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  • Gavin Rossdale: Selbstverwirklichung oder kommerzielles Kalkül?

    Von    |   4. Juli 2008   |   27 Kommentare

    Eben noch in Wimbledon in Roger Federers VIP-Loge, jetzt schon auf 78s – und erst noch nackt: Gavin Rossdale.

    Gavin Rossdale aka Mr. Gwen Stefani, hat sein erstes Solo-Video veröffentlicht, zur Single „Love Remains The Same“. Genauso wie der Song typisch Bush Gavin Rossdale ist, ist auch das Video so, wie man’s vom immerleidenden Beau kennt.

    Ganz nackt wie angekündigt ist er nicht, also eigentlich schon, weil unter der Dusche, bloss sieht man ihn halt nur vom Bauchnabel aufwärts. Aber bei Gavin Rossdale war es schon immer so, dass er nie ganz das gehalten hat, was man sich von ihm versprochen hat. Don’t blame it on us.


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    Das Album, übrigens, „Wanderlust“, ist gut. Etwas eintönig auf die Dauer, weil Rossdale fast alle Songs ähnlich aufbaut. Aber für alte Bush-Fans macht das trotzdem noch was her.

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    27 Reaktionen

    1. #1 drone

      11:48 Uhr, 5.7.2008, Link

      also das klingt wie ein song von einem music-/pop-/superstar gewinner.
      ganz tief unten. ganz schlecht.

    2. #2 peter

      15:52 Uhr, 5.7.2008, Link

      könnte auch von burrell sein, der song, klingt derart auf radio getrimmt. ganz schlimm und auch wenn ich bush nie wirklich super fand waren die doch noch 1000x besser als dieser schrott hier.

    3. #3 David Bauer

      10:22 Uhr, 6.7.2008, Link

      Man muss Rossdale/Bush ja nicht gut finden, aber so schlecht ist es nun auch wieder nicht. Das Radio ist ja nichts verwerfliches. Und dass er klingen würde wie ein Musicstar-Gewinner, das gilt wohl eher umgekehrt. Die Produzenten da versuchen an Erfolgreiches in diesem Genre anzuknüpfen – und dazu gehört unter anderem Bush/Rossdale. Ein bisschen mehr Argumente müssen schon her, wenn man Rossdale schlecht machen will…

    4. #4 jdw

      21:30 Uhr, 6.7.2008, Link

      radio ist nichts verwerfliches, songs die extra fürs radio produziert werden hingegen schon. hier ist alles nach schema x, die akkordfolgen, die melodien, der schreckliche pathos in der stimme. dazu ein sound ohne jegliche ecken und kanten, der song klingt wie jeder andere radiosong. da hatte bush nun wirklich mehr zu bieten, david!

    5. #5 David Bauer

      22:47 Uhr, 6.7.2008, Link

      diesen pathos, ja, er ist bisweilen ziemlich schrecklich, hatte der gute mann immer schon in der stimme, ich kann mir nicht vorstellen, dass er das absichtlich macht, um mehr mainstream zu sein. und bush war ja immer auch zu mindestens 95% rossdale, da wurden dann die melodien einfach noch ein bisschen rockiger umgesetzt. aber das prinzip war dasselbe. ich steh dazu: ich mochte bush und ich mag auch diesen rossdale-solo-kitsch.

    6. #6 David Bauer

      22:48 Uhr, 6.7.2008, Link

      ist aber eigentlich noch eine interessante frage: sind songs, die extra fürs radio produziert werden schlimmer als songs, die extra, sagen wir, für die punkszene produziert werden?

    7. #7 drone

      11:30 Uhr, 7.7.2008, Link

      finde beides schlimm.
      musik sollte for the sake of it gemacht werden.
      das ist hier nicht der fall. und ja, das stimmt, das war bei bush wahrscheinlich nie der fall. da find ich, hast du recht, david. fand bush auch toll NUR: ich bin mittlerweile 10 jahre älter, kenne 700 bands mehr und bush ist mittlerweile nicht viel mehr, als eine begleitmusik zu ein paar schönen erinnerungen an zelten, kiffen und hacky-sack spielen.
      für nostalgie fühle ich mich aber noch zu jung.
      darum: ob mit oder ohne rock, gavin ist schon lange weg von meinem fenster..

