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  • … oder nennen wir’s lieber Reeperbängen?!

    Von    |   6. März 2008   |   6 Kommentare

    New Rave wurde letztes Jahr innert weniger Monate als Inbegriff eines mediengenerierten Hypes zum Schwimpfwort degradiert. Unter anderem weil die vermeindlichen Urheber ihre eigene Wortschöpfung als ausser Kontrolle geratenen Witz bezeichneten. Ja, dann war ihr Erfolg folglich die Pointe…

    Auf was ich hinaus will, ist, dass obwohl das gehypte Hype-Bashing erfolgreich gewesen zu sein scheint, da das Wort in den Diskursräumen der Musik kaum oder nicht mehr zu finden ist, ich den Begriff als solchen eigentlich doch irgendwie genial finde und ihn gerne rehabilitiert wissen würde.

    Natürlich habe ich eine persönliche Affinität ihn zu mögen, da ich eine Partyreihe namens New Rave Disko Action veranstalte. Deshalb fühle ich wohl auch diesen Drang, den Begriff mal richtig zu definieren. Die Crux dabei ist, wie wir alle wissen, dass man gute Musik nicht bloss auf Sprache und schon gar nicht auf ein einziges Wörtchen reduzieren kann. Die plaktiven Umschreibungen als Dance-Punk oder Genre-Hybrid irgendwo zwischen Alternative/Indie/Songwriting und Elektro/Rave/Techno greifen einfach zu kurz.

    Mir scheint es, als flössen im New Rave wichtige Eigenschaften dreier ebenfalls noch junger Musikströmungen zusammen, die sich unter folgenden Begriffen fassen liessen: 1) Electro Clash, 2) Mash Up / Bootleg und 3) einer gehobeneren und deshalb auch akzeptierteren Remix-Kultur. Diese drei „Quellen“ weisen aber auch schon eine innere Verbundenheit auf, da ihnen allen ein Moment innewohnt, das versucht die Dramaturgien unterschiedlicher Stile miteinander zu verbinden. Im New Rave tritt dieses Moment -meiner Ansicht nach- gestärkt hervor.

    New Rave ist die gelebte Dialektik zwischen Song und Track, zwischem Analogen und Digitalem, zwischen Live-Performance und Konserven-Futter. New Rave ist die fortwährende Entladung eines Widerspruchs. Das Moment ist somit ein oszillierendes, das bewusst als solches inszeniert wird. Das Paradoxe, das Ambivalente dieses fortwährenden Entladungsprozesses steht nun in wunderschöner Analogie zur bisherigen Rezeption seines Begriffes…

    Aber, ja: F.U.C.K. S.E.M.A.N.T.I.C.S. !

    denn eigentlich habe ich Euch diese Herren vorstellen wollen: Saint Pauli, die Remixkönige des Kiez, die schon eine geraume Zeit lang in der Blogoshäre rumstrichstreifen. Der Name ihres Labels ist Programm: NoShitButGeil. Ihre Musik lässt das oben angesprochene Moment fast schon ins Satirische kippen, aber nur fast. Das stromig Heftige á la Edbanger kommt nicht so über-düster rüber, sondern angereichert mit einer raffinierten Art musikalischen Humors, die ihrem Sound zu keinem Zeitpunkt die Coolness streitig macht. Es ist, als ob die Synthies witzeln wollen, während die Bässe munter zum mitstampfen anregen. Irgendwie genial spassig!

    The Floor Is Made Of Lava – Vice (Saint Pauli Remix)
    [audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2008/03/vice-saint-pauli-rmx-extended.mp3]

    Elvis & The Coconut – Baby’s Looking Good (Saint Pauli Remix)
    [audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2008/03/02-babys-looking-good-saint-pauli.mp3]

    6 Reaktionen

    1. #1 stefan84

      21:25 Uhr, 6.3.2008, Link

      also ich finde den hype nicht soooooo schlimm und dafür saint pauli umso geiler!

    2. #2 duli

      15:12 Uhr, 7.3.2008, Link

      ja ich will!..ich will..mmmhh…ja eigentlich einiges. jetzt gerade hätte ich lust auf ein frisches, selbstgemachtes sandwich, obwohl ich weiss, dass der kühlschrank leer steht. na gut, ein kaltes bier wär auch nicht schlecht. mit meinen freunden ne band zusammenwürfeln obwohl niemand wirklich ein instrument spielt (und das alles noch mit elektronischen beats und synthesizern aufpeppen) oder doch lieber ein ruhiges schaumbad?schwere entscheidung.beides klingt toll.
      uuhh..wenns jetzt sommer wär und riesengrosse regentropfen würden ne gänsehaut auf meiner haut hinterlassen..suuper gefühl. aber auch das schaumhäubchen einer „schoggi mélange“ wegsaugen tut gut. oohh..oder in ne saure zitrone beissen..fffssszz!oder noch besser, ne riiisen schüssel voller ice cream mit ner fetten portion schlagsahne und schokosauce essen ohne im nachhinein nschlechtes gewissen zu haben?träum weiter!
      es gibt vieles das ich will..ohh ja..jeder von uns.
      mmhh..wie wärs mit nem wochenende mit freunden in den bergen?den gaanzen lieben langen tag aufm brett stehn (tut man sogar noch was für die figur..nur so nebenbei) und am abend nett eins,zwei (oder gerne auch mehr, man muss ja die am tag verbrauchten kalorien irgendwie wieder an den „mann“ bringen) bierchen kippn gehn!puuh..das klingt doch suuper?wer kommt mit?

      mmhh…klingt ja alles schön und gut..aber eigentlich längts mir schon, wenn ich auf der gl steh‘ XD

    3. #3 Fürchtegott

      18:27 Uhr, 7.3.2008, Link

      Schön, dass sich auch New Rave der Dialektik unterwerfen muss, äh ja…klingt auf alle Fälle sehr philosophisch und wichtig.Gibts nun am Samstag 2 Stunden Hegel referiert?? Oder gibts doch Saint Pauli?:) Ich bin gespannt…

    4. #4 Robin Fürst

      19:35 Uhr, 7.3.2008, Link

      ja das mit dem vollen namen scheint zwar noch nicht so richtig zu klappen. hoffen wir für die drei gewinner, dass zumindest ihre email-angaben korrekt waren…
      also bis morgen beim hegel-bangen zu ice cream

    5. #5 Oli

      23:33 Uhr, 9.3.2008, Link

      Wer hat den Artikel denn geschrieben? Gerade bemerke ich, dass auf allen Seiten „Artikel“ Steht, also heissen alle Autoren „Artikel“ oder gibt es da nur eine / einer die alles schreibt?

    6. #6 David Bauer

      08:34 Uhr, 10.3.2008, Link

      Der Autor steht jeweils in der rechten Spalte.

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