte um Verständnis wenn ich die Einzelheiten meiner Idee hier nicht Preis geben möchte.

    5. #5 Lie In The Sound

      13:37 Uhr, 19.3.2009, Link

      Kleine lustige Ergänzung (und noch mehr schreiende Musiker): Liam Gallagher hat nun auch seine eigenes Modelabel (http://www.prettygreen.com/) – zwar ist man aus dem Popbereich schon gewöhnt, dass jedes Sternchen seinen eigenen Duft, Modekollektion etc auf den Markt bringt…

      Aber auch Oasis brauchen neue Einkommensquellen. Der Trend muss (oder sollte einem nicht) gefallen – aber leider wird Musik immer mehr zum Werbeträger für andere Produkte.

      DifferentStars

    6. #6 Mark

      18:37 Uhr, 19.3.2009, Link

      @ Lie In The Sound: Oasis brauchen bestimmt keine neuen Einkommensquellen. Laut Liam Gallagher gibts einfach nirgends die Klamotten, die er gerne möchte, also lässt er sie selbst anfertigen. Dass da vermutlich auch ein ökonomischer Aspekt dahinter steckt ist gut möglich, aber nötig habens die bestimmt nicht.. Morning Glory allein verkaufte sich 15 Millionen und Be Here Now allein in der ersten Woche 700’000 mal.

    7. #7 Lie In The Sound

      18:50 Uhr, 19.3.2009, Link

      @Mark: Mutet eh wie ne Realsatire an… am Ende narrt uns der gute Liam nur :-D

    8. #8 the aeschli

      00:14 Uhr, 20.3.2009, Link

      ich muss bernd halbwegs recht geben:
      würde eines der vorgestellten modelle wirklich etwas bringen, würden sie mehrfach angewandt und kommerziell betrieben und einiges prominenter vertreten sein.
      als einmalige geschichte oder möglichkeit für zwischendurch taugen sie sicher, aber das wars dann vermutlich auch, als wirklich zukunftsweisen scheint sich keines zu bewähren
      sozusagen alle „modelle“ funktionieren nur, wenn entweder eine bekannte band dies macht oder eine kleine band genügend beachtung von armadas enthusiastischer journalisten findet…

    9. #9 Dominique Marcel Iten

      08:27 Uhr, 20.3.2009, Link

      Ich sehe die Zukunft im Verkauf von verschiedenen Musikabos, ähnlich dem eines Magazins.
      Je nach Abo variiert dann auch das Angebot.
      Das hiesse, ein billigeres Abo von 10 Fr. pro Monat beinhaltet den Download von beispielsweise 4 Tonträgern, einer gewissen Anzahl von Singles, und ein oder zwei Samplers.
      Je nach Abopreis steigt dann natürlich auch das Angebot, wobei gerade der Anreiz der höheren Angebote durch exklusive B-Sides, Videos etc. oder Konzertkartenverlosungen gewonnen wird.
      Das war meine Schlussfolgerung, als ich vor drei Jahren eine Diplomarbeit darüber geschrieben habe.
      Damals kannte ich zwar das Radiohead Modell noch nicht, aber das finde ich unter uns gesagt überhaupt nicht so revolutionär, wie das uns die Medienwelt glauben machen wollte.
      ..
      So oder so, die Zukunft liegt im Downloadbereich. Aber auch die Vinyl Platten erleben einen zweiten Frühling, warum es nicht verwundert, dass wieder mehr Bands ihre Alben auch als LP veröffentlichen.

    10. #10 David Bauer

      09:53 Uhr, 20.3.2009, Link

      Ich glaube nicht, dass die Zukunft im Downloadbereich liegt. Ein Musikfile hat schlicht keinen Wert, der den Besitz sonderlich attraktiv machen würde. Ich glaube, wir werden sehr bald sehen, dass sich Streamingangebote durchsetzen und Downloads weitgehend verdrängen (etwas Eigenwerbung: in der kommenden SonntagsZeitung hat es ein spannendes Interview dazu drin).

      Daneben werden physische Tonträger weiterhin in Nischen existieren. Und hier glaube ich, ist Kreativität seitens der Bands und Labels gefragt. Ich glaube deshalb nicht, dass all die genannten Experimente nur PR-taugliche Experimente ohne Zukunftspotenzial sind.

    11. #11 Dominique Marcel Iten

      10:38 Uhr, 20.3.2009, Link

      Gerade eben wegen Mp3 Player denke ich, dass Downloads nach wie vor gefragt sind.
      Aber die Zeit wird es zeigen David, die Zeit wird es zeigen.

