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  • Trummers dunkle Seite

    Von    |   10. Februar 2009   |   0 Kommentare

    Der Frutiger Singer-Songwriter Trummer hat in Amerika die berndeutsche Sprache für sich entdeckt. Nun ist er mit seiner zweiten Mundart-CD zurück. Im Interview spricht er über sein „blaues Album“.

    Einmal berndeutsch, immer berndeutsch?
    Trummer: Ja. Es sei denn, ich kriege Lust, ausserhalb der Schweiz wieder etwas zu probieren. Dann hätte ich genügend Songs für zwei englischsprachige Platten auf Vorrat. Ich kann mir momentan zwar nicht vorstellen, eine englische Trummer-Platte aufzunehmen, die nur in der Schweiz erscheint. Aber ich habe gelernt, niemals nie zu sagen.

    Du schreibst aber noch englische Songs?
    Nein. Ich habe etwa vor zwei Jahren zum letzten Mal einen englischen Text zu einem Song geschrieben.

    Ist es auch nie vorgekommen, dass du eine Melodie hattest und dass deiner Meinung nach dazu ein englischer Text besser gepasst hätte, als ein berndeutscher?
    Doch. Ich habe 15 Jahre lang Songs in englisch geschrieben und nur drei Jahre Übung beim Verfassen von berndeutschen Texten. Das spüre ich ab und zu, wenn ich Sätze forme. Für mich ist etwas vom wichtigsten, dass die Texte die Leute erreichen.

    Interessant ist ja, dass du deine Muttersprache während eines längeren Aufenthaltes in den USA für deine Musik entdeckt hast. Spielte da Heimweh eine Rolle?
    Nicht unbedingt. Ausschlaggebend war die Erfahrung, wie Leute reagieren, die die Songs verstehen. Dadurch hat sich auch meine Perspektive beim Schreiben verändert. Man wird subtiler, wenn man davon ausgehen kann, dass man verstanden wird. So konnte ich mir das plötzlich auch auf Berndeutsch vorstellen. Auch die Gemeinschaft im „East Village“, wo ich meistens war, spielte eine grosse Rolle. Die haben teilweise wöchentlich einen neuen Song an die „Open-Mic-Veranstaltungen“ gebracht. Das waren Songs, die manchmal nur die Leute verstanden haben, die regelmässig in dieser Szene verkehrten. Lieder die wirklich zum Leben gehören können, so was wollte ich zuhause auch.

    Dieses „Open Mic“, eine offene Bühne für Musiker, hast du aus den USA nach Bern gebracht. Wie kams dazu?
    Solche Veranstaltungen gabs in der Schweiz schon in anderen Städten. Aber ich war überzeugt, dass Bern das auch haben muss. Das empfand ich in Amerika als super Chance. Ich bin in Bern im Café Kairo jeweils als Moderator und Gastgeber dabei. Die Plattform gibt Musikern die Möglichkeit, regelmässig vor Leuten zu spielen und Dinge auszuprobieren.

    Dein neues Album „Dr ganz Wäg zrügg“ sei dein blaues Album. Wie darf man das verstehen?
    Der Maler Gefe, der mein Cover gemalt hat, spielte eine extrem wichtige Rolle. Als ich ein Bild von ihm gesehen habe, wusste ich, wie meine Platte werden muss. Das Cover, das er mir gemalt hat, ist wirklich perfekt. Ich wollte, dass es eine Szene zeigt, die draussen ist, weit weg ist und die in der Nacht spielt. Meine letzte Platte war eher heimelig. Diese ist etwas dunkler.

    Deine Mundart-Debut hast du als „Wohnzimmer-Indie-Folk“ angepriesen. Dieses Wohnzimmer ist nach wie vor vorhanden – auch wenn das Cover in eine andere Richtung deutet?
    Ich habe dieses Mal sogar noch mehr Songs zuhause aufgenommen, als auf dem letzten Album. Die neue Platte ist roher und härter – aber nicht in einem rockigen Sinne. Sie ist weniger gemütlich. Im letzten Winter bin ich im Auto spätabends durchs Death Valley gefahren und während dieser Autofahrt spürte ich, was für eine Platte ich machen wollte. Sie musste so klingen, dass ich sie auf dieser Fahrt hören konnte.

    Trummer – Dr ganz Wäg zrügg erscheint am 13. Februar bei Chop Records.

    Bild: Claudia Komminoth

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