Archiv für August 28th, 2007

Mañana sagen Hallo aus dem Studio

(English version below)

Wir haben jetzt eine Woche hier in Hamburg hinter uns. Das Schlagzeug, der Bass und die Hälfte der Gitarren sind im Kasten und langsam haben wir eine Idee wie das Album klingen wird. Bis jetzt würden wir die Platte so beschreiben: Treibende Beats treffen auf knurrige Bässe und funky Gitarren. Die Leute hier im Studio wippen alle mit den Füssen so bald sie unseren Raum betreten…

In den nächsten Tagen kommen wir zu einem der wichtigsten Schritte unserer Albumproduktion, dem Atmosphärenteil – Piano und Synthesizers – wo wir versuchen werden, unseren eigenen Sound zu definieren. Wir sind extrem froh, dies mit Ken zu erarbeiten, da er in Sachen Soundlandschaft schon viel Erfahrung gesammelt hat. Wir haben alle das Gefühl auf dem richtigen Pfad zu sein und unserem Ziel mit jedem Ton näher zu kommen. Heute mussten wir uns leider von David, unserem ProTools-Engineer verabschieden. Er hat uns die ganze Woche begleitet und unterstützt in dem er mit viel Geduld alle unserer Takes aufgenommen und editiert hat. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an dich David! Wir freuen uns euch bald etwas präsentieren zu können – bis dahin cheerio aus Hamburg.

Jen – Samuel – Jan – Lori – Manu

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“Die härtesten Wochen des Jahres!?”

… so empfinden viele engagierte Winterthurer die alljährlichen Musikfestwochen. Für zwei Wochen mutiert die Steinberggasse zum Lauf-& Trinksteg der Stadt. Die Stimmung ist super, da kann das LineUp bislang nicht mithalten. Nicht das die Konzerte schlecht wären, nein, sie interessieren bloss nicht wirklich. Bsp. Electro-Night: Hanno Yoshihiro aka radiQ; die Musik wär gut für ne Lounge, aber live?!? Zudem; hatten wir den nicht schon im ’04 an den MFW? Wenn schon Recycling dann doch lieber Mouse On Mars, die haben vor zwei Jahren gezeigt, wo der Bartli den Strom holt…

Aber wenigstens stimmtz mit der Stimmung, der Wettergott lässt Gnade vor Recht walten, die Kleinkunst wuchert aus jedem Loch, die Plastikbecher zerscheppern dumpf und dieses Wochenende rocktz dann wirklich hart: The Young GodsKasabian am Freitag; Eagles Of Death Metal & Turbonegro am Samstag; bevors dann am Sonntag mit Anna Ternheim, Sophie Hunger & Lunik sanft ausklingen darf…

Ach ja; bevor ich’s vergesse: Morgen Mittwoch, kurz nach 20Uhr spielen A Few Good Men. Das Konzert ist zwar umsonst, Euer Kommen aber sicherlich nicht vergeben…


Manu Ciao

Schon die Single “Rainin’ In Paradize” stiess nicht allenorts auf Begeisterung. Das Album “La Radiolina” (VÖ 31.8./Warner) bestätigt diesen Eindruck: Der einstmals so innovative Hippiepunk ertrinkt bei seinem Comeback nach sechshähriger Absenz in seiner eigenen Globalisierungssuppe. Schlechte Gitarrensoli am Laufmeter, Sampleschwachsinn und Bush-ist-Schuld-an-allem-Floskeln machen das neue Manu Chao-Album zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit.

Vielleicht ist mir grad nicht nach Fühlgutmusik, kann sein, aber bei “La Radiolina” hört der Spass auf, da bin ich mir sicher. Während “Proxima Estacion: Esperanca” noch mit jedem Song etwas Neues und mit “Me Gustas Tu” einen Hit zu bieten hatte, den man irgendwie mögen musste, weil man all die von Manu Chao aufgezählten Dinge auch mochte, macht “La Radiolina” in etwa soviel Spass wie Ferien am Meer bei Dauerregen.

Das Hauptproblem: Manu Chao hat die E-Gitarre wiederentdeckt. Er nudelt sich durch einen Crossoverbrei, der vor keiner Peinlichkeit halt macht. Das klingt wie eine Mischung aus den Dire Straits, Johnny Holiday, Al Bano & Romina Power und den Heroes del Silencio, hätte also Ende der 80er hervorragend in jene Radioprogramme gepasst, die sich Mano Negra verweigerten.

Die Songs bestehen – noch mehr als sie dies ohnehin schon taten – vor allem aus Refrains, Sirenen und Radiosprechern und sind qualitativ etwa auf der Höhe der C-Seiten der vorangehenden Alben anzusiedeln. Die Maradona-Ode “La Vida Tombola” dürfte vom musikalischen Niveau her im Fussballstadion gut aufgehoben sein. Einzig die Balladen wie “Mundorévès”, “Mala Fama” oder “Otro Mundo” lassen jenen Manu Chao erahnen, den man einmal für seinen Idealismus bewundert hat. Nun belächelt man ihn.