    8. #8 Gabriella

      12:27 Uhr, 7.7.2008, Link

      Ganz ehrlich gesagt haut mich Wanderlust nicht vom Hocker, aber mit Sicherheit nicht schlechter als was sonst so aus dem Radio schallt.
      Sixteen Stone war einfach ein super Album, kann ich auch jetzt noch hören und ich muss sagen die Energie die Bush bei Live-Gigs hatten, da können sich einige der Bands die ich auf dem Download Festival sah ein Stück abschneiden.
      Ich arbeitete in den 90ern für einige US Magazine und machte diverse Interviews mit Bush, in den USA waren die absolute Superstars (der Durchbruch von No Doubt kam auch erst nachdem sie Support von Bush waren), aber wirklich immer ganz erfreulich auf dem Boden der Tatsachen geblieben, keine Höhenflüge oder die Arroganz die einige Bands an den Tag legten die inzwischen nur noch ganz dumpfe Erinnerung sind, die Jungs konnten über sich selbst lachen, was unheimlich sympathisch ist.
      Ich versteh den ganzen Hass nicht und warum es so angesagt ist alles zu zerfetzen was Gavin macht. Musik „for the sake of it“ – naja, gehst du in die Arbeit „for the sake of it“ oder um Geld zu verdienen? Wieso sollte ein Musiker denn nicht verdienen wollen, wenn er seinen Job macht? Ich habe Artikel auch nicht „for the sake of it“ geschrieben, klar machte es Spaß, aber nur vom Spaß hätte ich mein Studium nicht finanzieren können.

    9. #9 David Bauer

      12:44 Uhr, 7.7.2008, Link

      @drone
      Ich habe nie gesagt, dass Bush nicht Musik „for the sake of it“ gemacht hätten. Du unterstellst, dass alle, die kommerziell (potenziell) erfolgreiche Musik machen, dies nur genau darum tun, eben um erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen. Wetten, dass es Künstler gibt, denen halt genau diese Mainstream-Musik gefällt und sie sie deshalb machen? Rossdale hat wohl ziemlich ausgesorgt und ist an dem Punkt, wo er definitiv die Musik machen kann, die ihm gefällt. Und ihm gefällt halt offensichtlich sowas wie „Love Remains The Same“.

    10. #10 Gabriella

      13:22 Uhr, 7.7.2008, Link

      Zum Thema komerziell, Bush waren sehr von der amerkianischen Rockmusik beeinflusst, als englische Band bekamen sie keinen englischen Plattenvertrag da sie eben nicht den damals kommerziell erfolgreichen Britpop machten, die englische Presse zerriss Bush in der Luft, da sie es wagten als Briten amerikanisch beinflußten Grunge Rock zu spielen.
      Sogar in den USA hatten sie massive Probleme, die Plattenfirma weigerte sich 16 Stone zu veröffentlichen, da sie glaubten es wäre nicht kommerziell erfolgreich, erst als die Band es schaffte, dass K-Rock Everything Zen spielte war die Nachfrage so groß, dass die Plattenfirma das Album veröffentlichen musste, weshalb Cover und Booklet auch etwas improvisiert sind.
      Eine Band die im Minibus durch die USA tourte und wirklich innerhalb von 2 Wochen von kleinen Club Gigs zu Stadien wechselte, ich weiss nicht ob man da behaupten kann es war „kommerziell geplant“.

      Zu Love Remains the Same, ich glaube das hat wohl viel mit dem Sohn und dem Baby zu tun, dass im August zur Welt kommt. Wenn die Leute Kinder kriegen werden sie halt etwas sentimental und pathetisch. Ich denke mal nicht er hat sich hingesetzt und gesagt „So, ich mache jetzt ein etwas seichteres Album, verkauft sich vielleicht besser….“

      Ich lebe inzwischen in GB, hier scheint es echt ein Volkssport zu sein alles was Gavin Rossdale macht schlecht zu finden, er ist halt immer noch der „Verräter, der sich weigerte Britpop zu machen“

      Der kleine Gig den er in der Londoner Underworld spielte war absolut klasse, aber wirklich 90% Bush und ganz wenig vom Solo-Album.

    11. #11 David Bauer

      15:35 Uhr, 7.7.2008, Link

      Gavin Rossdale wird jetzt sowieso eingebürgert in der Schweiz, so wie der sich gestern für Roger Federer ins Zeug gelegt hat…

    12. #12 Gabriella

      15:51 Uhr, 7.7.2008, Link

      Wenn er schon in dessen VIP Lounge sitzt, ich glaube es ist ganz normal bei einem Match seinen Kumpel anzufeuern.

