Archiv für September 28th, 2007

Ein Hoch auf die 80ies?

Ob sich Jan Delay, Denyo, Samy Deluxe, Afrob, Das Bo, Dendemann, Sido, Harris, Snaga & Pillath, H.P. Baxxter, Miss Marx, DJ Mixwell und der Rest e bizeli von dem hier inspirieren liessen? Ich weiss es nicht. So wenig blöd haben “sensationalle Fetenhits, fetzige Nummern wie Fade to Gray, Vamos a la Playa, Eisbär, die völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind” jedenfalls noch nie getönt. Oder? “80s Flashback” (EMI) ist seit heute draussen. Let’s did it!


Strange Balls Of Fire & New Rave Disko Action

Morgen feiert ein hörwürdiges und ambitioniertes Musikerprojekt sein eidgenössisches Debut: Strange Balls Of Fire. Mit von der Partie ist der Schweizer Drummer No. 1: Jojo Mayer (vielen wird sein New Yorker Live Drum’n'Bass Projekt Nerve bekannt sein.) Der zweite Schweizer kommt von der anderen Seite des Röstigrabens: Patrice Moret, einer der Sterne am Schweizer Bassisten-Himmel. “Angeführt” und kompletiert wird das Trio (wie könnte es anders sein) von einem fremden Vogt, dem Österreichischen Ausnahmegittaristen Martin Koller.
Das Ergebnis dieses vielversprechenden Stelldicheins ist eine düster-bizzare Mischung aus Alternative Rock und Psychedelic Jazz, Sound der energetisch oszilliert zwischen abstraktem Songwriting und unerwarteter Explosivität.
Was eigentlich zum Grooven, Rocken und Abspacen einlädt, wird zugleich wohl auch zu einer Orgie des ganz genauen Hinstarrens mit an- und bedächtigem Nicken zum Glotzen, wie so üblich wenn die Vorbilder der eigenen Musiklehrer spielen…

Das Konzert findet morgen, Samstag (29.09) im Salzhaus Winterthur statt (Türöffnung 19.30). Wir verlosen 2mal 2 Tickets. Die schnellsten Kommentatoren gewinnen (aber min. 2-3 ausgeschriebene Zeilen sollten’s schon sein…)

Das Debut-Album von Strange Balls Of Fire erscheint dann Ende Oktober, hier vorab zwei Auszüge:

Strange Balls Of Fire – Raise Your Own Flag Now

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Strange Balls Of Fire – Msr Boubier

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Anschliessend gibtz die erste Ausgabe der New Rave Disko Action:
Das heisst song-orientierte Dancefloor-Unterhaltung zum mitRocken und abRaven. Alles was sich zwischen Rock und Elektro bewegt, soll auch Euch bewegen. Dr. Brunner und DJ Ho-Fi sorgen für rhytmisch überbordende und gefährlich orgastische Stimmung, damit ich (aka Strobokopp) zu guter Letzt leichtes Spiel haben werde, der versammelten Mannschaft den verdienten Rest zu geben…


Wenn der Slang jammt…

Kleine Ergänzung zum Popbessenen – Dieses Wochenende gehen nämlich die zwei wohl traditionsreichsten Schweizer Hip Hop Festivals über die Bühne: In Zürich die Slangnacht, in Bern der BärnJam. Dies ist keine organisatorische Dummheit, da sich die beiden Konzepte ziemlich diametral gegenüberstehen: Während No Code & Co. ausschliesslich auf Mundart-Rap setzen, steht in Bern die Vielfalt im Vordergrund.

