Archiv für Oktober 24th, 2007

Konzeptalbum von Jay-Z

Am 2. November erscheint Jay-Zs zehntes, vom gleichnamigen FilmAmerican Gangster“  (Trailer) inspirierten Album (mit Lil’Wayne, Beanie Sigel, Nas), gleichzeitig mit dem normalen Soundtrack (OST). Nachdem der Hova im letzten Jahr bei seinem Comeback alle enttäuschte, hat sich der vielbeschäftigte Def-Jam-Boss nun für sein Konzeptalbum etwas mehr Zeit genommen als bei “Kingdom Come”, das er in drei (!) Tagen geschrieben haben soll. Respektive direkt aufgenommen, denn der Hova schreibt ja bekanntlich (…) keine Texte auf. Hier gibts schon mal Snippets von allen Songs. Und weil die superkurz sind hier ein ausführlicheres Interview.

 

 

Der Film startet übrigens am 15. November (in der Westschweiz bereits am 14. November)


Radiohead-Verschwörungstheorie: Der Beweis

78s hat exklusiv den Beweis für die Radiohead-Verschwörungstheorie zugespielt erhalten: Das Artwork für eine Radiohead-Vinyl-Platte, die mutmasslich am 11.11. um 00:00 zum Preis von 10 Pfund 10 Pence erscheinen soll. Psst, nicht weitersagen.


Was Travis heute nicht spielen

Travis, heute Abend im X-Tra Zürich für ziemlich fürstliche 79 Franken. Und diese Songs werden sie sicher nicht spielen:

Killer Queen (Queen Cover)

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River (Joni Mitchell Cover)

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Up The Junction (Squeeze Cover)

YouTube Direktlink

Eine Coverversion von Umberella-ella-ella fehlt bisher noch im Repertoire der Schotten.


Radiohead: Die Verschwörungtheorie

Das letzte, was Radiohead zum richtig grossen Mythos gefehlt hat, war eine richtig starke Verschwörungstheorie. Hier kommt sie: “OK Computer” und “In Rainbows” sollen Komplementäralben sein und sich zum Überalbum “01 and 10″ ergänzen. Offensichtlich wird dies angeblich, wenn man die beiden Tracklists der Alben im Reissverschlussverfahren zu einer einzigen Tracklist von 22 Songs verbindet. Ein Konzeptalbum auf zwei Platten in zwei Jahrtausenden verteilt – Radiohead wäre es zuzutrauen.

Die ganze Geschichte gibt es hier.


Neue Neubauten

Ich war nie ein Neubautenhörer. Alles, was ich mir unter den Berlinern vorstellen konnte, war Blixa Bargelds überlanger Scheitel und eine Band, die vor Urzeiten unweit der Mauer sowas wie die Endzeitfassung von Stomp intonierte. Presslufthammer, Bohrer und Kreissäge die Instrumente; destruktiv, nihilistisch und masochistisch die Haltung, die ich hinter dem krachversprechenden Bandnamen vermutete. Dass sie in den 90ern im Theater und schliesslich im Pop angekommen sind, weiss ich ebenfalls nur vom Hörensagen.

Nun haben wir uns doch noch gefunden und ich nenne meine erste Einstürzende Neubauten-CD mein eigen. Sie heisst “Alles wieder offen” und enthält mehr Musik als Lärm. Die industrielle Klangästhetik ist höchstens als fernes Echo vernehmbar. Perkussion und Bass prägen den organischen Sound, in den Höhen schweben Ambientwolken und Streicherschwärme. Obwohl “Alles wieder offen” ein eher ruhiges Album geworden ist, ist es kein bequemes Album. Es weist Brüche auf, obwohl es harmonisch wirkt. Es scheint entspannt und steht doch unter latenter Spannung. Die lärmige Lava, die unter den getragenen Klängen brodelt, bricht nur manchmal für Momente aus. Bargelds Texte tun ihr übriges, dass man auf diesem Album nie festen Boden unter die Füsse bekommt. Seine Worte kommen mal poetisch, mal dadaistisch, mal politisch, mal theologisch und immer ambivalent daher.