    12. #12 David Bauer

      11:07 Uhr, 20.3.2009, Link

      MP3-Player werden in der Nutzung deutlich zurückgehen, sobald Streamingangebote und günstige Datenflatrates im Mobilfunk Tatsache sind. Meine Prognose.

    13. #13 the aeschli

      18:53 Uhr, 20.3.2009, Link

      das denk ich auch, in diversen städten kommt das gratis-internet, ich mag mir gar nicht ausrechnen, wie es in 5-10 jahren aussieht.
      und wenn ich dann mit meinem handy oder einem erweiterten mp3-player den ganzen tag z.b. last.fm oder die neuesten songs meiner myspace-friends als stream hören kann gratis, die neusten empfehlungen von freunden usw, dann bin ich skeptisch, ob es dann noch so viele „illegale“ downloads gibt, ob noch so viele sounds verkauft werden usw.
      ich kann mir auch vorstellen, dass „radio“ durch diese technischen möglichkeiten in 5-10 jahren ganz anders aussehen kann als man sich heute vorstellt

    14. #14 Wolfgang Senges

      10:57 Uhr, 26.3.2009, Link

      [Hab meinen Kommentar der Einfachheit halber von netzwertig.com rüberkopiert, Kommentare zu den Kommentaren folgen noch.]

      Hm, interessant. Ist aber – wie in einem Kommentar von „bernd“ drüben bei 78s erwähnt – nur eine Sammlung von Ideen. Die Ideen sind Elemente/Komponenten von Strategien, deren Zusammenspiel in einem Geschäftsmodell münden kann.

      Btw, ansonsten pflichte ich „bernd“, dem Kommentator bei 78s gar nicht bei. Gerade als Musiker sollte man sich Gedanken um neue Modelle machen und darauf eingehen. Und es betrifft nicht nur Musiker oder Künstler im Allgemeinen. Wenn *ich* persönlich Services anbiete, schaue ich auch zunächst darauf, etwas Kostenloses anzubieten. Gefällt dies dem Kunden, ist er ggf. gewillt, tatsächlich Geld für den Mehrwert einer originären Leistung zu zahlen, die individuell auf ihn abgestimmt ist und nicht so einfach irgendwo erhältlich ist. Ich habe weniger Produktionskosten als Musiker, muss jedoch bei Kundenbesuchen/Reisen und meiner eigenen Hardware zzgl. ISP etc. ebenfalls in Vorleistung treten.

      Zum Thema Geschäftsmodell: Ja, Gratismusik oder „Pay what you want“ ist natürlich ein Schritt. Das Wichtigste ist, eine Hörerschaft zu generieren. Um dies zu tun, muss man verschiedene Aktivitäten starten. Man muss die Leute involvieren, dann kann es sein, dass sie sich mit Euch identifizieren. Auf der Basis ist es wahrscheinlich, dass mit der Größe der Zuhörerschaft die potenzielle Anzahl von Käufern darunter wächst.

      Diese wollen nun einen echten Anreiz haben zu kaufen. Etwas, was *kein* BitTorrent liefert. Auch das gehört zum Geschäftsmodell, denn dieses sollte das Marketing (Gratismusik) und den Weg zum echten Gewinn sowie den Gedanken „Wie mache ich meine Vorleistung wett?“ einschließen.

      Zwei kleine Lesetipps (nicht ganz uneigennützig): 1. Michael Masnick’s Case Study zu Trent Reznor (ich hoffe, dass Masnick’s aktualisierte Version von Anfang dieser Woche noch ins Web findet). 2. Andrew Dubber’s Blog. Insbesondere sei hier auf sein (kostenloses) ebook „The 20 Things You Must Know About Music Online“ verwiesen. Ende April sollte dies in Deutsch vorliegen. Umsonst, auf meiner Site, in meiner (von Andrew abgesegneten) Übersetzung. ;-) Bin auch auf Twitter: @WolfgangSenges

    15. #15 Wolfgang Senges

      11:43 Uhr, 26.3.2009, Link

      @Steven Morrys: Hört sich gut… werde ich mir mal anschauen. Da Du GEMA & Co erwähnst… Schon mal an CreativeCommons oder Jamendo gedacht?

      @the aeschli: Lies Dich mal durch Site und Buch von Andrew Dubber. Und frag vielleicht mal bei Julian von Georgia Wonder aus UK an. Sie gehen eben den Weg, den ich grob beschrieben hab (oben). Kostenlose Musik, Generieren von Hörerschaft, verkaufen, jetzt ein Award. Nett ist auch die Idee, die *gleiche* Musik teilweise gleichzeitig umsonst und gegen Geld anzubieten.

