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  • Dr. Pop, gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, das die Songreihenfolge von Alben bestimmt?

    Von    |   22. April 2008   |   11 Kommentare

    Wer viel Musik besitzt, der ertappt sich schon mal bei statistischen Auswertungen seiner Sammlung. So kommt es vor, dass man zum Numerologen wird, weil das Lieblingslied auf fast jeder CD die Nummer 7 ist.

    Die Reihenfolge der Songs eines Pop-Albums hat wenig mit Zahlenmystik zu tun. Sie wird in erster Linie durch Marketingkalkül bestimmt: Der Pop-Konsument ist ungeduldig und die ersten drei Songs sind oftmals die einzigen Verkaufsargumente, auf die er sich einlässt. Song eins muss den Hörer unmittelbar anspringen, Song zwei darf dagegen durchaus etwas abfallen, damit das dritte Stück, das der potentielle Käufer im Idealfall schon vom Radio kennt, noch besser klingt. Man kann sich willkürlich ein Album herauspicken – die 1-3-Hitsingle-Formel wird von fast allen eingehalten:
    Rolling Stones – Sticky Fingers: 1) Brown Sugar 3) Wild Horses
    Madonna – Like A Virgin: 1) Material Girl 3) Like A Virgin
    Yeasayer – All Hour Cymbals: 1) Sunrise 3) 2080

    Nach Song Nr. 3 trennt sich dann die Spreu vom Weizen: Entweder es handelt sich um ein Album mit ein paar Hits oder um ein Gesamtkunstwerk. Bei einem solchen ist die Reihenfolge der Songs natürlich nicht Marketingkalkül allein, hier hat die künstlerische Freiheit ein Wörtchen mitzureden. Bei Konzeptalben wird die Songabfolge gar vollends durch die Dramaturgie des Albums determiniert. Ihre unverrückbare Reihenfolge kann nur der Shufflebetrieb aus den Fugen bringen.

    Auf der zweiten Albumhälfte verstecken sich jeweils die heimlichen Hits. Wenn der anfänglich so aufregende Anfang der Platte plötzlich fad geworden ist, erweisen sich diese Stücke als die nachhaltigeren Lieblingssongs. Vielleicht ist es ein Relikt aus dem Vinylzeitalter, dass die allfällige 3. Singleauskopplung fast immer am Anfang der B-Seite, also auf Platz 5, 6 oder 7 platziert wird. Bei Rockbands ist dies oft die Ballade, wie z.B. „Nothing Else Matters“, die Nr. 7 auf dem schwarzen Album. Der Platzierung im Hinterfeld kommt natürlich auch eine Cliffhanger-Funktion zu, die verhindern soll, dass der Hörer die Stop-Taste drückt. Das letzte Stück schliesslich ist oft das längste, wie z.B. „The End“ von The Doors, das – Nomen est omen – einfach am Ende stehen MUSS.

    Es gibt also durchaus Gesetze hinter der Songreihenfolge, doch ob das Lieblingslied nun immer s’Foifi oder s’Sibni ist – hier hat jeder seine eigene Verschwörungstheorie.

    11 Reaktionen

    1. #1 JaWa

      18:51 Uhr, 22.4.2008, Link

      Frage an Dr. Pop: Wenn mein Lieblingslied meistens die Nummer 3 ist, bin ich dann eine Hitschlampe?

    2. #2 Mark

      19:01 Uhr, 22.4.2008, Link

      Meins ist ausserordentlich oft die Nummer 11, gibt’s dazu eine Erklärung?

    3. #3 David Bauer

      19:22 Uhr, 22.4.2008, Link

      Schon haben wir’s wieder: JaWa und Mark geben im Schnitt wieder die glatte 7. Ihr seid also nichts als Ausreisser, die die Regel bestätigen…

    4. #4 mehlkelm

      21:47 Uhr, 22.4.2008, Link

      es gibt diverse alben, die ich regelmässig mit dem zweiten track beginne. pentranntestes beispiel: bright eyes – lift you ears to the story ne andersrum bliblablu

    5. #5 jdw

      22:44 Uhr, 22.4.2008, Link

      naja, bei diesem album ist der erste track ja auch mehr intro als song…

      auf meinen mixtapes landet überdurchschnittlich oft der erste track eines albums (falls dieses kein intro hat), ansonsten glaub ich nicht so an diese zahlenmystik…

    6. #6 Don

      08:55 Uhr, 23.4.2008, Link

      „Dr. Pop, gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, das die Songreihenfolge von Pop-Alben bestimmt?“ Ja, das ungeschriebene Gesetz heisst GEFÜHL. Ob das jetzt das vom A&R oder das der Band ist, ist unterschiedlich.

    7. #7 Dr. Pop

      17:36 Uhr, 23.4.2008, Link

      @jaWa: nein, eine popnutte ;) vielleicht hast du einfach ein gutes gespür für hits. hast du dich schon mal als a&r versucht?

      @mark: kann es sein, dass dir die vorderen stücke einfach immer zu kurz sind und du in den überlangen epischen schlusstracks zuflucht suchst? oder ist die 11 bei dir immer der zweitletzte song? dann hast du vielleicht einfach ein faible für den unnaheliegensten lieblingssong…

    8. #8 Mark

      13:37 Uhr, 26.4.2008, Link

      Wow, du hast’s echt drauf! :)

    9. #9 Chiren

      14:25 Uhr, 17.5.2010, Link

      Ich bin Numerologe und es gibt sehr wohl Gesetze für die Reihenfolge von Tracks auf einem Album.

      1. Track : wirkt wie eine Überschrift.
      2. Track : Enthält häufig einen Widerspruch, mit dem sich das Album beschäftigt.
      3. Track : Beschreibt eine Hoffnung oder Sehnsucht. Drückt Gefühle aus.
      4. Track : Beschreibt den langfristig Wert oder Norm, die dem Album zu Grunde liegt.
      5. Track: Beschreibt eine konkrete Situation, die häufig im Widerspruch zur unter 4 beschreibenen Norm steht.
      6. Track : Beschreibt ein Schutzbedürfnis.
      7. Track : Beschreibt eine Erkenntnis.
      8. Track : Beschreibt das Mittel zur Durchsetzung.
      9. Track : Beschreibt die Utopie oder Traum, der dem Album zu Grunde liegt.
      10. Track : Beschreibt das Ziel der Entwicklung.
      11 hat die Quersumme 2 und hat die Eigenschaften von Track 2.
      Mit dem 10. Track beginnt ein neuer 9ner Block. Nach den jeweiligen Quersummen funktionieren sie ähnlich wie die entsprechenden einstelligen Tracks.

      Nicht immer läßt sich dieses Prinzip erkennen. Meiner Erfahrung nach funktioniert es bei Konzeptalben am besten.

    10. #10 torrez

      13:25 Uhr, 18.5.2010, Link

      ich bin sogar der meinung, dass bei 97,4 % der albem track 3 eine ballade ist.

    11. #11 mejilita

      12:43 Uhr, 4.6.2012, Link

      @Chiren: You are soooooooo right.

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