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  • Stirbt das Album? Eine kleine Polemik.

    Von    |   30. Oktober 2007   |   23 Kommentare

    Bald tot? Das AlbumDass die Compact Disc als Tonträger ihren Zenit überschritten hat, ist in den letzten Jahren offenkundig geworden. Es stellt sich höchstens noch die Frage, wie rasch die Cd weiter an Bedeutung verlieren wird und ob sie in Zukunft eine Nische finden wird, in der sie weiterbestehen kann (die Nostalgie-Ecke ist mit der Vinyl-Platte bereits besetzt). Viel interessanter ist aber die Frage, ob die Cd auch das Konzept des Albums mit in den Abgrund reissen wird? Hierzu fünf Thesen:

    1. Alben sind in den seltensten Fällen Gesamtwerke. In der Regel sind es mehr oder weniger zufällige Zusammenstellungen von Songs.

    2. Diese Songs werden deshalb gemeinsam veröffentlicht, weil so die Produktion auf Cd sowie auch die Vermarktung wesentlich günstiger ist.

    3. Die Nutzer hatten keine Alternative zum Album. Singles waren teuer und waren nur für wenige Songs (immer die falschen!) verfügbar. Wenn drei Singles so viel Kosten wie ein Album, kauft man schnell das Album.

    4. Dank Musikdownloads können die Nutzer heute jeden Song einzeln zu einem Bruchteil des Albumpreises kaufen. Auch auf Produktionsseite ist das Veröffentlichen einzelner Songs nicht mehr verhältnismässig teuer.

    5. Das willkürliche Zurückhalten von fertigen Songs ist im Internetzeitalter so unsinnig wie das Drucken von Nachrichten in Zeitungen, wenn man sie Tags davor schon im Internet hätte veröffentlichen können.

    Fazit: Wenn die Cd als wichtigstes Trägermedium von digitalen Trägern abgelöst wird, entfällt die Notwendigkeit, Songs zu Alben zusammengefasst zu veröffentlichen. Mein Zukunftsplädoyer an alle Künstler deshalb: Entweder ihr macht mehr Konzeptalben oder ihr veröffentlicht jeden Song dann, wenn er fertig ist.

    23 Reaktionen

    1. #1 Nic

      11:43 Uhr, 30.10.2007, Link

      Und was, wenn alle Songs gemeinsam fertig sind? So ist es ja meistens bei einem Album-Recording…

    2. #2 marc

      11:56 Uhr, 30.10.2007, Link

      Warum heisst das Album eigentlich, Album?
      Ein kleines separates Quiz nur für Dich – David :)

    3. #3 David Bauer

      12:45 Uhr, 30.10.2007, Link

      @nic
      und warum werden sie alle zusammen aufgenommen?

      @marc
      das weiss ich. ich lass es aber mal noch offen für die, die selber hirnen wollen.

    4. #4 jdw

      12:52 Uhr, 30.10.2007, Link

      für dich david, ist es sicher nicht erstrebenswert wenn jede band jeden song sofort veröffentlicht. dazu ein ganz simples rechenbeispiel: wenn 100 bands im jahr 2007 ein album aufgenommen haben und das auch promoten und dir deshalb ein mail schicken, kriegst du 100 mails. wenn nun aber diese bands im selben zeitraum 12 songs aufnehmen werden sie dir für jeden einzelnen verdammten song ein mail schicken, denn ein song ohne hörer macht ja keinen sinn, also muss man dafür werben, also hast du dann 1200 mails im posteingang… der totale promo-overkill, wenn es keine alben mehr gäbe!

