Archiv für Januar 9th, 2008

Kick Ass Award: Luzern feiert sich selbst

Soeben hat Radio 3Fach in der Schüür Luzern zum siebten Mal den Kick Ass Award für den besten Song aus der Innerschweiz verliehen. Weiterlesen »


PJ Harvey und John Parish zum 2.

Manchmal finde ich es als Endzwanziger ziemlich erschreckend, dass immer mehr Dinge schon mehr als zehn Jahre her sind. So zum Beispiel auch die Kollaboration von PJ Harvey und John Parish, an die ich mich noch schwach als wunderbar kratzige CD erinnere, die ich 1996 von einem Klassenkameraden ausgeliehen und kratzerfrei zurückgegen habe. Ein eigentlich schöner Brauch, der immer auch ein kleiner Vertrauensbeweis war, aber leider wenige Jahre später durch den CD-Brenner verdrängt wurde. Nun gehen PJ und John demnächst ins Studio, um einen Nachfolger für “Dance Hall At Louse Point” einzuspielen.


King Kong feat. Gimma

Beim 78s-FörderBand hatten sie einen schweren Stand in der Zürcher Gruppe und mussten sich mit dem 4. und letzten Rang zufrieden geben. Nun haben Helicobakter aus Chur ein Video zu ihrem damaligen FörderBand-Song gedreht und weil sie uns so lieb gefragt haben, zeigen wir euch das Video.


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Der erste Teil erinnert entfernt an das hier, nicht?


Hungers Freund

Die vielleicht schönste Frauenstimme der Schweiz? Neues Video von Sophie Hunger zum Song “Leaving The Moon”. Der dazugehörige Film “Der Freund” von Micha Lewinsky hat heute Abend Vorpremiere im Zürcher RiffRaff (ab 17. Januar im regulären Programm in der ganzen Deutschschweiz).


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Rapper mit Witz

Kein Witz. Seit Anfang Jahr geben Rapper wie Necro, Redman oder Olli Banjo hier und hier ihre besten Witze zum Besten. Die Idee dazu hatte DJ Little Maze schon vor einigen Jahren. Erst wollte der Salat-DJ ein Mixtape machen, worauf Black Music Artists zwischen den Tracks Witze erzählen. Aber als Beat Schlatter vor zwei Jahren seine “Witzparade” mit prominenten Schweizern startete, war für Maze die Idee gestorben – und Joke-TV geboren. Und, wer hätte das gedacht: lustigerweise fallen die meisten Rapper-Witze sexistisch echt witzig aus…


Pop am Rhein

Ende der Sechziger-Jahre wurde die Rheingegend um Köln, Düsseldorf und Bonn zum ersten Mal auf der Pop-Landkarte Deutschlands sichtbar. Das Künstlerlokal und -kollektiv Creamcheese, die Filmgruppe X-Screens und natürlich Can brachten eine Bewegung in Schwung, die sich als nachhaltig erwies – in der Form der Toten Hosen wie auch Mouse on Mars, den Musikzeitschriften Sounds und Spex und der Pop-Komm.

Anhand von beiden letzteren genannten “Deserteure”“Berlin-Auswandern” wird schmerzlich dargelegt, dass längst nicht mehr so viel Pop im Rhein fliesst wie auch schon. Eher als Resümee denn als Ausblick versteht sich so die “Pop am Rhein” Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum. Platten, Fotos, Zeitschriften, Dokus und Konzertplakate werden dort als Zeitzeugen des Aufbruchs präsentiert. Wenn auch etwas lieblos gestaltet (da waren wohl die Praktikanten am Werk), ist diese Zusammenführung von Relikten überaus interessant.

Neben der Ausstellung, die noch bis zum 17. Februar dauert, gibt es ein schickes Rahmenprogramm mit Filmen, Konzerten wie der “Further! Die Kreuzfahrt” (Schiff-Schunkelfahrt mit Von Spar, dem Ex-Can Musiker Irmin Schmidt und Air Luiquide) und Lesungen. Das komplette Programm findet sich hier.


Louisville again

Louisville scheint ein Faible für blutjunge Bands aus der Provinz mit Mut zum Krrrrrrch zu haben. Nach Navel aus Erschwil (Solothurn, Schweiz) bringt uns das Berliner Label nun Jolly Goods aus Rimbach (Hessen, Deutschland). Ihr Debüt-Album her.barium mit der famosen Hit-Single Girl Move Away From Here ist im November erschienen, am Sonntag spielen die beiden Schwestern ihr erstes Konzert in der Schweiz im Zürcher El Lokal.

