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  • All he wants – Rufus Wainwright live

    Von    |   6. Oktober 2007   |   0 Kommentare

    Die 1913/1914 errichtete Volksbühne ermöglicht regelmässig herausragende Konzerterfahrungen. Die Hörerschaft, an die dunkelroten Sessel gefesselt, glänzt beinahe konsequent durch ehrerbringendes Schweigen. Umso mitreissender sind ungestüme Applaussalven – Standing Ovations inklusive – , wie man sie gestern Abend erleben durfte.

    1183531979_l.jpgFlankiert von sieben schillernden Glamour-Hippies dirigiert Rufus Wainwright sein Publikum gen emotionale Kapitulation. Räumt er bezüglich „Tulsa“ (Release the stars) ein, dieses sei dermassen schwierig, dass er jedes Mal Fehler mache und es deswegen lieber allein spiele, anstatt – wie im Original – mit einem Berliner Violinquartett, so relativiert er die Sachlichkeit umgehend mit dem bedingungslosen Aufruf „but hey, it’s just for fun! It’s for fun!“ Ein von Dramatik aufgeladenes Vergnügen innerhalb der filmreifen Lichtkegelinszenierung am schwarzen Flügel. Abruptes Ende und „right back to depression!“

    Herr Wainwright perfektioniert in diesen zweieinhalb Stunden die ansonsten verabscheuungswürdige Gattung des Musicals. Derart inbrünstig vorgetragen übertrifft sein Repertoir in der Wirkungskraft mit Leichtigkeit jeden Walt Disney-Streifen. Selbst der Swarovski-Weihnachtsbaum im Zürcher Hauptbahnhof würde verschämt seinen Prestigeplatz räumen angesichts der mit vielfarbig funkelnden Diamanten behängten Diva. Spätestens bei der choreographierten Tanzeinlage in Jackett, Strümpfen und Lackpumps schmettert der Kitsch auch die sich Sträubenden in die Knie. Pures Entertainment ohne Wenn und Aber.

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