    5. #5 seppi

      13:09 Uhr, 30.10.2007, Link

      diese diskussion ist äusserst müssig.

      weder das format album noch das format zeitung wird aussterben, die neuen medien funktionieren komplementär zum schon vorhandenen physischen transportmittel. für dich sind einzig und allein betriebswirtschaftliche fragen, die sich vor, während und nach der produktion eines titels stellen, relevant. so betrachtet macht die distribution von gerafftem, kulturellen gut fiskal politisch keinen sinn, das stimmt. doch in welcher welt lebst du?

      der horizont als musikjournalist sollte weitaus grösser als der convenience fast-food, welchen du über ituns mampfst. ein popsong der gerade mal 3 minuten deiner zeit in anspruch nimmt, darf niemals den weg auf ein album finden.

      aber was wenn die drei Minuten eingebettet sind, vielleicht in ein konzept und du verstehst es nicht, oder meinst zu glauben, du verstehst es und beginnst zu interpretieren. vielleicht hätten dir dann auch die folgenden 30 minuten des „weissen blattes“ gut getan.

      die kunst lässt sich nicht nur über die einfachheit der erhältlichkeit definieren und fördern. künstlerische konzepte im lichte einer warenhaus-mentalität zu diskutieren, steht in keinem verhältnis zu einer aufgeklärten dialektischen haltung.

      ach, ach

    6. #6 Robin Fürst

      13:24 Uhr, 30.10.2007, Link

      Unser prototypisches Denken in Bezug auf unser Handeln mit Musik ist geprägt von den Begriffen „Song“, „Album“ und „Künstler“, welche alle in einem Pars-Pro-Toto Verhältnis zueinander stehen. Zieht man nun in Betracht, dass der Mensch aufgrund seines „Kohärenzdranges“ immmer das „grössere Ganze“ sucht, so sieht man analog zu den Begriffen drei mögliche Arten von Kohärenz. Die Triviale auf Ebene der Songs/Tracks, die Werkbezogene, die man sich von einem einzelen Album erhofft,
      und schiesslich diejenige, die man in einem Künstler oder einem Künstlerensemble findet (bzw. hineinprojeziert). Das Album als Mittelstufe zwischen Künstler und Song braucht es, bzw. braucht es diese Mittelstufe, die bislang dem Formzwang der Trägermedien angeglichen wurde.

      Nein, das Album wird nicht aussterben. Viel eher wird es erst richtig aufblühen, da ebendieser Formzwang der materiellen Trägermedien wegfällt und der Begriff des Albums nicht mehr durch die maximale Spiellänge von 74min 41sec (oder deren Verdoppelung) determiniert wird, auch wenn sich dieser Form-Kanon aus Gründen der Gewohnheit (bzw. Trägheit der Kognition) weiterhin (noch lange) anbietet. Jedoch wird „die Kunst“, von den neuen Möglichkeiten herausgefordert, mit diesen spielen und aus einigen der Spielformen werden neue künstlerische Werk-Entitäten gebildet.
      Vielleicht war Delirium Concordia nur der erste Track eines viel grösseren Vohabens und Mike Pattons (genialer) Ausrutscher war ein Vorbote einer neuen Werk-Kultur, die beim Release hat einfach nicht mit den Denk-Schablonen der Zeit kompatibel war…

    7. #7 Mathias Menzl

      13:34 Uhr, 30.10.2007, Link

      diese diskussion ist überhaupt nicht müssig. Das Album-Format wurde schlicht und einfach nicht nur wegen dem gestiegenen künstlerischen miteilungsdrang auf die Menschheit losgelassen (in welcher welt lebst d-u seppi?), sondern halt aus monetärem anhäufungsdrang. ausserdem: wer war zuerst da? das album oder die single? es gab auch schon vor prog-rockenden-konzept-alben musik…klar ist das album mittlerweile auch als physisches medium zur übermittlung von kultur zu verstehen und wird auch überleben. allerdings sollte von der musikindustrie nicht so steif daran festgehalten werden, wenn die entwicklung in eine andere geht.

      hier gibt’s noch weitere inputs:
      http://www.acm.org/ubiquity/views/pf/v8i20_pfeiffer.pdf

    8. #8 David Bauer

      13:51 Uhr, 30.10.2007, Link

      @jdw
      auf mich müsst ihr keine rücksicht nehmen. und wenn ich 10 mails statt einem bekomme, dann schreibe ich vielleicht 3x über die band und nicht einmal (oder gar nicht)