      Nader/Federer war aber auch eines der besten Tennis Matche die ich seit langem gesehen habe. Abgesehen vom Können sind die 2 auch was fürs Auge, was „Bobbele Becker“ ja nie war.

    13. #13 drone

      16:08 Uhr, 7.7.2008, Link

      hey, haben meine beiträge so hasserfüllt geklungen?
      das wollte ich nicht,
      ich schliesse mich auf der Sachebene ganz klar Mr. JDW an.

      „…hier ist alles nach schema x, die akkordfolgen, die melodien… dazu ein sound ohne jegliche ecken und kanten…“

      für mich gibt’s da nix schön zu reden.

      klar geh ich nicht zur arbeit for the sake of it.
      aber hello gabriella, wieviele bands/musiker machen musik for the sake of it und verdienen kaum was bzw. müssen einem Brotjob nach?
      viele.
      und genau die sind mir sympathisch.
      und nach sympathisch mache ich einen grossen PUNKT.

    14. #14 David Bauer

      16:15 Uhr, 7.7.2008, Link

      Drone, du schreibst aber immer noch am Punkt vorbei, selbst wenn du einen grossen ebensolchen machst…Die Frage ist nicht, ob dir und jdw die Musik gefällt, sondern ob das, was du behauptest, wirklich stimmt. Nur weil alles nach Schema X gemacht ist, heisst das nicht, dass Rossdale das aus reinem Geschäfts-Kalkül heraus macht, wie du unterstellst. Ich bleibe dabei: Er macht das so, weil es ihm gefällt. Also for the sake of it. Dass er damit auch noch Geld verdient, ist schön für ihn, aber nicht sein Problem.

    15. #15 Gabriella

      17:34 Uhr, 7.7.2008, Link

      Drone, ist ja super wenn dir die sympathisch sind, wunderbar, stellt sich nur die Frage ob deine Sympathie denen ausreicht oder ob sie nicht auch die Miete zahlen müssen wie jeder andere und dann irgendwann aufgeben…
      Wenn die Musik umsonst machen, dann heisst es aber doch noch lange nicht, dass die Musik auch automatisch gut ist? Wenn diese Musiker die Chance hätten damit Geld zu verdienen, glaubst du nicht die täten das lieber heute als morgen? Von deiner Sympathie können sie sich wirklich kein Mittagessen kaufen.
      Und wie gesagt, eine Band die in miesen Hotels schlief, in kleinen Clubs spielte, Instrumente selbst trägt, etc. ich glaube denen kann man nicht unbedingt aufdrücken „Haben die nur fürs Geld gemacht!“ Wenn die dann mal richtig Geld damit verdienen, dann neide ich denen das auch nicht, ich glaube für jeden Musiker der es schafft sind einfach 1000 die es nicht schaffen.

      Selbst wenn es aus Kalkül gemacht wäre, ich verstehe nicht was daran schlimm sei – es sei denn natürlich, du bist soviel besser und arbeitest umsonst aus reinem Idealismus – jeder Handwerker, jeder Arzt, jeder Maurer oder Klemptner will von seiner Arbeit leben, wenn die Musik gut ist und Zuhörer findet sehe ich da gar kein Problem. Ich sehe das ganz pragmatisch, wenn es ein Publikum findet hat es Existenzberechtigung, wenn es kein Publikum findet geht es ohnehin unter.

      Ich musste oft Künstler interviewen wo mir die Musik nicht gerade gut gefallen hat, aber ich sah meine Rolle eigentlich nicht darin anderen vorzuschreiben was sie gut oder schlecht finden sollen, wenns gut gemacht war hat meine Meinung da wenig zu suchen, ich versuchte da einfach meinen Geschmack vorzulassen und objektiv zu sein, und ganz ehrlich, es interessiert auch die meisten Leser nicht wieviele Takes ein Song brauchte, die interessieren sich eher dafür was ein Musiker zu sagen hat, wie er als Mensch so ist.

      Wenn dir ein Album nicht gefällt, dann kauf es doch einfach nicht – deinen Aussagen nach dürftest du das ohnehin nicht tun, da dir Musiker nur dann sympathisch sind wenn sie keinen Erfolg haben, von denen gibts dann ja auch meistens keine CDs.

