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  • Der Bible-Belt rockt. All The Saints vs. Kings of Leon

    Von    |   18. September 2008   |   9 Kommentare

    Die Kings of Leon werden von den Medien als die aktuellen Heilsbringer des Rock’n’Roll gepriesen. Was an langweiliger Rock-Musik interessant sein soll, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Aber es gibt noch Hoffnung in der Welt von „Jesus-Rock“.

    Ich weiss, ich setze mich in die Nesseln mit der Aussage, dass die Kings of Leon einfach nur zum Gähnen sind, denn sie sind beliebt, bei Musikhörern und Medien. Röhrlijeans, der „Son of a preacher man“-Aspekt und der in Westeuropa exotisch anmutende Südstaatenrock machen sie interessant. Aber für mich sind die Kings of Leon einfach die etwas coolere Kelly Family, die weniger bigotte Version der Jonas Brothers oder eine Band, mit der sich U2-Fans auch mal eine junge Band ins CD-Regal stellen können und vor der Freundin prahlen können: „Schau, die werden mal ganz Gross“. Da mag er Recht haben, denn wie die „Weltwoche“ schreibt, sind die Kings of Leon wohl bald in diesen Dimensionen anzutreffen.

    Die Begeisterung für die Band aus Nashville erklärt sich damit, dass sie eine Spielart beherzigen, die irgendwo zwischen U2, The Strokes, The Black Crowes und den Allman Brothers liegt. Eine betächtliche Spannweite. So Mainstream wie möglich und so Indie wie nötig. So ist man auch für Tageszeitungen relevant, bekommt kräftig Promo und kann so Fans aus allen Lagern mobilisieren. Die Stromlinienförmigkeit ist jedoch der Nachteil, wenn man eine Sympathie-Schlampe ist.  Und genauso hören sich für mich die Kings of Leon an.

    Wenn schon Southern Rock und Musik aus dem religiösen (Assoziations-)Umfeld dann bitte gleich All The Saints. Die sind zwar keine Familie und haben auch keinen Priester als Vater, dafür gehen sie „the saints way“. Und da kommt ja bekanntlich das Gute her.  Während die Kings of Leon mit „Sex on Fire“ mit niederer Minne kokettieren, ist bei All The Saints durch die erhitzten Radiowellen Sex und Feuer schöne Realität.

    All The Saints wurden zuweilen schon als Oasis-Shoegazer, Metal-Radiohead oder das fehlende Glied zwischen Space-Rock und Grunge, zwischen Sprititualized und Soundgarden, gepriesen. Das Trio aus Atlanta soll also irgendwie die eierlegende Wollmilchsau sein, das musikalische Glied zwischen England und den USA. Ähnlich wie die Kings of Leon also. So grausam Welt-vereinend sind sie natürlich nicht. Ihr Noise-geschwängerter Drone-Rock ist aber sehr catchy vorgetragen und rockt die Wände weg und hat abgesehen vom Bandnamen nichts mit den religiösen Anspielungen, die hier gefallen sind, zu tun.

    Ach ja: Was mein Unverständnis gegenüber den allgegenwärtigen Kings Of Leon-Sympathien angeht: Das liegt natürlich nur an mir.

    > Kings Of Leon „Only By The Night“ ist glaub ich schon erhältlich, und sonst auch nicht weiter schlimm.

    > All The Saint „Fire on Corridor X“ erscheint im November.

    All The Saints – Sheffield
    [audio:http://brainwashed.com/common/sounds/mp3/all_the_saints-sheffield.mp3]
    All The Saints – Fire On Corridor X
    [audio:http://brainwashed.com/common/sounds/mp3/all_the_saints-fire_on_corridor_x.mp3]

    9 Reaktionen

    1. #1 flo

      19:43 Uhr, 18.9.2008, Link

      ganz schön gewagte statements. mir gefallen die kings of leon sehr gut (neuste scheibe kenne ich noch nicht), jedoch finde ich den vergleich mit U2 ein bisschen weit hergeholt. jedem das seine. «fire on corridor x» von all the saints ist grossartig. danke für den tipp.