      @Dominique Marcel Iten: Da ist (insgesamt) was Wahres dran. Wichtig v.a.: Man nicht alles über einen Kamm scheren. Es gibt nicht DIE Lösung (z.B. beim ISP eine Gebühr bezahlen und dann alle Musik „kostenlos“ laden. Da stellt sich die Frage – wie werden die Royalties verteilt (um nur einen Punkt zu nennen). Technologie und Internet im Allgemeinen bieten im Zusammenspiel mit Globalisierung eine ziemliche Fülle von Möglichkeiten. Und es ist abhängig von Musikrichtung zu Musikrichtung, von Künstler zu Künstler etc, welche Möglichkeiten genutzt werden. Ebenso, wie sich Online- und Offline-Verkäufe ergänzen und wie auch Vinyl weiter in Ehren gehalten werden kann.

      @David Bauer: Nischen, korrekt. Wirf mal einen Blick in Chris Anderson’s Buch „The Long Tail“. Mit den Nischen werden im Web die höchsten Umsätze gemacht. Siehe auch Dubber’s eBook, der ein gutes Beispiel liefert. Die höchsten Umsätze macht Amazon mit Büchern, die außerhalb der Top100, vermutlich Top1000 liegen. Die Summe der Umsätze der Top100 liegt weit darunter. Offline-Händler können das nicht bieten – begrenzte Kapazitäten. Das trifft umso mehr auf digitale Musik zu, die nahezu keine physische Kapazität beansprucht. Online-Retailer wie iTunes können theoretisch alle Titel der gesamten Musikgeschichte anbieten, ohne jemals ausverkauft zu sein. Daher verhilft das Web Vinyl dann zu auftrieb, wenn bspw entweder on-demand produziert wird, oder wenn LtdEds die Verluste aus Gratisdreingaben reinholen. Ach ja, und Download spielt sehr wohl eine Rolle. Wenn man sich nur mal darauf besinnen würde, dass verschiedene Formate anzubieten die bessere Lösung ist. MP3s neben WAV oder FLAC. Das ist das Minimalprodukt. Der Anreiz zum Kauf muss über zusätzliche Angebote kommen, wie aufwändige Verpackung, limitierte Ausgaben, Vergünstigung bei Konzerten oder Belohnungen, falls man das Produkt in angemessener Zahl absetzt. Kreativität ist wichtig.

      Nochmal @David Bauer: Der Verkauf von Audio-Playern wird durch unterschiedliche Fakturen wieder anziehen. 1. In Kürze werden sie durchweg Internet-fähig sein. Man muss nur einen Blick auf die Handys werden. Die Tarife müssen angepasst werden, ja; sonst ist es zu teuer. Neben dem Download ist dann übrigens auch Streaming auf den Player möglich. 2. Der weitere Schub kommt mit vollständiger FLAC-Kompatibilität. Nicht alle werden’s brauchen, viele aber wünschen – und es gibt eine neue Zielgruppe: Die älteren Qualitäts-Verwöhnten, die andererseits zu bequem sind, um Vinyl zu verwenden.

      Puh, das war’s.

    16. #16 Thomas G.

      12:58 Uhr, 26.3.2009, Link

      Nehmt euch im Hinblick auf Vermarktung von Musik doch ein Beispiel an der Volksmusikgruppe „Amigos“. Wir reden nicht über Musikrichtung, es geht um Vermarktung. Die Jungs waren 30 Jahre auf Tour, ohne grossen Erfolg. Von den Medien wurden sie nicht beachtet. Seit etwa 1 Jahr sind sie fast jeden Abend im WerbeTV. Dort kann man für 49,00Euro ihre CDs bestellen.Klar, darauf ist kein „Hit“, woher sollte der auch kommen.
      Und jetzt dürfen sie auch TV Auftritte absolvieren.
      Letztlich liegt alles am Geld. Ein Direktvermakter von Musik, kein Major Label, pumpte hier Geld in das Projekt. Nun läuft es.
      Ergebnis: Viel Geld in die Werbung investieren, anders geht es nicht. (Vergleich: Tokio Hotel, eine NoName Schülerband mit 250.000 Euro Werbetat. Zitat Plattenboss: „Sowas kann kein Privatmann finanzieren, das geht nur mit der Musikindustrie“)

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