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  • Everlast: Johnny Cash of Hip-Hop?

    Von    |   19. September 2008   |   0 Kommentare

    Vor ihm ist nichts als Dunkelheit. Die Augen hat er geschlossen, hinter einer Brille versteckt. Nachdenklich blickt Everlast in die Dunkelheit – in die gleiche Leere, von der Jahre zuvor Johnny Cash auf dem Booklet zu „American IV“ umgeben war.

    Everlast

    Auf seinem neuen Werk „Love, War, And the Ghost of Whitey Ford“ (Pias/Musikvertrieb) nähert sich Everlast, der massige Sänger mit Wurzeln im Blues und Hip-Hop, aber nicht nur optisch an den „Man In Black“ an.

    Nicht selten wird Everlast als Johnny Cash des Hip-Hop gehandelt. Diesem Vergleich gibt Whitey Ford, wie der frühere House-of-Pain-Frontmann auch genannt wird, auf seinem aktuellen Album wieder Nährstoff. Er hat den „Folsom Prison Blues“ von Cash neu eingespielt und mit Elementen aus „Insane In the Brain“ von Cypress Hill verschmelzen lassen. Das funktioniert. Sehr gut, sogar – der tiefen und dunklen Charakterstimme sei Dank.

    Doch „Love, War, And the Ghost of Whitey Ford“ lebt nicht nur von dieser Nähe zu Cash. Der Grammy-dekorierte Everlast setzt erneut auf ruhige Songs im Stile von „What It’s Like“ oder „Ends“, mit denen er vor zehn Jahren weltweite Erfolge feiern konnte. „Anyone“ und „Stay“ sind solche Balladen, in denen seine Stimme besonders zum Tragen kommt und in denen die Streicher-Arrangements, die auf dem ganzen Album präsent sind, ihre Wirkung speziell entfalten.

    Inhaltlich verarbeitet er auf „Naked“ das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen. Auf „Kill the Emperor“ rechnet er unmissverständlich mit dem US-Präsidenten ab und „Letters Home From the Garden of Stone“ erzählt die berührende Geschichte eines von Gewissensbissen geplagten Soldaten, der in den Krieg zog und einen Brief an seine Familie schreibt – der Song ist unterlegt von schweren Beats, die den Inhalt verstärken.

    „Love, War, And the Ghost of Whitey Ford“ bietet mehr Blues, mehr Folk und mehr Rock als Everlasts Hip-Hop-lastiges letztes Studioalbum. Keine Frage, Whitey Ford ist endgültig zurück. Kritischer als je zuvor, und gut wie zu besten Zeiten.

    Everlast live: 29.11. Les Docks, Lausanne und 30.11. Schützenhaus, Zürich.

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