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  • 186 Indie-Bands klagen gegen Rolling Stone/Camel

    Von    |   27. Dezember 2007   |   2 Kommentare

    Das Rolling Stone-Magazin und Camel, respektive ihre jeweiligen Inhaber, sehen sich mit Sammelklagen von insgesamt 186 Indie-Bands und einigen Bundesstaaten konfrontiert. Anstoss dazu gab eine Illustration (Bild) in der November-Ausgabe des US-Amerikanischen Musikmagazins „Rolling Stone“ (Link zum Illustrator / Link zu Bild-Ausschnitten auf der Rolling Stone-Seite). Die Illustration vermische redaktionellen und werberischen Inhalt und die Bands seien dafür nicht angefragt worden, lauten die Vorwürfe.

    Die aufklappbare Illustration begleitete eine von Camel gesponserte Kampagne zur Unterstützung von Indie-Rock-Labels und -Bands namens „The Farm“ (Webseite, die mitterweile offline ist). Tönt an und für sich edel, ist es aber nicht, zumindest nicht für alle. Die Gegner formierten sich sodann aus verschiedenen Kreisen: einerseits die Anti-Tabak-Lobby, die sich mit der Kinderschutz-Lobby zusammenschloss. Erstere Klagen die Vermischung von redaktionellem und werberischem Inhalt an, Zweitere die Comix-mässige Aufmachung der Werbung, die in dieser Form in den USA verboten ist. Aufgrund dieser Aufmachung haben mittlerweile verschiedene US-Bundesstaaten eine Klage gegen Camel eingereicht. Eine zweite Gegner-Phalanx formierte sich aus den Indie-Bands, die in der Illustration namentlich aufgeführt werden und dafür nicht um Erlaubnis gefragt wurden. Ausserdem mokieren sie sich darüber, für eine Camel-Promo-Aktion missbraucht worden zu sein. Zwei dieser erwähnten Indie-Bands, Xiu Xiu und Fucked Up, haben im Namen von den anderen 184, eine weitere Sammelklage gegen das Rolling Stone Magazin und Camel eingereicht.

    Camel argumentiert, dass ihr Engagement im legalen Bereich lag. Die aufklappbare Illustration sei ganz klar redaktioneller Inhalt, weise darum auch keinen Hinweis auf das Sponsoring von Camel auf (Link hier). Dieses fände auf einer völlig anderen Magazin-Seite statt (Link hier). Unterstützend gab das Rolling Stone Magazin bekannt, dass Camel nicht im Bilde war, dass es sich bei der Illustration um einen Cartoon handeln würde (in den USA ist Tabakwerbung in Form eines Cartoons verboten), was dem Vorwurf der Vermischung von redaktionellem und werberischem Inhalt somit die Relevanz raubt.

    Im Zuge der Aufregung wird nun die Aktivität von Camel im Indie-Rock-Bereich an sich breiter thematisiert. Camel betätigt sich schon länger im Konzert-Sponsoring und hat so auch zu kostenlosen Spoon-, Flaming Lips oder Dinosaur Jr- Gigs verholfen. Zyniker behaupten, da hätte sich eine Zigaretten-Marke endlich mal die richtige Zielgruppe ausgesucht, denn nirgendwo werde soviel geraucht wie in der Indie-Rock-Szene. Auch das Rolling Stone-Magazin kriegt auf der Kommentar-Front sein Fett weg: verschiedene Band-Namen in der Illustration seien falsch geschrieben oder würden wegen ihrer eigentlichen Präsenz in einer „Indie-Rock-Universe-Illustration“ grundsätzlich zur Diskussion Anlass geben, lauten die Kommentare. Ausserdem sei es ein grosses Armutszeugnis, wenn ein Musikmagazin „junge Musik“ nur noch in Verbindung mit Sponsoring erwähnen würde.

    2 Reaktionen

    1. #1 Tschino

      15:36 Uhr, 29.12.2007, Link

      danke für diese interessante nachricht (ohne ironie)!
      es kommt mittlerweile auch bei uns sehr viel werbung oder promotion als redaktioneller inhalt getarnt daher.
      studien sollen sogar herausgefunden haben, dass mittlwerweile 70% so genannter redaktioniellen beiträgen in den medien promoartikel sind – ich hab‘ NICHT gesagt werbung. promo. das wird hier – ja hier, auf diesem blog! – nicht viel anders sein.. ;o)

    2. #2 David Bauer

      12:54 Uhr, 30.12.2007, Link

      70% PR, das kann gut sein. allerdings muss man bei diesen zahlen etwas vorsichtig sein. 70% PR bedeutet zunächst nur, dass der anstoss für eine geschichte oder meldung durch PR kam, in der regel eine pressemitteilung oder bei uns sehr oft pressemailings oder cds, die man uns zuschickt.

      dass man als journalist die tendenz hat, eher dinge aufzunehmen, auf die man so aufmerksam gemacht wird, will ich nicht abstreiten. allerdings hat man dann immer noch die freiheit, daraus zu machen, was man für richtig hält. also nicht jeder, der uns zeugs schickt, kriegt dafür eine gute kritik und schon gar nicht, weil er uns etwas schickt.

      gekaufte beiträge sind dann nochmals was ganz anderes. da wird einfach der druck der werbekunden immer grösser da sie sich bessere resultate erhoffen, wenn ihre werbung als redaktioneller beitrag getarnt daher kommt.

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