      Nur so aus Interesse, die Bands die dir momentan gefallen aber erfolglos sind, was ist denn wenn die Erfolg haben werden? Sind sie dir dann weniger sympathisch und automatisch schlecht?

      Wie gesagt, Wanderlust ist bestimmt nicht ein musikalisches Highlight, es ist gut und solide gemacht, mir persönlich zu eintönig, aber er setzt seinen persönlichen Stil fort und springt nicht auf jedes neue Wägelchen und baut Ecken und Kanten ein um „musikalisch relevant“ zu sein. Er ist ein solider Handwerker, was ich alles andere als unsympatisch finde. Dieses „Art for the sake of art“ Gerede von Bands die sich für zu cool für diese Welt halten, sorry, aber da brauche ich genauso den Kübel wie wenn jemand sagt „My most personal album so far“, das löst den Brechreiz bei mir aus.

      Was ist denn schlecht daran wenn jemand mit seinem Job Geld verdient oder jemand sein Hobby zum Beruf macht?

    16. #16 drone

      19:47 Uhr, 7.7.2008, Link

      @David
      Hast recht, wahrscheinlich gefällt ihm das, was er macht wirklich.

      @Gabriella
      „Wenn dir ein Album nicht gefällt, dann kauf es doch einfach nicht – deinen Aussagen nach dürftest du das ohnehin nicht tun, da dir Musiker nur dann sympathisch sind wenn sie keinen Erfolg haben, von denen gibts dann ja auch meistens keine CDs.“

      Liebe Gabriella, doch von solch kleinen gibt’s CDs, Shirts und alles was dazu gehört. sollte dir das damals in den 90s entgangen sein?
      Ganz viele von diesen flotten Zeitgenossen, touren um die Welt, betreiben Studios, schreiben, verpacken, verschicken, nieten und löten und haben freude, wenn ihre musik gehört wird, sind froh, wenn sie damit geld oder gar einen lebensunterhalt verdienen können, ABER lassen sich in ihrem musikalischen Schaffen nicht von wirtschaftlichem Denken beeinflussen.

      um bei meinen heute so oft zitierten und anscheinend äusserst polarisierenden worten zu bleiben: „for the sake of it“, das heisst, sich einen scheiss drum kümmern, ob’s jemandem gefällt.

      diese einstellung gefällt mir.
      ist das wirklich so naiv?
      und wenn ja, ist es schlimm naiv zu sein?

    17. #17 Gabriella

      20:32 Uhr, 7.7.2008, Link

      @ Drone

      Komisch wie du immer alle Fragen umgehst…

      Ganz deutlich nochmal:

      WIRST DU FÜR DEINEN JOB BEZAHLT?

      Wenn ja, warum dann darüber maulen wenn Musiker auch bezahlt werden?

      Wenn ich mich einen Scheiß darum kümmere ob es jemand gefällt, ganz ehrlich, warum würde ich denn dann CDs brennen oder T-Shirts machen wenn es nicht Marketing ist und der Versuch bekannt zu werden? Also kümmern sich diese „sympathischen Bands“ wirklich nicht darum ob es jemand gefällt?

      Ich will dir nicht ans Bein pinkeln, aber ganz ganz oft machte ich die Erfahrung, die Leute die andere (vor allem erfolgreiche Musiker) so gerne in der Luft zerrissen haben, waren Leute die es selbst nie schafften und aus denen der Neid sprach.

      Woher nimmst du denn bitte die Erfahrung zu sagen „Musiker XY läßt sich vom wirtschaftlichen Denken beeinflussen“ – dazu müsstest du hellseherisch begabt sein, was ich irgendwie nicht glaube. Und ganz im Ernst, ein Musiker ist ein Performer, er unterhält das Publikum, wenn es ihm egal ist ob es dem Publikum gefällt, dann würde er doch gar nicht aus seiner Garage oder seinem Übungsraum klettern.

      Zum Thema Rossdale, jemand der fürs Leben ausgesorgt hat, denkst du der muss nochmal auf Tour gehen wenn er keinen Spass daran hat und die Kohle nicht braucht? 16 Millionen vom Debüt Album verkauft sind sogar bei den nicht so tollen US Verträgen mehr als ausreichend um nie nie wieder im Leben arbeiten zu müssen. Er macht also genau das was deine „sympathischen Bands“ machen, die Musik die er machen mag, OK, dir gefällts nicht, ich glaube er wird deshalb nicht von der Brücke springen.

