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  • Matthew Herbert: Protestsongs am Broadway

    Von    |   8. Oktober 2008   |   0 Kommentare

    Matthew Herbert ging zum zweiten Mal mit einer Bigband ins Studio. Herausgekommen ist ein durchgeknalltes Broadway-Musical mit subversivem Anspruch. Das klingt anstrengend und das ist es auch.

    Eigentlich wollte Matthew Herbert die Samples für sein neues Album im britischen Parlament einspielen. Die Erlaubnis dazu wurde ihm jedoch nicht erteilt, was Herbert als Beleg für die politische Macht der Musik nahm. Ein Geräusch hat nun doch den Weg aus Westminster auf „There’s Me And There’s You“ gefunden: Ein Streichholz, das angezündet wird.

    „There’s Me And There’s You“ ist das bislang deutlichste politische Statement von Matthew Herbert. Es ist ein Protestalbum, das sich gleich selbst als solches outet: „We, the undersigned, believe that music is still a political force of note and more than the soundtrack to overconsumption“, heisst es auf dem Cover, auf dem die Mitglieder der Matthew Herbert Big Band unterschrieben haben.

    Neben den Texten, die sich um Macht im Allgemeinen und den Irakkrieg, Folter, Diktatur, Kapital und Medien im Speziellen drehen, sind es vor allem auch Herberts subversive Samples, die dieses Album mit unzähligen politischen und gesellschaftlichen Referenzen aufladen: Diesmal benutzte der für seine Klangobsession berüchtigte Brite unter anderem Sargnägel, Kondome, Flacons von Britney Spears‘ „Curious“-Parfüm und Kreditkarten als Geräuschquellen.

    Doch zur Musik, die keineswegs so leichtverdaulich ist, wie Herberts letztes Album „Scale“: Dominiert wird „There’s Me And There’s You“ von der Matthew Herbert Big Band, der Londoner Sängerin Eska Mtungwazi sowie eine einem 27-köpfigen Chor. Das einstündige Epos nimmt mit „The Story“ einen fingerschnippenden Auftakt, auch „Pontificate“ kommt noch recht süffig daher, doch dann entwickelt sich das Album mehr und mehr zu einer nervenaufreibenden Achterbahnfahrt durch plärrenden Bigband-Swing, schräge Sound-Collagen und balladeske Momente. Man wird das Gefühl nicht los, dass dieses theatralische Auf und Ab zwischen laut und leise am Broadway besser aufgehoben wäre als in den eigenen vier Wänden.

    „There’s Me And There’s You“ ist ohne Frage die ambitionierteste Protestplatte aller Zeiten. Sie zu hören ist jedoch ähnlich anstrengend wie Adorno zu lesen. Ein Album, das manchen Herbert-Fan überfordern dürfte.

    > Auf der Microsite zum Album gibt es einen Gratis-Download von „The Story“ und ein Interview mit Herbert über „There’s Me And There’s You“.

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