      @seppi
      lies meinen text vielleicht noch einmal. dort steht klar, dass konzeptalben ihre berechtigung haben und immer haben werden. bloss sage ich auch: viele alben haben in meinen augen kein künstlerisches konzept, zumindest keines das rechtfertigen würde, dass man die songs als album veröffentlicht und nicht einzeln. das hat erstmal nichts mit betriebswirtschaft zu tun. aber musik ist nunmal nicht nur kunst, sondern auch business. und wenn produktionsbedingungen das konzept des albums mithervorgebracht und mitgetragen haben, so ist es doch nicht ganz abwegig, dieses konzept in frage zu stellen, wenn sich die produktionsbedinungen wandeln.

    9. #9 David Bauer

      13:54 Uhr, 30.10.2007, Link

      und ja: das album wird wieder aufblühen, nämlich dann, wenn es sich rein künstlerisch legitimiert.

    10. #10 Paul

      16:44 Uhr, 30.10.2007, Link

      Das stand in Berthold Seligers letzter Rundelektropost und stammt von Rick Rubin: „Eine Plattenfirma sollte in erster Linie versuchen, großartige Musik zu verkaufen. (€¦) Es darf nur um die Musik gehen. Viel zu viele Entscheidungen bei den großen Plattenfirmen fallen aus den falschen Gründen. Es sollte aber darum gehen, zeitlose Musik zu entdecken.“ Genau, es kommt nicht darauf an, wie die Musik verbreitet wird. Da hat der obige Autor vollkommen recht. Aber solange eine Künstlerin, ein Künstler ein Album zusammenstellt, waltet sie/er als Kurator/in und gibt ein Bild ihrer/seiner momentanen Gefühlslage wieder. Schwurbel-Konzept hin oder hier. Und das ist ein verdammt persönlicher Vorgang, ein subtiles Abwägen. Und irgendwann werden auch Ash wieder ganze Alben aufnehmen, nämlich dann, wenn es wieder en vogue ist. Aber auf Polemik sollte man eh nicht antworten, auch wenn sie in diesem Land zurzeit sehr gut ankommt. Was/wen hat der Herr Bauer denn gewählt? Und was soll Polemik bei einem Thema, das sich eh erledigt hat, das Thema und die beschriebene Idee ist alles andere als avantgardistisch. Polemikbluff vergessen, Herz raushängen lassen, das ist kontrovers.

    11. #11 Tschino

      16:59 Uhr, 30.10.2007, Link

      @Mathias: es gab auch schon vor prog-rockenden-konzept-alben konzept-alben:

      Als einer der Erfinder des Konzeptalbums gilt Frank Sinatra, der mit der Einführung der Langspielplatte die Möglichkeiten dieses Mediums erkannte. 1946 nahm er für Columbia das Album The Voice Of Frank Sinatra auf, dies gilt als die Geburtsstunde der Konzeptalben. Seit den 50er Jahren spielte Sinatra zunächst für Capitol, später für Reprise mehrere Dutzend weiterer solcher Alben ein (siehe Frank-Sinatra-Diskografie), von denen viele zu Klassikern der internationalen Popmusik avancierten. Unzählige Künstler sahen sich von Sinatra inspiriert und griffen die Idee des Konzeptalbums auf.

    12. #12 dr.knobel

      18:02 Uhr, 30.10.2007, Link

      Ich glaube die Musiker werden dazu übergehen, online eine art best of Album zu haben, welches sie immer wieder aktualisieren.

    13. #13 Mathias Menzl

      18:48 Uhr, 30.10.2007, Link

      Thanks for „Konzept-Album-Lehrstunde“…;)..

    14. #14 David Bauer

      19:21 Uhr, 30.10.2007, Link

      @paul
      der herr bauer hat grün und ein bisschen rot gewählt. danke der nachfrage.