    18. #18 Gabriella

      20:41 Uhr, 7.7.2008, Link

      PS: Vielleicht etwas persönlich, aber beim 2. Interview mit Bush war ich von der Platte da sich ein Freund das Leben genommen hatte. Ich meinte dann „Sorry, not myself, I try to be professional but a friend of mine commited suicide“ – jede andere Band hätte das mit „I’m sorry“ übergangen, da war es, „You sure you want to do it? Here’s my private mobile number, we can do the interview when you feel better. Is there anything I can do? Would you like to talk about it? I can cancel the next few interviews. Want to go for a walk with me? I found walking helps when you have problems, you are OK?“ Die Frage „Which magazine is this for?“ kam nach dem Interview.
      Ich denke nicht unbedingt die Reaktion von einem Menschen dem Kommerz über alles geht, sondern eher jemand der Mensch geblieben ist.

    19. #19 David Bauer

      21:17 Uhr, 7.7.2008, Link

      Drone, lies mal diesen Text durch, falls du ihn noch nicht kennst: http://www.78s.ch/2008/06/06/die-schweiz-will-nicht-europameister-werden/. Das, worüber wir hier diskutieren, ist ein stets wiederkehrendes Thema auf dieser Seite, wobei normalerweise Schweizer Bands unter die Räder kommen, wenn sie im Verdacht stehen, aus unredlichen Motiven Musik zu machen.

      Ich kann jeden Musikfan verstehen, der gerne Bands hat, die sich voll und ganz der Musik verschreiben und sich nicht darum kümmern, ob sich jemand für diese Musik interessiert. Bloss: 1. Gibt es wirklich Bands, die „nur für sich selber“ Musik machen und nicht wollen, dass jemand diese Kunst wertschätzt? 2. Es ist doch ziemlich anmassend zu urteilen, wer nun seine Musik „for the sake of it“ macht und wer „sich von wirtschaftlichem Denken beinflussen lässt“. Darum auch mein Hinweis darauf, dass Rossdale seine Songs wahrscheinlich nicht fürs Radio, sondern für sich oder seine Fans schreibt. Rossdale kann sich diese Haltung wahrscheinlich sogar eher erlauben als irgendeine Nachwuchs-Indie-Band, die gerne mal im Radio gespielt würde und deshalb vielleicht mal (Sünde!) eine Promo-Cd an einen Sender schickt. 3. Ist es nicht ein natürliches Bedürfnis, mit seiner Passion (sei es nun Musik machen, Fussballspielen oder Schreiben) auch Geld verdienen zu können? Sind nur die, die sich dagegen entscheiden, die moralisch integeren Musiker/Fussballer/Journalisten?

    20. #20 drone

      22:05 Uhr, 7.7.2008, Link

      @ Gabriella
      Hübsche Anekdote, glaube ich sofort, dass das sehr menschliche Typen sind. Waren mir auch immer sympathisch.
      Ich hole das Beantworten deiner Fragen nach, du nachher auch?

      „Wenn die Musik umsonst machen, dann heisst es aber doch noch lange nicht, dass die Musik auch automatisch gut ist?“

      Nein, kann mich nicht erinnern, das gesagt zu haben.
      Ist ihre Musik denn automatisch gut, wenn sie viel Geld dafür bekommen?

      „Wenn diese Musiker die Chance hätten damit Geld zu verdienen, glaubst du nicht die täten das lieber heute als morgen?“

      Doch glaub ich, jedoch nur ohne musikalische Kompromisse.

      „Nur so aus Interesse, die Bands die dir momentan gefallen aber erfolglos sind, was ist denn wenn die Erfolg haben werden? Sind sie dir dann weniger sympathisch und automatisch schlecht?“

      was meinst du mit erfolg? heisst erfolg, von der Musik leben zu können? und was heisst das wiederum genau? durch auftragsarbeiten? als begleitmusiker? non-stop-touren? wg-zimmer? oder mtv crib?

      „Was ist denn schlecht daran wenn jemand mit seinem Job Geld verdient oder jemand sein Hobby zum Beruf macht?“

      Find ich ok. Hab nix kritisiert daran. Kann einfach sein, dass etwas daran nicht zusagt und dann schreib ich das in ein Internet-Forum.

