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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • Animal Collective: 11 von 10 Punkten

    Von    |   6. Januar 2009   |   2 Kommentare

    Am Freitag kommt „Merriweather Post Pavilion“ in die Läden. Animal Collective-Fans erwarten eine Erleuchtung, Kritiker das Album des Jahres. Beide kommen auf ihre Rechnung.

    Animal Collective gehören zu den wenigen Bands, denen es gelingt, den Horizont des aufgeschlossenen Musikhörers zu erweitern, obwohl bereits alle erdenklichen Genres erfunden und miteinander vermischt worden sind. Anfangs versuchte die Popjournaille die Grenzüberschreitungen der Amerikaner unter den hilflosen Begriff Freak-Folk zu fassen, doch schnell wurde deutlich, dass diese Band schlichtweg unfassbar ist. Dies beweist das achte Album von Animal Collective aufs Neue.

    Am 9.1. veröffentlicht das vorübergehend zum Trio geschrumpfte Quartett Merriweather Post Pavilion, benannt nach einer Openair-Bühne in Columbia, vor der David Portner (aka Avey Tare), Noah Lennox (aka Panda Bear) und Brian Weitz (aka Geologist) als Teenager The Grateful Dead huldigten. Die Erwartungen haben sich im Vorfeld ins Unermessliche hochgeschaukelt, doch Animal Collective vermögen sie offenbar einzulösen. Pitchfork gab die Beinahe-Höchstnote 9.6 und das Uncut-Magazine jubelt in einem 5-Sterne-Review: „One of the landmark American albums of the century so far“.

    Strengste Sicherheitsvorkehrungen und der unermüdliche Einsatz des Web-Sheriffs konnten nicht verhindern, dass das Album noch im alten Jahr geleaked ist. Heute haben die Sicherheitsfachkräfte von Domino endlich auch 78s ein Promo-Exemplar übergeben, nachdem sie mich mit verbundenen Augen in einen Hochsicherheitstrakt gefahren hatten. Und nun sitze ich also hier, irgendwo in den Katakomben der Musikindustrie, habe tatsächlich etwas Angst vor dieser mutmasslichen Über-Platte und drücke mit pochendem Herzen Play.

    „If I could just leave my body for a night“, singt Avey Tare ins erste Ambientflirren hinein. Plötzlich bricht der Klangvulkan aus, das Bewusstsein erweitert sich und die Synapsen sind ganz Ohr. Der kaleidoskopische Trip führt durch den verwunschenen Garten von „In Flowers“, hin zu den rauschenden Wasserfällen von „My Girls“, hinein in den Dschungel von „Guys‘ Eyes“, hinaus in die Steppe zum „Lion In A Coma“. In „Summertime Clothes“ geht man mit den Beach Boys surfen, torkelt zu „Also Frightened“ in den Weltuntergang und träumt sich mit „Daily Routine“ auf den Mars, wo „Brother Sport“ gerade die Charts toppt. So muss Pop im intergalaktischen Radio klingen.

    Oder in Atlantis, denn die Produktion mutet so submarin an als wäre das Album in einem U-Boot aufgenommen worden. Die Bässe von Geoglogist wummern gedämpft im Ocean of Sound und die Synthesizer von Avey und Panda lassen blubbernde Blasen aufsteigen, während ihre Stimmen wie exotische Fische durchs Wasser gleiten. Man könnte ewig da unten bei ihnen in der Schwerelosigkeit bleiben, doch der Sauerstoff reicht nur für 55 Minuten. Erleuchtet entsteigt man dem Wasser und ist zunächst etwas verwirrt darüber wieder einen Körper zu haben.

    Für einmal ist die Musik grösser als der Hype. Wer Animal Collective als Schamanen abtut, dem gehen spätestens jetzt die Argumente aus. Wer sie nicht kennt, findet eventuell den Zugang. Wer die Band liebt, wird sie fortan vergöttern. Ein Meilenstein der Neo-Psychedelia.

    > Album-Stream

    > Animal Collective live: 10.3. Fri-Son, Fribourg / 11.3. Schüür, Luzern

    2 Reaktionen

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