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  • Traurige Lieder, die glücklich machen

    Von    |   12. November 2007   |   1 Kommentar

    Dass Vic Chesnutt einen zweiten Frühling erlebt, war ihm schon vor seinem Konzert in der Roten Fabrik anzumerken. Das vom langjährigen Ziegel-Koch und Chesnutt-Fan offerierte Vermicelle-Dessert (Chestnut=Kastanie) trug wohl sein übriges dazu bei, dass Chesnutt und seine grossartige Band das Zürcher Publikum letzte Woche mit einem unbeschreiblichen Auftritt in Bann zogen.

    Wie war es, im legendären Hotel2Tango aufzunehmen?
    Ein Freund von mir, der Filmemacher Jem Cohen, hat mich mit den Leuten von Constellation bekannt gemacht. Ausser Guy Picciotto von Fugazi kannte ich vor den Aufnahmen niemanden, doch als ich im Hotel2Tango ankam, wusste ich sofort, dass ich Efrim und seine Leute lieben werde. Die Atmosphäre war fantastisch. „North Star Deserter“ hätte nirgendwo anders entstehen können.

    Sind auch ältere Songs auf dem Album gelandet?
    Jem hat die Songs ausgewählt. Er hasste meine letzten beiden Platten und wollte sein perfektes Vic Chesnutt-Album machen, deshalb ist es so düster geworden. Die Songs stammen aus einem Zeitraum von über 20 Jahren. „Warm“ habe ich 1985 geschrieben, „Marathon“ unmittelbar vor den Aufnahmen. Das Nina Simone-Cover war eine spontane Sache. Ich habe den Song im Studio vor mich hingespielt und die andern meinten, er müsse unbedingt auf das Album.

    Was hat sich seit deinem ersten Album verändert?
    Als ich 1988 meine erste Platte gemacht habe, war ich ein Southern Boy aus Georgia. Heute habe ich viel von der Welt gesehen und meinen Akzent fast verloren. Auch mein Gesang hat sich verändert. Meine Stimme ist mir wichtiger geworden, anfangs haben mich vor allem die Texte interessiert.

    Du liebst Gedichte. Warum hast du dich für die Musik statt für die Poesie entschieden?
    Ich wollte eigentlich Autor werden, doch dann kam mir der Rock n‘ Roll in den Weg. Ich spielte einige Songs an einer Party und dann gab es kein zurück mehr. Songs schreiben ist einfacher, es ist ein wenig als würde man beim Dichten schummeln.

    Man bezeichet dich oft als „musician’s musician“, weil du Fans wie Mike Stipe hast…
    Ich weiss nicht genau wieso viele meiner Fans Musiker sind. Ich denke meine Songs sind nicht für jedermann. Es hat bestimmt auch damit zu tun, dass viele einen Typen, der im Rollstuhl auf der Bühne sitzt und leidet, pathetisch finden. Diesen Leuten sind meine Songs wohl zu traurig.

    „Aber du machst Leute wie mich sehr glücklich“, begegnet ihm der Koch des Ziegel Oh Lac. Dem euphorischen Applaus nach zu urteilen, ging es allen anderen Zeugen dieses Konzerts ebenso.

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