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  • Dr. Pop, sind Popstars die neuen Präsidenten?

    Von    |   5. November 2008   |   0 Kommentare

    Die US-Präsidentschaftswahlen haben es aufs Neue bewiesen: Pop und Politik haben mehr gemeinsam als die Anfangssilbe. Sind Popstars die Politiker der Zukunft?

    Tony Blair und Bill Clinton haben es vorgemacht. Wo sie nur konnten, schüttelten sie Popstars die Hände, dudelten auf dem Saxophon oder klimperten auf der Gitarre. Doch beide, Blair und Clinton, schienen immer mehr Fans als Stars zu sein. Ganz anders Obama: Auf seiner Welttournee zeigte er sich als ein Publikumsmagnet, von dem die Anziehungskraft eines Popstars ausgeht. Die ganze amerikanische Pop-Prominenz stellte sich hinter ihn, als wäre er einer von ihnen. Und tatsächlich: Obamas juvenile Leidenschaft obsiegte über die republikanische Nüchternheit.

    Besonders stark war das Engagement für den neuen Präsidenten in der amerikanischen HipHop-Szene. Man könnte behaupten, Obama habe dem dekadenten MTV-HipHop sein politisches Gewissen zurückgegeben. Doch auch Rockstars wie Conor Oberst und Altstars wie Stevie Wonder stellten sich hinter den demokratischen Kandidaten. Sogar The Grateful Dead kamen Obama zu Ehren nochmals zusammen. Pop wählt offenbar einstimmig demokratisch. Warum eigentlich?

    Pop steht tendenziell links, weil er die Möglichkeit einer besseren, sprich gerechteren Welt in sich trägt – a change is gonna come. Aus der revolutionären Gegenposition zum politischen Establishment, die Pop in den 60ern und Punk in den 70ern vertrat, wurde spätestens mit dem ersten Live-Aid-Konzert ein vernünftiges Engagement für eine faire Welt, das bereit war, mit der Politik zu kooperieren. Pop und Politik gingen fortan Hand in Hand: Festivals und Sampler gegen Rassismus und für Afrika, engagierte Musiker wie Bono oder Michael Stipe – Political Correctness gehört für den Popstar von heute zum Pflichtenheft.

    Wieso also nicht in Zukunft ausrangierte Popstars wie Mick Jagger oder Paul McCartney zum britischen Premierminister machen? Oder Madonna zur ersten amerikanischen Präsidentin? Schliesslich kennen erfahrene Popstars kein Lampenfieber, wissen wie man die Massen emotionalisiert und die Wahlkampfsongs könnten sie gleich selbst schreiben.

    Doch auch wenn das Sex-Appeal und die popkulturelle Kompetenz von Obama bei der Wahl eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat, dürfte es so weit nicht kommen. Denn Pop und Politik passen letztendlich eben doch nicht zusammen: Politik argumentiert, Pop fantasiert. Musiker denken mit der rechten Gehirnhälfte, Politiker mit der linken. Pop kann politisch sein, aber nicht politisieren.

    > Fragen an Dr. Pop, den Briefkastenonkel von 78s, bitte an: dr.pop(ät)78s.ch

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