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  • „Roskilde rocks! This is the best festival in the world“

    Von    |   13. Juli 2008   |   6 Kommentare

    …krächzte Neil Young am Samstagabend von der Hauptbühne des 38. Roskilde Festivals. Das könnte hinkommen.

    Nick Cave

    Das Roskilde Festival bedeutet Festival-Extremsport: Fast zweihundert Bands auf sieben Bühnen in vier Tagen, das sind gegen 12-Stunden Musik täglich und Interessenskonflikte á gogo (CocoRosie oder Nick Cave? Mogwai oder Santogold?) inmitten eines Gewusels aus juweniler Individualität und einem Sprachwirrwarr aus skandinavischem Kauderwelsch, viel Englisch und gelegentlichem Deutsch.

    Neben der Reizüberflutung am Laufmeter tut der übliche Bier-Konzert-Bier-Pissen-Essen-Bier-Konzert-Bier-Teufelskreislauf und der Rotwein im Tetrapack sein Übriges, dass das einwöchige Festival selbst bei so wolkenlosem Himmel wie in diesem Jahr an die Substanz geht. Der Exzess fordert seinen Tribut: Alkoholleichen liegen im Staub und Sonnenbrandopfer unter Bäumen, an die gestern noch uriniert wurde.

    Radiohead

    Ob Tennisspieler in Björn-Borg-Kostümen oder eine fünfzighändige Jamsession auf Abfallmulden um vier Uhr morgens – am Roskilde Festival scheint alles möglich. Dass das Non-Profit-Openair nicht im Chaos ausartet, ist eine eine logistische Meisterleistung. 25000 Freiwillige kümmern sich um die feiernde Meute, rund 67000 Besucher waren es dieses Jahr. Anstehen musste man trotzdem kaum je und ins Gedränge kommt man selbst an Konzerten von Publikumsmagneten nicht. Die Veranstalter haben aus dem 2000er Pearl Jam-Desaster gelernt, bei dem acht Menschen ums Leben kamen.

    So blieb Raum genug, um die Musik zu geniessen: Grinderman und Radiohead boten Stadionrock vom Feinsten und auch Band Of Horses sorgten laut Ohrenzeugenberichten für Gänsehaut. Liars, Efterklang und Black Mountain waren allesamt auf druckvolle Weise solid, erstere spielten jedoch auf zu kleinen, letztere auf einer zu grossen Bühne. Brilliant wie eh und je wüteten die Osloer Impro-Grössen Supersilent. Die dänischen Choir Of The Young Believers zählten zu den wenigen Überraschungen. Von ihrem epischen Pop wird man bestimmt noch hören, spätestens wenn die Kopenhagener im September ihr Debut veröffentlichen.

    Black Mountain

    Am meisten abgegangen wurde wohl bei Girl Talk, der wie ein Schimpanse hüpfend ein Medley aus den Hits seiner Generation mixte. Gnarls Barkley waren nicht übel, den wahren Soul aber gab es bei Solomon Burke, der den Ärger, mit Various Productions eines der Electronica-Highlits zu verpassen, vergessen liess. Der Vater von 21 Kindern nahm auf einem goldenen Thron sitzend die Seelen des gerührten Publikums auf den Schoss und wir alle dachten uns: What a wonderful world. Ebenso ausgelassen brüderlich war die Stmmung beim nach Norwegen emmigrierten US-Hobo Seasick Steve, der im Norden eine lebende Legende zu sein scheint.

    Natürlich gab es auch einige Enttäuschungen: Yeasayer konnten die Mystik ihres Debuts nicht auf die Bühne zaubern, My Bloody Valentine wirkten hinter ihren turmhohen Gitarrenwänden etwas museal, auch wenn sie in Sachen Lautstärke selbst die Doublebassgewitter von Slayer in den Schatten stellten, und Bonnie Prince Billy ertrank am Sonntagabend im schlechten Sound, während die ersten Regentropfen seit einer Woche fielen.

    Danke Petrus, tack Roskilde!

    > Fotos by Trailergirl

    6 Reaktionen

    1. #1 schuhlöffel

      23:10 Uhr, 13.7.2008, Link

      takk heisst’s.

    2. #2 jdw

      08:01 Uhr, 14.7.2008, Link

      falsch, es heisst tak!

      tack ist schwedisch. und das was schuhlöffel meint ist isländisch…

    3. #3 Ralph Hofbauer

      08:44 Uhr, 14.7.2008, Link

      tak(k). skandinavisches kauderwelsch, sag ich ja.

    4. #4 Ellen van Hoogevest

      14:35 Uhr, 14.7.2008, Link

      Jaaa Roskilde ist toll!! Bin ich ganz eurer Meinung aber was ist mit Rock Werchter. Dieses Festival ist auch sehenswert. Aber eben alles Geschmackssache ;-)

    5. #5 ray gamma

      14:51 Uhr, 14.7.2008, Link

      das programm vom roskilde festival war meiner meinung nach auch schon attraktiver. deshalb bin ich dieses jahr nach werchter gepilgert; ein super festival! tolle stimmung, geile bands aber leider schlechtes essen ;)

    6. #6 ehemalige plebserin

      15:32 Uhr, 17.7.2008, Link

      Schliess mich dem Gamma an, nach viermal Roskilde hab ich mich dieses Jahr für Werchter entschieden – eindeutig besseres Programm. Werchter hat gerockt! Und das Essen ist echt Scheisse! :D Selbst die Fritten lassen zu wünschen übrig! Vielleicht nächstes Jahr wieder, Roskilde. Takk schreibt man übrigens auch in Norwegen so.

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