      „WIRST DU FÜR DEINEN JOB BEZAHLT?“

      Ja.

      „Wenn ja, warum dann darüber maulen wenn Musiker auch bezahlt werden?“

      Hab ich nicht gemacht. Würd ich auch nicht. Alte Leier übrigens (siehe auch beim Thema „Neid“).

      „Wenn ich mich einen Scheiß darum kümmere ob es jemand gefällt, ganz ehrlich, warum würde ich denn dann CDs brennen oder T-Shirts machen wenn es nicht Marketing ist und der Versuch bekannt zu werden?“

      Es ist Marketing und es muss raus. Warum: Weil ich stolz darauf bin, es zeigen will, weil die Leute gefunden werden müssen, die es mögen, mir weitere Inspiration, Motivation und Geld geben. Die Musik bleibt davon unberührt.

      „Also kümmern sich diese €œsympathischen Bands€ wirklich nicht darum ob es jemand gefällt?“

      Ich denke bei der Musik nicht, nein.
      ————
      Ich finde eben grad noch viel mehr gefallen am Homo Forthesakeofitus.

    21. #21 drone

      22:14 Uhr, 7.7.2008, Link

      @ David
      den text kenn ich bereits. find den text eigentlich gut, aber ich finde nicht, dass ich auf diesem schweizerischen Hintergrund hier am diskutieren bin.
      frage 1 und 3 von dir hab ich glaub in meinem letzten beitrag schon beantwortet und zu frage 2: ich denke es ist anzunehmen, dass wenn ein major dahinter steht, wirtschaftliches denken eine grosse rolle spielt. im falle rossdale hast du vielleicht recht, wie ich weiter oben geschrieben habe. die produktion wird dann aber noch mal schön abgeschliffen und radiotauglich gegossen -aus wirtschaftlichen Gründen. ich glaube darüber müssen wir nicht diskutieren.

    22. #22 Gabriella

      22:59 Uhr, 7.7.2008, Link

      @ Drone

      Ganz ehrlich ich denke die Bands die das nur „wegen der Musik“ machen würden auch keine CDs brennen oder T-Shirts machen, das ist EGO oder der Versuch Marketing zu machen, wenn das nicht klappt dann ist es halt „Egal wer es mag, wir sind oh so unkommerziell“ auf Deutsch ERFOLGLOS.

      Wie gesagt, wenn ich keinen Erfolg haben will und mir die Reaktion des Publikums egal ist, dann gehe ich nicht auf eine Bühne, es sei denn ich lege eh von Stütze und muss meine Existenz so rechtfertigen, dass ich doch noch ein paar minderbemittelte Groupies abkriege oder die Freundin finanziert mich und ich nenn mich mal Künstler.

      Musik die vom Marketing unberührt bleibt? Nette Idee aber das Wolkenkuckusheim ist als Wohnung eher nicht geeignet.

      Du kriegst Geld für deinen Job, ich kriege Geld für meinen, wir legen alle gerne gut….

      Warum arbeite ich für die BBC und nicht ein Fanzine? Weil ich eine Hypothek hier habe und legen will… Weil ich bei einem kleinen Fanzine vielleicht 10 bis 100 Leute erreiche und nix ändere, bei der BBC wenig ändere aber Millionen erreiche?

      Mein Motto war immer leben und leben lassen, mein Job ist es gute Fragen zu stellen und zu unterhalten, der Job eines Künstlers ist es gute und verkäufliche Kunst zu machen und gute Interviews zu geben.

      Wäre es dir lieber alle Musiker leben in der Tradition von van Gogh und verhungern um ihrer Kunst willen und die Kunsthändler der nächsten Generation verdienen sich die goldene Nase? Ganz im Ernst, da haben lieber die Künstler gleich was von, die zahlen eh genug dadurch, dass sie ihr ganzes Privatleben aufgeben.

      Ich hatte nie die Ambition Kunst zu produzieren, es gibt genug W… die Exkremente für Kunst halten, Unterhaltung hat ebenso eine Daseinsberechtigung, vielleicht sogar mehr, ohne den Pseudo-Anspruch Künstler zu sein. Erschien mir immer wesentlich ehrlicher und weniger gestellt als die Künstler die die Welt nicht versteht aber die zu gut sind den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen.