Der BärnJam hat seine Wurzeln im “CH-Fresh”, das 1989/90 in der Dampfzentrale mit legendären Acts wie London Possee und Advanced Chemistry über die Bühne ging und zur Folge hatte, dass der Berner Bahnhof “bis auf zwei Meter völlig zugebombt” wurde. Die Dampfzentrale verzichtete darauf sieben Jahre lang auf jegliche Hip-Hop-Veranstaltungen… Auch heute setzt das Festival auf Hip Hop in seiner ganzen Bandbreite: Rap, DJing, Breakdance und Graffiti – The 4 Elements verwandeln die Reitschule während drei Tagen in ein Hip-Hop-Mekka.
Das war jedenfalls der Plan. Da die SBB wie auch die Reithalle die Graffiti-Erlaubnis verweigern, wirds allerdings (offiziell…) bei drei Elementen bleiben – Als wäre die Reitschule nicht sowieso schon mit 77 Schichten besprüht… Wie auch immer, am Mikrofon ist neben einigen Mundarthelden ganze Nachbarschaft vorhanden: Too Strong aus dem Norden, Bassi Maestro aus dem Süden, Texta aus dem Osten und schliesslich Kefyr aus dem Westen. Dazu dreht, tanzt und sprüht eine ganze Armada aus DJs, B-Boys und Writers.

Die Slangnacht verzichtet auf Elemente-Vielfalt wie auch auf Nachbarländer, bringt dafür nicht weniger als 17 nationale Acts an ein und demselben Abend ans Mikro: Samurai, Greis, Bensch, Dezmond Dez & Tommy Vercetti, usw. usf. Da sich dieses quantitative Spektakel wohl oder übel auf die Spielzeiten auswirkt, und da der Grossteil der namhaften Acts auch in Bern zu sehen ist, und da es trotz der bereits 8. Slangnacht-Ausgabe nicht gelungen ist, einen würdig funktionierenden Internetauftritt (oder geht das nur mir so?) zu basteln, würde ich allerdings eher den Besuch in Bern empfehlen. Ehrlich soll man sein.


(Un)übliche Verdächtige: Daughtry

Daughtry sind die “neue Rocksensation” aus den USA. Am 26. Oktober erscheint ihr Album “Daughtry” (SonyBMG). Die Bandmitglieder haben vorgängig Songs aufgelistet, die sie beeinflussen. Sänger Chris (Bild) erwähnt übliche Verdächtige von Soundgarden, Live (wohl wegen der optik) oder Alice In Chains. Drummer Joey Barnes setzt hingegen auf A-Ha (Hunting High And Low), Bjork (Joga) oder Rufus Wainwright (Poses). Der Geschmack von Chris hat sich bandintern durchgesetzt…

Hier gibts neue optische und akustische Kost von Daughtry: Video zu Home.


Besser wählen mit 78s: St. Gallen

Besser wählen mit 78s – darum geht’s. (bisher: BS, AG, BE)

“Aus der Zeitung der Juso SG wurde Musik. An einer Redaktionssitzung entstand ein Kulturförderverein. Um die Alternativkultur der Stadt zu beleben organisierten wir das Usgstöpslet im Dachatelier. Es war der Nachfolger der Rotkraut Vernisage. Bei Kerzenlicht und spielten Phonodope, Sly Seals, Silent Bass und Gunners Garden unplugged. Der Anlass zeigte auf, dass St.Gallen kulturell interessiert, aber nicht ausreichend bedient ist. Deshalb haltet die Ohren steif, der Kulturverein Unkraut ist überall und wird noch wachsen… Immer mit dem selben Konzept: spezielle Locations, spezieller Sound, speziell gut…”

“Die Junge CVP des Kantons St.Gallen setzt sich für ein vielfältiges und breites Kulturprogramm ein. Kulturelle Anlässe haben oft einen bildungspolitischen Hintergrund, welchen die JCVP fördern möchte. Kultur soll für alle, unabhängig von Einkommen oder sozialer Schicht, zugänglich sein. Diese Grundsätze wenden wir ebenfalls auf die Musikszene Schweiz an. Daher setzen wir uns besonders für junge und experimentelle Musikprojekte und MusikerInnen ein. Wir unterstützen aber auch konventionelle Kunstprojekte. Für mehr Musik in der Politik – JCVP wählen!”

“Ob Mitglieder von Bands, Kulturvereinen oder Veranstalter und Booker – die meisten Mitglieder der Jungen Grünen haben direkt etwas mit der Musikszene Schweiz zu tun. Wir setzen uns national unter anderem dafür ein, dass ein Teil der Kulturfördergelder gezielt in eine Musikförderung nach schwedischem Vorbild investiert wird. Die Schweiz verfügt über eine Vielzahl talentierter MusikerInnen – es fehlt nur noch der nötige Schubser.”

