78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

Massiv – Ein Mann, wenig Worte

Von    |   24. Februar 2008   |   9 Kommentare

Massiv wenig WorteDrogendealer, Jugendknast, Gangster, Kanacken, Nutten, Ghetto, Blut, Gewalt und Strasse – das Vokabular von Massiv ist zwar ziemlich limitiert. Dafür stieg der Wahlberliner mit seinem Majordebüt „Ein Mann – Ein Wort“ (SonyBMG) letzte Woche gleich auf Platz 25 der Album-Charts ein.

Im Vorfeld der Album-Veröffentlichung wurde Massiv von unbekannten Tätern angeschossen – zwanzig Minuten später war die Meldung bereits auf seiner Homepage nachzulesen. Er ist nach Fler bereits der zweite Rapper, auf den kurz vor Plattenrelease geschossen wurde.

Seit den Erfolgen von Sido und Bushido scheint in Deutschland jeder einen auf Ghetto zu machen. Nur blöd, dass all den neuen Strassenrappern den Witz von Sido oder die Entertainerqualitäten eines Bushido abgehen. Abgesehen davon klingen die meisten Klone gleich. Gleiche Themen, gleiche Reime, gleiche Beats.

Massiv hatte angekündigt, dass sein „Grosses Album“ keine Strassenplatte werde, was wohl ein schlechter Witz war. „Ich bin ein Kanacke, der vom Messerstechen Narben hat“ und „ich habe mit dem Schweizermesser Autos zerkratzt“, spittet der Pittbull energisch wie gewohnt, aber überrascht dazwischen mit sensiblen Tracks wie „Es Tut Mir Leid“ und „Weisst Du Wie Es Ist“. Oder mit dem warmherzigen Mama, das aber nie die Intensität von Tupacs Dear Mama erreicht.

Der Sohn palästinensischer Flüchtlinge ist momentan die wohl kontroverseste Person im deutschen HipHop. Geliebt und gehasst. Gepriesen und gedisst. Eigentlich ist es ja egal, ob er nun seine Seele verkauft hat oder nicht. Etwas peinlich ist es aber, wenn sich der „multikriminelle Ghettorapper“ auf seinen Tracks ständig wiederholt.

So rappt er auf Wir Sind Kanacken dieselben Zeilen von „vollverchromten Alufelgen“ und „Kanacken mit Aufwärtshaken und Lederjacken“, die er schon auf Sidos Ihr Habt Uns So Gemacht spuckte. Hoffentlich gehen dem „vorbestraften Attentäter, am Oberkörper tätowierten Schläger“ nicht die Worte aus. Massiv hat für Oktober nämlich bereits das nächste Album angekündigt.