Kissogram, ein anderes Duo aus dem Hause Louisville, gastiert am Samstag im Basler Nordstern mit Elektropop und Hang zum Chanson und orientalischen Rhythmen.

Und hier noch ein kurzes Update aus dem Basler Musikkuchen: Nadia Leonti, Sängerin der unvergesslichen Slo-Mo-Country-Band Shilf, kehrt zurück auf die Bühnen. Mit neuer Band – namentlich Stefan Strittmatter, Flavio Gallacchi (beide Arf), Manuel Neubauer (Sensibelle) und Joel Neuhaus (Welken) – stellt sie am Samstag in der Kaserne Basel ihr neues Repertoire vor.

Die weiteren Konzert-Highlights des Wochenendes:
Donnerstag, Littl’ans / The Parisians, Longstreet, Zürich
Freitag, Chikinki / The Runners, Reitschule, Bern
Samstag, Lôzane’s Burning VIII mit Favez, Ventura, Kruger, Pendleton, Magicrays, Toboggan, Rosqo, Giant Robots u.v.m, Grande Salle de Vennes, Lausanne
Sonntag, Chikinki / The Runners, Albani, Winterthur

Noch mehr Konzertdaten findest du hier.


78s@tages-anzeiger

78s goes Print. Ab heute werden jeden Mittwoch auf der allerletzten Seite der Stadtzürcher Ausgabe des Tages Anzeigers Kurzrezensionen und Konzerttipps von uns zu finden sein.

Heute: Black Mountain und Jolly Goods


Weyermanns zweite Seele

Was vor einem guten Jahr noch schwarz war, erscheint heute weiss. Was sich damals kratzig und sperrig ins Rampenlicht drängte, hält sich nun zurückhaltend und fein im Hintergrund auf. Oder einfach ausgedrückt: Aus schnell wurde langsam und Rocksongs wichen Balladen. Geblieben sind auf dem neuen Album “Wood” (Weyerworks/Musikvertrieb) von Adrian Weyermann einzig sein Sinn für grosse Songs und die fesselnden Melodien, die ihm seit seiner Zeit als Solokünstler anhaften. Ansonsten hat er stilistisch umgekrempelt, was es auf die kalte Jahreszeit hin umzukrempeln galt. Und doch ist “Wood” näher bei seinem Vorgänger “Pool”, als es beim ersten Hören den Anschein machen mag. Die beiden Alben hat Weyermann zum gleichen Zeitpunkt und mit den gleichen Studiomusikern zusammen eingespielt.

Doch welcher Weyermann bringt das musikalische Talent des Künstlers nun besser zum Vorschein? Sind es die Momente auf “Pool”, in denen er “Jimi Hendrix abem Charre gheit isch“, oder sind es die schlichten, “kammermusikalischen” Ausflüge auf “Wood”? Ohne die Leistung auf dem rockigen Werk schmälern zu wollen, aber die Stimmungsbilder, die Weyermann auf dem aktuellen Album zeichnet, lassen keine Zweifel offen: Er blüht dann am meisten auf, wenn er sich in bester Jeff-Buckley-Manier darauf konzentriert, seine Stimme in den Mittelpunkt zu rücken und darum herum ein sanftes musikalisches Gerüst baut. Das intensive “Burning Cold” etwa wirkt herzerwärmend und -zerreissend zugleich, und “Rising” baut nicht zuletzt dank den Cello-Klängen von Martin Tillman einen Turm aus Melancholie und Gefühlen. Und mit “Don’t Look Back” ist auch ein alter Bekannter aus La-Poeta-Zeiten vertreten. Und dieser Song stellt mit seiner Lockerheit und Unbeschwertheit zugleich den grossen Ausreisser auf “Wood” dar.

Wir verlosen zwei vom Künstler signierte Promoalben von “Wood”. Wer eines davon gewinnen will, hinterlässt seinen kompletten Namen in den Kommentaren. Die Gewinner werden morgen benachrichtigt.


Mp3 to go (Little Dragon)

Best-Of-Listen gehen von der anmassenden Prämisse aus, abschliessend und umfassend zu sein. Little Dragon aus Schweden fehlen in vielen dieser Listen (auch in meiner). Ein grosses Unrecht, wie “Twice” beweist.

Little Dragon – Twice

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