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  • Zwei Jahre im Strobo (sind vermutlich genug)

    Von    |   7. Oktober 2008   |   1 Kommentar

    Seit gut einem Monat ist Soulwax’s „Part Of The Weekend Never Dies“ DVD/CD im Handel. Diese dokumentiert in aufregenden Bildern ein rauschendes Stück gerade (v)erlebter Musikgeschichte.

    Mit „Part OF The Weekend Never Dies“ (PIAS/Musikvertrieb) haben sich Soulwax nicht bloss ein Denkmal, sondern auch einen notwendigen (wenn nicht gar überfälligen) Wendepunkt gesetzt. Anfang November feiern sie in Mexiko den letzten Gig ihrer intensiven über zweijährigen Tour. Wie die Belgier inzwischen bekannt gegeben haben, werden sie sich danach daran machen, wieder ein „konventionelleres“ Album aufzunehmen (hier und hier nachzulesen).

    Technisch und stilistisch brilliant fliessen und flackern Bild und Sound während James Murphy (LCD Soundsystem), Tiga, die Ed Banger Belegschaft und viele andere musikalisch ähnlich Gesinnte das Phänomen Soulwax interpretieren. Der Film zelebriert das Zuviel-Des-Guten, das auch schon „Nite Versions“ und „Most Of The Remixes…“ gross machten, aber auch in einem gewissen Zwielicht erscheinen liessen.

    Einerseits sind ihre Produktionen der-Wahnsinn-schlechthin, andererseits wirkt gerade das euphorisch Ansteckende, dieses ewig Orgastische auf die Dauer monoton, einfallslos und ermüdend. Bestes Beispiel ist ihr jüngster Remix von „Hey Boy, Hey Girl“ von den Chemical Brothers: ein Brüller für jede Fete, aber nix, wirklich gar nix Neues, nicht mal ein Quentchen Innovation…

    Erst vor dem Hintergrund, dass sich diese sehr Club/Dance-orientierte Phase von Soulwax nun dem Ende zu neigt, gewinnt die 70minütige überinszenierte Selbstbeweihräucherung deutlich an Wert. Mit „Part Of The Weekend Never Dies“ haben Soulwax und Regisseur Saam Farahmand einen faszinierenden Moment der Musikgeschichte stilgerecht festgehalten, deuten aber auch die Schattenseiten des Lebens im Strobo an. Zynische Anklänge und Kommentare finden sich zwischen den Zeilen der audiovisuellen Sprache. Beispielhaft dafür ist Stephen Dewaele Blick, wie er müde und kritisch zugleich durch die frühmorgendlichen Clubospähren hindurch ins Leere zielt.

    Für mich persönlich fasst „Part Of The Weekend Never Dies“ so die Entwicklung und den Höhepunkt eines Musikphänomens der letzten Jahre zusammen. Die Grenzen zwischen dekadent angehauchten, szenisch-coolem Clubleben und der Massenhysterie schweisstreibenden Stadiumrocks wurden niedergerissen. Soulwax hat diesen Übergang wie keine zweite Band live umsetzen und nun auf ebenso brilliante Weise in Bild und Ton festhalten können.

    Ich freu mich schon darauf, mir den Streifen alle fünf, vielleicht alle zehn Jahre wieder anzusehen, mir diesen Teil des Weekends wieder zu vergegenwärtigen…

    Tiga über den Soulwax Remix von Justice – Phantom Pt. 2

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