      Ernsthaft, nach einigen Jahren im Musik-Biz stellt sich bei den meisten Promos die Frage

      1. Mit wem sind die verwandt?
      2. Wer von denen hat den A&R Manager ge….
      3. Welche Drogen hat der A&R geschluckt
      4. Auf welchen Zug will der A&R aufspringen

      Es ist richtig erfrischend selbst wenn es nur ein 2. bis 3. klassiges Album ist, aber der Künstler braucht die Kohle nicht und macht was er will.

      Ja, es gab eine Zeit, in der ich sogar die Post aufriß und gierig neue Releases anhörte. Ich habe heute mit einem alten Kumpel Fuchs-Gamböck telefoniert, wir lieben immer noch Musik, nur irgendwie sind wir etwas desilluioniert. Es geht nicht mehr um Talent sondern um ein Produkt, die Musikindustrie jammert über Einbrüche – na, jahrelang keine neuen Talente gefördert sondern vom Back-Catalogue gelebt…

      In den 90ern waren Nirvana und Bush ein Risiko für die Industrie und es gab Leute die es riskiert haben, sogar Guns’n Roses (auch wenn es mich jetzt noch würgt) waren ein Risiko und haben die Musikszene beeinflusst.

      Momentan wenn ich an die ganzen Bands denke, wer macht da wirklich was neues? Mir fällt niemand ein….

    23. #23 drone

      00:43 Uhr, 8.7.2008, Link

      ich glaube an kompromisslose künstler, man schaue mal in die Kataloge von Touch and Go, Drag City, Domino, Thrill Jockey, Monitor (die Liste könnte noch ewig weiter gehen).
      und für meine Begriffe (und die von tausend anderen), sind da äusserst erfolgreiche Künstler darunter.
      die Frage ist eben wirklich, was man unter Erfolg versteht. sonst kann man ziemlich weit aneinander vorbei reden..

    24. #24 David Bauer

      09:14 Uhr, 8.7.2008, Link

      Drone, in deiner Kernaussage gebe ich dir ja durchaus recht. Ich mag auch keine Künstler, die sich und ihre Musik verbiegen, nur um grössere Aussichten auf kommerziellen Erfolg haben. Und auch ich mag Künstler, die eine klare Idee davon haben, wie ihre Musik klingen soll und sich davon auch nicht durch ausbleibenden kommerziellen Erfolg abbringen lassen.

      Ich finde bloss dein Vorgehen falsch, indem du nämlich urteilst, wer sich nun wie verhält. Natürlich müssen wir nicht darüber diskutieren, ob Musicstar XY nun zur Gattung homo forthesakeofitus gehört. Aber bereits bei Radiohead wird’s schwierig. Machen die ihren Schwurbelsound, den ich übrigens sehr mag, weil sie das unbedingt so wollen oder weil sie mittlerweile wissen, dass sie damit ein grosses Klientel ansprechen. Ich will das gar nicht bewerten, nur zeigen, dass keine klaren Trennlinien möglich sind. Ebenso Rossdale, von dem die ganze Diskussion ja ausging. Du hast dein Argument inzwischen so verschoben, dass du jetzt nicht mehr sagst, er mache seine Songs extra radiotauglich, sondern er lasse zu, dass sein Label das macht. Auch das glaube ich aber nicht. Wenn einer, der ausgesorgt hat, nach 15 Jahren sein erstes Soloalbum rausbringt, dann wird er wohl kaum zulassen, dass sein Label aus seiner Musik etwas macht, das ihm nicht mehr gefällt.

      Ich glaube, man muss einfach akzeptieren, dass Musik for the sake of it nicht bedeutet, dass am Ende gute, spannende Musik dabei herauskommt. Weil jeder Musiker seinen eigenen Geschmack hat.

    25. #25 Gabriella

      12:55 Uhr, 8.7.2008, Link

      David, ich glaube du unterschätzt die Musik-Industrie da, schau dir Rage Against The Machine an, erstes Album super Erfolg, dann liefern sie das 2. ab und Sony lehnte das 3 mal ab (die Plattenfirma kann sagen „Nee, veröffentlichen wir nicht, wir wollen was anderes“ durch die Verträge der Künstler können die dann auch nicht die Plattenfirma einfach wechseln) bis die Evil Empire lieferten, was mehr oder weniger ein Abklatsch des Debuts war.
      Einige der wenigen Bands die einen „guten“ Vertrag mit vollkommen künstlerischer Freiheit hatten war The Cure, und Robert Smith war mit der Plattenfirma so angepisst, als die zum „Listening“ kamen, warf er alle Songs vom Album wo einer der Plattenfirma nur mal mitwippte oder Gefallen zeigte.