“Um Kreativität und Vielfalt der Schweizer Musikszene zu erhalten, müssen Bürokratie und Filz in unserer Kulturpolitik verschwinden. Überflüssiges Reglement wird abgebaut und der enge Rahmen erweitert. Die Junge SVP tritt ein für freie Meinungsäusserung und Freiheit der Schweizer Musikszene. Eine grosses Anliegen ist uns, hier neue Möglichkeiten zu bieten. Nur so kann die Musikszene der Schweiz ihr Potential entfalten und Kreativität dort einbringen, wo Musik zu Lebensqualität wird. Musik ist Kommunikation. Kommunikation verbindet. Politik soll Kommunikation daher fördern statt kontrollieren.”

Die Jungfreisinnigen haben entweder keine Ideen oder kein Internet. Sie haben nicht geantwortet.


Wir haben die Ehre

Es ist weissgott nicht das erste Mal, dass das Berliner Label Sinnbus Records eine “Must-Hear”-, “Must-Buy”-, “Must-tell-everybody”- Platte veröffentlicht. Schon Bodi Bill und Monotekktoni haben grosse CDs auf dem Indie-Label veröffentlicht, die in Mark und Bein fuhren. Der aktuellste Release The Goal is to Make the Animals Happy von SDNMT übertrumpft nun auch noch das eigentlich Unübertrumpfbare. Auf der Labelpage steht darum auch über SDNMTs neue Platte: “Wir haben die Ehre”. Dasselbe gilt für uns und ab heute auch für euch.

SDNMT, die ehemals auch Vokale gerne hatten und Seidenmatt hiessen, tönen wie eine Mischung aus Broken Social Scene und Godspeed You Black Emperor. Die Songs schlängeln sich von der einen Klimax zur nächsten. Die Mischung aus langen Instrumental-Parts und eingängigeren, kurzatmigereren Songs mit gesanglicher Unterstützung wechseln sich sehr angenehm ab. Der Bombast und die Verspieltheit halten sich die Waage mit Lo-Fi und Electro-Schnippseln und zuweilen lugt auch mal noch die nette Dame “popige Eingängigkeit” herein. Eine Platte für die Ewigkeit. Ich persönlich bin ihr schon Mitte August verfallen und kann meine Finger nicht mehr von ihr lassen. Auch die Cover-Gestaltung ist zum Verlieben schön. Wer hier weghört ist doof.

SDNMT – 26/20 (Sol where is it?)

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Radio Casablanca: mp3 des Tages

Ein Mann und seine Gitarre. Die Gitarre komplettiert die den Mann umgebende heilige Dreifaltigkeit. Die zwei anderen Dinge? Bier und Fussball. Ein Mann der den Gitarren-Part dieser Dreifaltigkeit perfekt unter Beweis stellt ist Phil Duke. Er präsentiert mit “Rock’n'roll Wedding” die elfte Aufnahme des Lo Fi Dogmas. Das Lo Fi Dogma ist, für jene, die unwissend sind, das Recording Manifest zur Rückeroberung von Risiko und Zufall in der Musikproduktion. Und Phil Duke, tja, er trinkt angeblich schneller als sein Schatten. Ob er auch noch Fussball spielt?

Phil Duke – Rock’n'roll Wedding

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118! 156?

Feuerwehrmänner- und Frauen aus der Romandie haben sich mal etwas ganz neues ausgedacht. Sie haben einen Rap geschrieben und ein Video dazu gemacht (Link). Thema: ihre Rufnummer. Wegen der Auskunft 1818 und der sauglatten Werbung dazu verwechseln nämlich angeblich zu viele Leute die Notrufnummer mit der Infonummer. Das “118 Projec’t” soll dem nun Abhilfe schaffen.
Da gab’s doch schon mal so einen Song mit einer Rufnummer-Anspielung aus der Romandie. Genau, der Song 156 von Sens Unik aus dem Jahre 1994. 156 war ja auch eine Art Notruf.

[flash]http://youtube.com/watch?v=2SdEHenNsoQ[/flash]