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  • 78s-Motel: Trummer singt fürs Folk (uf Bärndütsch)

    Von    |   27. Oktober 2007   |   0 Kommentare

    Manchmal träume ich ja schon, man könnte zurückspulen und sich das mit dem Kapitalismus noch mal überlegen. Und das gerade wegen den schlimmen Auswirkungen, die er auf unsere geliebte Musik hatte.

    Musik als Lebensbegleiter der Menschen, Volks-Musik eben, ist ja nicht als Produkt entstanden. Heute haben wir uns gewöhnt an Musik als käufliche Gebrauchsware, der in der Perspektive des Konsumenten etwa ein ähnlich kultureller Wert zugeschrieben wird, wie der gerade zum kollektiven Bewusstsein gehörenden Daily-Soap oder Casting-Serie.

    Aber immer noch gibt es Künstler, die mit dem Medium Musik versuchen, dem Menschsein auf den Zahn zu fühlen, ein reales Lebensgefühl zum Klingen zu bringen. Die Vermarktbarkeit der Musik hat uns zwar (nebst Tonnen Schrott, der Vollständigkeit halber sei es erwähnt) viel ganz Grosses und wunderbare Songs beschert, aber wenn es durch den momentan überall beklagten Zerfall dieses Marktes nun wieder möglich wird, ein Minnesänger für sein eigenes kleines Volk zu sein und dort auch gehört zu werden, warum nicht?

    Als Künstler bedeutet das dann halt, dass man sich seine Welt wählen muss. Will man ein MP3 werden oder eine Vinyl-Platte mit schönem Umschlag? Auch das scheint mir aber eine begrüssenswerte Entwicklung, denn viel engagierte Arbeit wird verbraten um im vermeintlich zugänglichen grossen Spiel mitzuhalten und verliert dabei vielleicht den potentiellen Wert, den sie im kleineren, aber menschennaheren Feld hätte haben könnte (und ich schliesse da mein eigenes Werk auch nicht immer aus).

    All of this being said: Wenn einige von euch sich meine neue CD trotz allem kaufen wollen, freut mich das natürlich ungemein. Sie heisst „Im Schatte vo däm Bärg“, ist meine erste volksnäher-weise berndeutsche und wird hoffentlich den Test bestehen, nicht bloss eine weitere und eigentlich unnütze Geräuschkulisse zu sein. Und wenn ihr fleissig kauft leisten wir uns dann noch die Vinylausgabe, hehe

    >>>> Bevor Trummer sich dem akustischen, berndeutschen Wohnzimmerindiefolk verschrieben hatte, machte er sich mit englischsprachigen Folksongs einen Namen.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

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