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  • Micah P. Hinson: Und alles wird gut

    Von    |   4. September 2008   |   1 Kommentar

    Singer/Songwriter gibt’s bekanntlich wie Muscheln am Strand, Micah P. Hinsons Schale aber wurde vom Leben besonders heftig umspült und eigentümlich geformt. Auch sein drittes Album gehört in die Vitrine eines jeden Sammlers.

    Micah P. HinsonWenngleich von der Presse breitgetreten, kommt man nicht umhin, die Lebensgeschichte von Micah P. Hinson kurz aufzurollen: Aufgewachsen im texanischen Kaff Abilene, blieb ihm als friedliebender Skater kaum was anderes übrig als Dope zu rauchen, auf LSD zu trippen und – Gitarre zu spielen.

    Allerdings geriet er immer tiefer in den Sumpf, wurde Schmerzmittel-süchtig bis zur Rezeptfälschung, landete im Knast, ging pleite, verlor sämtliche Besitztümer, erlitt Herzbruch und lebte auf Kosten des Vaters im Motel. Mit musizieren auf ausgeliehenen Instrumenten hielt er sich seelisch über Wasser, bis sein Debut „…And The Gospel of Progress“ 2004 erste positive Schlagzeilen machte.

    Des Unheils aber nicht genug: Eines Nachts wurde aus dem spassigen Anrempler eines Freundes ernst und ein verschobener Rückenwirbel machte Micah fortan das Leben zur Hölle, und der chronische Schmerz trieb ihn erneut in die Abhängigkeit. Unter dem Einfluss von Opiaten entstanden die Aufnahmen fürs zweite Album „…And The Opera Circuit“ (2006) sitzend, mit der Unterstützung zahlreicher Freunde, die zum Krankenbesuch ihre Instrumente mitbrachten.         

    Zwar spielt Hinson inzwischen selbst mehrere, doch das stärkste Instrument bleibt seine markante Stimme, die entgegen der schmächtigen Erscheinung männlicher kaum sein könnte, und die doppelt so alt klingt als seine erst 27 Lenzen vermuten liessen. Nach Operationen mit Komplikationen rehabilitierte er sich nur langsam und erhielt erst mit der Anfrage des hochkarätigen Produzenten John Congleton (Explosions in the Sky, Black Mountain, Antony and the Johnsons) den entscheidenden Motivationsschub zum kürzlich erschienen „…And The Red Empire Orchestra“.

    Klar strotzen auch die neuen Songs nicht gerade vor Fröhlichkeit, seine melancholisch-sehnsüchtige Americana scheint aber hoffnungsvoller und weniger schmutzig als in der Vergangenheit. In „Dyin‘ alone“ brummt er zwar „I’m not afraid of suffering or the pain, i’m just afraid of dyin‘ without findin‘ you“, muss aber doch keine Angst mehr haben, denn Ende letzten Jahres hat seine Freundin einen live on stage gestellten Heiratsantrag angenommen. Auch dank ihr hat er wieder Vertrauen ins Leben gefasst: „I find myself ready to take on the world again, and show them what I have up my sleeve“.      

    >> Am 18. Oktober kann man sich im El Lokal (ZH) und am 19. im Treibhaus (LU) überraschen lassen, was Hinson so alles aus dem Ärmel schüttelt.

    Beim grossen Bruder unseres 78s-Soundsystems Luisterpaal kann man sich das ganze neue Album als Stream anhören, hier gibt’s mal zwei Müsterchen: 

    Micah P. Hinson – Sunrise over the olympic mons
    [audio:http://www.box.net/shared/static/k6on18xz01.mp3]
    Micah P. Hinson – I keep havin these dreams
    [audio:http://www.fileden.com/files/2007/11/26/1608785/I%20Keep%20Havin%20These%20Dreams.mp3]

    Eine Reaktion

    1. #1 Walter Schuch

      17:10 Uhr, 30.11.2008, Link

      Gute Männer sind rar…
      Gute Musiker gibt es in großer Schar…
      Schöne Frauen kommen gern…
      Schöne Musik schon von fern…
      Mehr und mehr… weiter und weiter…
      liebe Menschen mögen das sehr…
      …und alles wird gut… !!!

      W.S.

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