    15. #15 Tschino

      19:22 Uhr, 30.10.2007, Link

      @Mathias: Bidde, gern geschehen! ;o)

    16. #16 satwomel

      20:07 Uhr, 30.10.2007, Link

      ich will ein album in den händen halten, ich scheiss auf downloaden, ich will ein cover ich will das nicht selber ausdrucken ich will nicht nur die musik ich würde gerne nur schallplatten kaufen ich würde gerne besser drauskommen beim compi , solange ich noch eine fertige cd kaufen kann soll doch das album aussterben. UND: ICH ZAHLE GERNE MEHR FÜR EINE FERTIGE CD, ICH MUSS NICHT IMMER ALLES HABEN, WILL DAS GAR NICHT, EINE CD ZU WOLLEN UND SIE NICHT ZU HABEN, SIE NICHT ABRUFBEREIT ZU HABEN IST IM FALL AUCH WAS SCHÖNES, das heisst begehren! das macht eine cd für mich nur noch spezieller! manchmal kommt es mir so vor: haben haben haben haben, und zwar ohne zu warten, sofort!!!!!! alles sofort!!!!! verrrrstanden! ich schmeiss glaub diesen compi und mein handy zum fenster raus, dann hab ich ruh! scheisse, ich werde langsam aber sicher alt! ich glaub‘ ich will ein hippie werden..

    17. #17 David Bauer

      20:12 Uhr, 30.10.2007, Link

      satwomel, das ist ein wort.

    18. #18 Ralph Hofbauer

      00:46 Uhr, 31.10.2007, Link

      fünf antithesen:

      1. gute bands machen keine schlechten songs. was den shuffle-hörer nicht kickt, muss noch lange kein füller sein. keine band nimmt freiwillig songs auf, die sie scheisse findet.

      2. die hypes der itunes-generation lieben das album. funeral und neon bible sind die kontemporäre fassung von dem, was hier als vorgestrige progrockkonzeptalben abgetan wird. grizzly bear haben yellow house tatsächlich in einem yellow house aufgenommen. get the concept?

      3. man kann nicht immer auf tour sein. der zyklus tour/studio lässt sich nicht aufbrechen. klar kann man heute einen song auf dem laptop aufnehmen. aber songs zwischen tourbuskotze und presseterminen zu schreiben und befriedigend aufzunehmen stelle ich mir ziemlich schwierig vor.

      4. kunst hat einen hang zum epischen. musiker wollen (im gegensatz zu popstars) mehr hervorbringen, als hitsingles. obwohl es gratiszeitungen gibt und den anschein macht, als könne niemand mehr über 10 zeilen am stück lesen, ist der roman nicht ausgestorben.

      5. auf den geschätzten 15 ’07er-alben, die mich zur zeit begeistern, finde ich keinen einzigen song überflüssig. was nicht heissen soll, dass ich die einen stücke nicht besser mag, als die andern (vgl. 1.)

    19. #19 one of those who slam doors

      01:01 Uhr, 31.10.2007, Link

      @ David Bauer, Antwort auf den letzten Satz in Deinem Beitrag.

      Ich schlage mich auf die Konzeptalbenseite. Hat wohl eher etwas mit loslassen zu tun… musiker

    20. #20 David Bauer

      07:29 Uhr, 31.10.2007, Link

      @one of those who slam doors
      ja, loslassen. genau das meine ich. das album als zwangsform loslassen und als kunstform wiederentdecken. genau das meine ich.

    21. #21 Mathias Menzl

      09:19 Uhr, 31.10.2007, Link

      genau, auch meine meinung…haben wir ja lange gebraucht um auf diese schmissige kurzformel zu kommen ;)..

    22. #22 one of the guests

      13:02 Uhr, 31.10.2007, Link

      habt ihr interesse, das erste Konzeptalbum von there goes he goat in einer Serie zu veröffentlichen? Sind live aufnahmen vom Konzert, damals in der Roten Fabrik, als wir das uraufgeführ hatten. Leider konnten wir das damals nicht im Stdio aufnehmen und haben darum nie ein Album gemacht… wie wärs?

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