      Ich glaube ein Problem der Industrie ist es einfach wie die Verträge aussehen, neue Künstler kriegen im Schnitt eine Platte, sollen ins Studio gehen und aufnehmen, die Firma hat dann die Option auf die nächsten 2 oder 3 Scheiben. Wenn du jetzt also nicht etabliert bist und gerade anfängst, dann machst du was dir Plattenfirma vorschreibt (manche sind etwas liberaler, andere haben total den Daumen drauf) oder du sitzt halt einfach auf einem Album das nicht veröffentlich wird, oder die Plattenfirma hat noch die Optionen auf die nächsten Alben und der Vertrag läuft auf 5 Jahre. Wenn kein Interesse mehr besteht, die Plattenfirma muss dich nicht gehen lassen, also kannst du mal 5 Jahre in den Wind schreiben.

      Die meisten neuen Künstler sind nicht unbedingt in der glücklichen Situation von Rossdale sagen zu können „Die Kohle brauche ich nicht, dann gehe ich halt wieder!“

      Radiohead (persönlich gefallen mir die späteren Sachen nicht mehr so) macht glaube ich wirklich was ihnen gefällt, haben die sich nicht auch wie Pearl Jam mit TicketMaster angelegt? Das erfordert schon Mut und sind finanzielle Einbußen.
      Kennst du eigentlich Embrace? Bruder von Thom, gleiche Stimme aber macht ganz bewusst nicht auf einen Abklatsch von Radiohead und recht konsequent was ihnen gefällt, musikalisch auch nicht unbedingt meine Richtung, aber die Band hat kein Problem damit kleinere Clubs zu touren und die Plattenfirma schluckt das auch, was aber wahrscheinlich doch viel mit dem „großen Bruder“ zu tun hat.

      Auf der anderen Seite denke ich auch macht Erfolg etwas süchtig, schau dir die Stones an, die brauchen die Kohle sicher nicht und in den letzten Jahren wirklich kaum einen Meilenstein der Musik geliefert, aber die machen auch weiter, ich glaube da ist es wohl eher das Ego, obwohl Jagger einer der Musiker ist die auch gerissene Geschäftsleute sind, da wird kein Wasser oder Bier verkauft an dem er nicht verdient, und ich glaube der muss sich um den Lebensunterhalt keine Gedanken machen.

    26. #26 David Bauer

      13:41 Uhr, 8.7.2008, Link

      Ja, Embrace kenne und mag ich, aber das ist nicht die Band von Andy Yorke. Die heisst Unbelievable Truth, ist aber im Moment glaube ich auf Eis gelegt, jedenfalls veröffentlicht Thom Yorkes Bruder nächste Woche ein Soloalbum.

      Ansonsten habe ich ja explizit von Gavin Rossdale gesprochen, der ja, wenn ich das richtig verstehe, einen neuen Vertrag abgeschlossen hat für dieses Soloalbum und tatsächlich die Wahl hatte.

    27. #27 Gabriella

      00:20 Uhr, 10.7.2008, Link

      Kann sein ich habe da was durcheinander gekriegt, dachte aber das wäre Yorke, war mal Hut/Virgin.

      Ich weiss nicht in wie weit Gavin Rossdale eine Wahl hatte, ich weiss es nagt an ihm, dass er immer Erfold in den Staaten hatte und in GB niedergemacht wurde, ich denke mir mal er ist keine Kompromisse eingegangen, aber wer weiss das schon? Die Musik die er macht scheint doch recht weit von der Musik entfernt zu sein von der er sagte sie beeinflusst ihn stark. Wie gesagt, es kann eine Phase seines Lebens sein. Ich finde das Album nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut, die Lyrics finde ich etwas öde, ambivalent und government, oder „gravity like lunar landing“ scheint schon sehr „reim dich oder ich fress dich“ aber obwohl er Dylan schätzt, ich glaube an dessen Fähigkeiten als Songwriter kommt er nicht ran.

      Persönlich würde ich hoffen er überwindet die persönlichen Probleme die er mit Nigel hatte, und die schreiben wieder Songs wie Machine Head

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