200 Studiotage stecken angeblich in “Alles wieder offen”. Leisten konnten sich dies die Neubauten wohl nur, weil sie von ihren Fans subventioniert werden. Seit die Neubauten sich 2002 von ihrem Label getrennt haben, lassen sie sich von ihren sogenannten “Supportern” einen fixen Betrag (CD 35‚¬/CD+DVD 65‚¬) vorschiessen und bieten ihnen als Gegenleistung Deluxe-Packaging, exklusive Downloads und Webcasts aus dem Studio. Hypothekarkredit auf einstürzende Neubauten, eine Alternative zum mit Risikokapital finanzierten Radiohead-Modell (das bereits erste Nachahmer findet)? Noch ist alles offen…

Die lange Arbeit an “Alles wieder offen” hat sich gelohnt. Es ist ein rundes Album mit vielen Facetten geworden, das mir das Gefühl gibt, mit den Neubauten etwas wichtiges verpasst zu haben.

>>> Albumstream


SHIFT und so

Vom Donnerstag, 25. Oktober bis am Sonntag, 28. Oktober findet auf dem Basler Dreispitz-Areal das neue Festival für elektronische Künste SHIFT statt. Vier Tage lang Film-, Video- und Medienkunst in jeglicher Form aus aller Welt und natürlich viel Musik. Höhepunkte des Festivals sind sicher die Konzerte von Coldcut (Samstag) und Dopplereffekt (Freitag), es lohnt sich aber das gesammte Programm genauer anzuschauen.

Auf keinen Fall zu spät kommen darf man zu den zwei Schweizer Auftritten von Maximo Park, denn sie haben formidable Support-Bands mitgebracht. In Zürich ist dies das Duo Blood Red Shoes dessen Single It’s Getting Boring By The Sea mittlerweile auch hierzulande jeden Indie-Disco-Floor füllt. Noch mehr darf man sich im Fri-son auf die Vorband freuen: The Research haben mit Breaking Up nichts weniger als das beste Gitarren-Pop-Album des letzten Jahres gemacht.
Maximo Park / The Research, Samstag, Fri-Son, Fribourg
Maximo Park / Blood Red Shoes, Sonntag, Rote Fabrik, Zürich

Sunset Rubdown spielen zwar vorläufig nicht in der Schweiz, dafür spielt der König Midas des Indie Rock mit Frog Eyes, einer seiner zahlreichen anderen Bands, dieses Wochenende drei Konzerte. Mit dabei die durchgknallten Psychedeliker Deerhunter, die klingen ungefähr so, wie wenn Syd Barret in den neunziger Jahren Mitglied von Tortoise gewesen wäre.
Deerhunter, Freitag, Bad Bonn, Düdingen
Frog Eyes, Freitag, Le Transformateur, Fribourg
Deerhunter / Frog Eyes, Samstag, Palace, St. Gallen
Deerhunter / Frog Eyes, Sonntag, Kaserne, Basel

Weitere Konzerthighlights von diesem Wochenende
Donnerstag, Amy Winehouse, Volkshaus, Zürich
Donnerstag, The Robocop Kraus / So So Modern, ISC, Bern
Freitag, The Robocop Kraus / The Big Bang Boogie, Mascotte, Zürich
Freitag, The Strange Death Of Liberal England, Fri-Son, Fribourg
Samstag, The Strange Death Of Liberal England, Boa, Luzern
Sonntag, Dirty Projectors, Bad Bonn, Düdingen
Sonntag, The Rakes, Les Docks, Lausanne

Noch mehr Konzerte findest du hier.


Mp3 to go – say yea to the 80ties

Ralph hat schon mal darauf verwiesen: Yeasayer sind los Debutantes des Jahres. Am Freitag erscheint All Hour Cymbals nun auch in der Schweiz. Die Band aus Brooklyn ist ein musikalischer Schüttelbecher, der es in sich hat: Genesis, Crosby Stills and Nash, Peter Gabriel, TV On The Radio, Pink Floyd, Fleetwood Mac, Brian Wilson, Roxy Music vermischt mit ganzen Genres wie 80ties Dubby Post-Punk, Afrobeat, World Music, die Referenzen reissen aus und grenzen damit die Schaffenskraft von Yeasayer nicht unbedingt ein. Der kleinste gemeinsame Nenner: die Achtzigerjahre haben uns fest im Griff, yea!

Yeasayer – Sunrise

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