    2. #2 deus

      13:29 Uhr, 19.9.2008, Link

      hehe Mathias, du wagst dich aufs offene Schlachtfeld heraus =)
      Ich verstehe nicht, wieso Bands auf einmal immer dann skeptisch betrachtet werden, wenn eine breite Öffentlichkeit gefallen an ihr findet.
      Fakt ist doch ganz klar: Die Kings Of Leon sind schlichtweg eine grossartige Band mit grossartigen Songs. „Because Of The Times“ war nicht nur DAS Melancholie Album 2007, es fand bei mir immer wieder den Weg in den Plattenspieler (wie auch bei vielen meiner Freunde). Die Songs sind schlichtweg einfach „sackstarch“. Da ist es doch, excuse my french, scheissegal wie sie jetzt aussehen oder welche Bands man bei ihnen als Inspiration hinein interpretieren möchte.
      Und dass die Leute IMMER irgendwelche „Bindeglieder“ suchen müssen, beweist für mich, dass den Journalisten langsam die kreativen Artikelideen ausgehen.
      Dass du das mit dem Priester als Vater herziehst…ich meine das erwarte ich vielleicht von einem Rockstar oder so…ihr Vater ist ja schon länger kein Priester mehr.
      Und nebenbei hat ihr Erfolg damit wohl gar nichts zu tun, sondern vielmehr damit, dass sie nun mal eben gute Musik machen.
      Ich habe die Kings of Leon bisher 5 Mal gesehen, und jedes Mal hats mich umgehauen (und zwar einiges mehr umgehauen als all die anderen Hype-Darlings, von denen auch ihr ab und zu einige als den heissesten Scheiss herausposaunt).
      Und naja…das mit der Sympathie-Schlampe…wie gesagt, wieso muss das schlecht sein? Hauptsache die Musik stimmt und berührt.
      Das scheinen viele leider oft zu vergessen.
      Insbesondere Musikjournalisten..
      Finde ich persönlich sehr schade

      Im Weiteren: Danke für den Tipp mit den All The Saints. Klingt gut, das Zeug =)

    3. #3 Mathias Menzl

      13:58 Uhr, 19.9.2008, Link

      Sie müssen fast grossartig sein, weil sie grossartig geschrieben werden. Ich wollte einfach mal schauen, ob sich jemand findet, der sie auch nicht mag, wie ich. Sorry, aber ich finde den Zugang einfach nicht. Call me Banause.

    4. #4 deus

      14:14 Uhr, 19.9.2008, Link

      Grossartig geschrieben werden sie in der breiten Öffentlichkeit ja erst seit kurzem.
      Zuvor waren sie ja nur in den Fachmagazinen beliebt. Und das, weil ihre Musik wirklich toll ist.
      In Berichten wie solchen zeigt sich einfach, dass Objektivität und Verständnis in der heutigen Zeit offenbar nichts mehr gelten.
      Denn die eigene Abneigung gegen eine Band kund zu tun ist das eine, aber so wie du das in deinem Artikel gemacht hast…das hat meiner Meinung überhaupt nichts mit Musikjournalismus zu tun.
      Rein gar nichts.
      Erinnert mich eher an einen Blick Artikel…mit all den Stereotypischen Klischeebehandlungen (Pfarrerssöhne, Südstaatenrock und Rörlijeans).
      Aber du siehst, wir haben da geteilte Ansichten =)

    5. #5 David Bauer

      15:33 Uhr, 19.9.2008, Link

      Objektivität ist ein grosses Wort. Objektive Musikkritik gibt es meiner Ansicht nach nicht. Nur gut argumentierte Meinungen.

    6. #6 Mathias Menzl

      15:38 Uhr, 19.9.2008, Link

      ich bin auch kein musikjournalist, ich bin blogger ;)

    7. #7 stöff

      16:52 Uhr, 19.9.2008, Link

      Wirklich witzig: ich bin genau der U2-Fan, der seit 2002 Kings Of Leon-CD’s kauft und seiner Freundin sagt: „Die werden mal ganz gross!“ So geschehen letzten Sonntag, als NZZ am Sonntag und Sonntagszeitung über die Kings berichteten und meine Freundin meinte: „Du, sind das nicht DIE, die du so gut findest?“
      Der U2-Vergleich ist sicher nicht sooo weit her geholt. Seit die Kings 2005 mit U2 auf Tour waren, hat sich ziemlich viel The Edge in das Gitarrenspiel geschlichen (was man auf dem letzten, einfach grossartigen Kings-Album „Because Of The Times“ sehr gut hört.

      Warum die Kings grossartig sind? Originelle, frische Songs, virtuos gespielt. Und der Sänger hat einfach eine geile Stimme.

      Ich bin zwar absolut nicht der gleichen Meinung wie der Autor – aber es war witzig zu lesen.

    8. #8 magenta

      17:39 Uhr, 19.9.2008, Link

      Das wirkliche Tragische bei Kings of Leon ist ja, dass der Sänger wirklich die obergeilste Stimme hat, wie stöff ganz richtig bemerkt (ich krieg jedes Mal kleine Kätzchen, wie der bei The Bucket herumgluckst), aber die Band mit dieser Stimme einfach nichts Spannenderes anzustellen weiss. What a waste.

    9. #9 deus

      13:41 Uhr, 20.9.2008, Link

      @David: Und die guten Argumente hab ich ein wenig vermisst =)
      @Mathias: ..da muss ich dir wiederum Recht geben. Lasst uns wieder fröhlich sein :)

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