Archiv für August 27th, 2007

Ruf doch mal den Klimawandel an & frag ob alles ok ist

“Bilder sind immer mit Distanz verbunden. Der Klang stellt dagegen eine unmittelbare Nähe her.”, behauptet der Klangkünstler und Musiker Kalle Laar.

Für sein aktuelles Projekt Calling The Glacier hat Laar ein mit einer Telefonleitung verbundenes Mikrophon in den Ötztaler Vernagtgletscher implantiert. Ich hab da angerufen und es hört sich ungefähr so an wie ein unbeabsichtigter Anruf von jemandem, der gerade mit dem Mobile in der Tasche um sein Leben rennt – was der Gletscher ja gewissermassen auch tut.


Dada-Bassisten-Suche: Trentini dementiert (noch)

Die Luzerner Band Dada Ante Portas sucht noch immer einen neuen Bassisten. 78s-Gerüchte, wonach der H-Blockx-Bassist und Produzent Fabio Trentini zur Band stosse, werden heftig dementiert Siehe z.B. hier bei Kommentar 10. Da muss nachgefragt werden:

Hallo Fabio, spielst du bald bei Dada Ante Portas?

Trentini: “WAS 100% STIMMT: Ich produziere den neuen Longplayer von Dada Ante Portas und spiele die Basslinien im Studio ein. Fest einsteigen kommt MOMENTAN nicht in Frage, weil sich das logistisch kaum realisieren lässt (ich wohne 800 km von Luzern weg).”

Hallo Luc Le Beau (Dada-Gitarrist), ich weiss, dass Trentini euer neuer Bassist wird. Stimmt das?

Le Beau: “Trentini produziert das Album und spielt darauf Bass. ALLES WEITERE WIRD SICH WEISEN”.

Habt ihr da noch Zweifel? Ich nicht. Und er wechselt doch. Wir haben es immer gewusst.

A propos Dada: Davids Videorätsel hat noch immer niemand gelöst. Das kann doch nicht wahr sein!


Gitarristen leben gefährlich (und Journis sind dumm)

Klar, uns würden einige Gründe einfallen, warum Gitarristen ein gefährliches Leben führen. Auf diesen wären wir aber ganz bestimmt nicht gekommen – dafür die Redaktion der Berliner Boulevard-Zeitung B.Z.

Schaut euch diesen Ausriss kurz an und klickt dann auf diesen Link.

(via Stefan Niggemeier)


Hunger auf YouTube

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[flash]http://www.youtube.com/watch?v=S8C63wYoyxs[/flash]


Interview: Shantel (mit Verlosung!)

Nach deinen beiden “Bucovina Club”-Remix- Compilations hast du “Disko Partizani” selbst komponiert. Wie kam es zu diesem Bandprojekt?

Stefan Hantel: Die Dynamik, die Bucovina Club weltweit angenommen hat, hat mich selbst überrascht. Ich hätte es mir leicht machen und Bucovina Club 3 veröffentlichen können, doch ich wollte als Autor und Musiker selbst an diesem Sound mitstricken. Ich hoffe “Disko Partizani” kann den Bucovina-Sound endgültig aus dem Folkloreghetto herausholen. Es soll keine originale Volksmusik aus dem Osten fürs Volkerkundemuseum sein, sondern urbane Musik. Ich will gute Popmusik machen, die etwas mit meiner eigenen Identität zu tun hat.

Wann hast du realisiert, dass dich die Musik deiner Vorfahren aus der Bucovina etwas angeht?

Ich kannte diese Musik von zu Hause, wusste aber zuerst nicht recht wohin damit. Es war für mich so selbstverständlich wie das exotische Essen, das es bei uns manchmal gab. Als ich dann nach dem Fall der Mauer erstmals in die Bucovina gereist bin, habe ich realisiert, dass der Mythos des harmonischen Vielvölkerstaates Bucovina nicht mehr existiert, dass die Idee dahinter aber auf der Ebene des Musikmachens gut funktionieren könnte.

Du hast als Produzent elektronischer Musik angefangen. War Bucovina Club deine Antwort auf die chillige Risikolosigkeit Ende der 90er?

Ich war damals gelangweilt vom Szenario der Clubmusik und der Popmusik generell. Als ich dann mit Bucovina Club angefangen habe, zeigte sich, dass es Vielen ähnlich ging. Eine ganze Generation schien desillusioniert von der monopolistischen Popindustrie und auch den einzelnen Szenen der Popkultur, zwischen denen es kaum eine Durchmischung gab. An den Bucovina Club-Abenden tauchten dann Leute aus allen möglichen Szenen auf.

Wie kam die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Gastmusikern zustande?

Durch meinen “Wanderzirkus” haben sich im Laufe der Jahre viele Bekanntschaften ergeben, mit denen sich eine Zusammenarbeit anbot. Es war für mich, wie einen Film zu drehen. Es gab eine Story mit bestimmten Charakteren und ich musste die Fäden zusammenhalten.

>>> Wir verlosen 3 Exemplare von “Disko Partizani”. E-mail an info(ät)78s.ch mit Adresse genügt. Dä Schnäller isch dä Gschwinder.


Mark Ronson “national”

Was Baschi kann, kann Mark Ronson noch lange: Hier wird der New Yorker Erfolgsproduzent und Urheber von “Version” einen Tag lang in seinem Leben begleitet. “A Day In the Life” nennt sich das Ganze. Und wer es lieber musikalisch mag: Mark Ronson (feat. Lilly Allen) – Oh My God. Oder Don’t Stop Me (feat. Daniel Merriweather).


Jamie Cullum’s Mixtape

Was machte den quirligen Jazz-Wirbelwind Jamie Cullum zu dem was er heute ist? Zu einem Live-Erlebnis? Zu einem Superstar der Jazz-Musik, der diesen Musikstil auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich machte? Die Antwort auf die erste Frage ist wohl in seiner impulsiven Art, den Energieanfällen am Piano sowie in seiner charmanten Art, mit dem Publikum zu interagieren, zu finden. Die Antwort auf die zweite Frage liefert sein persönliches Mixtape: “In the Mind of” (District 6/Namskeio) heisst das Album, bestehend aus 14 Songs, die Cullum geprägt und geformt haben. Darauf gibts zum einen Teil wenig überraschende Jazz-Grössen wie Charles Mingus oder Herbie Hancock zu hören. Andererseits blickt der junge Künstler aber auch über den Tellerrand hinaus, um elektronische Acts ebenso zu berücksichtigen, wie rockige, folkige oder Rap-lastige.

Und genau in dieser Vielschichtigkeit ist das Interessante an der Compilation “In the Mind of” zu finden. Während Laurent Garnier zusammen mit Bugge Wesseltoft auf dem Song “Acid Eiffel” beispielsweise die elektronische Seite in Cullum verkörpert, so kommt diese Aufgabe Clipse feat. Pharell Williams zu, wenn es um die rap-lastigen Einflüsse geht. Highlights sind aber ganz klar die Kooperation des Cinematic Orchestras mit Roots Manuva sowie das gegen Ende hin immer härter werdende “Station Approach” von Elbow. Ausserdem kommen zu den 14 Tracks noch zwei weitere hinzu, die der wirblige Jazz-Musiker selber eingesungen hat. Und insbesondere das erstmals veröffentlichte “I’d Probably Do It Again” von ihm lässt nur einen Schluss zu: Dass der junge Brite des öfteren über den Tellerrand hinaus geblickt hat, hat ihm nur gut getan und ihm die nötige Unbeschwertheit gebracht.