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  • E-Musik aus dem Norden

    Von    |   2. Oktober 2007   |   1 Kommentar

    Zwei grosse Bands aus dem Norden sorgen mit innovativer Musik für frischen Herbstwind: Die Isländer von Mum und die Dänen von Efterklang melden sich mit Alben zurück, die so ambitioniert sind, dass man versucht ist, die verstaubte Unterscheidung von E- und U-Musik wieder geltend zu machen.

    Mum’s „Go Go Smear The Poison Ivy“ (Fat Cat/Musikvertrieb) und Efterklang’s „Parades“ (Leaf/Namskeio) scheinen Brüder im Geiste: Sie versammeln Instrumente, die man eher dem Orchestergraben, als einem Proberaum zuordnen würde. Beide spielen zwischen den Ruinen der klassischen Musik elektronisch verfremdete Wiegenlieder und intonieren unter einem Himmel voller Geigen mit grosser Inbrunst Chöre, die an das Gute und Schöne glauben. Efterklang und Mum lullen den Hörer in eine Welt, in der die Popmusik kein verdorbenes Luder, sondern eine unbefleckte Schönheit mit neoklassizistischen Zügen ist.

    Efterklang gehen inzwischen so orchestral wie kaum eine andere Band zu Werke. Rund 30 Gastmusiker tragen zur stillen Klanggewalt von „Parades“ bei. Die Dänen mäandern durch ein Klangschlaraffenland, in dem alles süss und doch immer wieder anders und vor allem anders, als alles andere schmeckt. Das hört sich an wie die Diplomkomposition eines grössenwahnsinnigen Konsi-Abgängers, klingt aber kaum je langfädig, weil es einfach zu viel zu entdecken gibt. Auch Lieblingssongs, die genug Substanz für einen langen Winter haben.

    Posaunen, Flöte, Geigen und Glockenspiele gibt es auch bei Mum, wenn auch in weniger opulenter Form. Die Band aus Reykjavik klingt noch immer wie eine muszierende Spielgruppenklasse, bestehend aus lauter hochbegabten Kindern. Mit verspielt-schrägen Spieldosenklängen erschaffen Mum eine Märchenwelt, in der eine eigene Logik herrscht. Feuer sind dort aus Marmelade, Frösche explodieren und Augen sind Beeren.

    Im Moment sieht es leider nicht so aus, als würden Efterklang und Mum die Schweiz besuchen. Schade, schade.

    Efterklang – „Cutting Ice To Snow“ Mum – „Dancing Behind My Eyelids“
    [audio:http://www.efterklang.net/music/Efterklang-Cutting_Ice_To_Snow.mp3][audio:http://www.listeningposts.de/wp-content/uploads/File/mum-dancingbehindmyeyelids.mp3]

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