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  • 78s-Motel: Die CH-Musikszene saugt. Ein Pamphlet.

    Von    |   11. August 2007   |   40 Kommentare

    Die Schweizer Musikszene ist geprägt von Durchschnittlichkeit und Konsensmusik, zu der sich gegebenenfalls sogar Doris Leuthart bekennen könnte. Die letzte Single der Lovebugs: woran hat sie Euch erinnert? Coldplay, Keane und Konsorten? Die Lovebugs verfügen über das zweifelhafte Talent, England konsequent ein paar Jahre hinterher zu hinken. Produziert wird eine Britpopsauce der übelsten Art; musikalisch etwa so gewagt wie ein Sprung vom Beckenrand ins Nichtschwimmerbecken.

    Eine weitere Band, die sich seit ihrer Gründung vehement und äusserst erfolgreich gegen den Zeitgeist zu sträuben vermag und sich weder um Trends noch um Qualität schert, ist Gotthard. Zugegeben, ein leichtes Opfer! Fast könnten sie einem Leid tun, wie sie dümmlich in die Kameras linsen und grenzdebile Sätzli in die Mikrophone stottern.

    Aber was hacke ich hier auf den Lovebugs und Gotthard herum? Die wollen von ihrer Musik leben und da muss man in der Schweiz halt den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Zu viele, wie ich meine.

    Die genannten Bands stehen hier stellvertretend für die Durchschnittlichkeit, welche sich in der Schweiz schon lange als Qualitätsstandard etabliert hat. Die Deutschschweizer Musikszene ist im Allgemeinen ja auch kaum der Rede wert. Ein paar löbliche Exponenten gilt es jedoch ehrenhalber zu erwähnen: Die Arbeitstiere von den Peacocks, Admiral James T. oder die Indienerds von Disco Doom. Sie alle machen Musik mit Substanz und hohem Qualitätsanspruch.

    Alle anderen Bands, die ständig irgendwelchen anderen Bands hinterher rennen und dabei jede erkennbare Spur von Originalität vermissen lassen, kann man getrost überhören. Sie verschwenden ihre und letztlich auch unsere Zeit. Aber immer schön wichtig tun; einen dicken Myspace-Auftritt mit professionellen Fotos und Millionen von Freunden. Dabei fehlt es an allen Ecken und Enden; an Talent, an Originalität, und an Qualität.

    Ein Highlight der Schweizer Musikszene – man könnte fast schon sagen „das Fieberbarometer der Schweizer Musikszene“ – ist Weekend Music auf SF DRS. Moderationstalent Dani Beck lädt Woche für Woche unnötige Bands zu sich ins äusserst stilvoll eingerichtete Studio ein, um ihnen aufschlussreiche Sätze wie: „Ou ja, isch lässig gsi am Gurte letscht Jahr“ zu entlocken.

    Erbärmlich das alles, isn’t it?

    Patrik spielt, ebenfalls erbärmlich, Gitarre in der unbedeutenden und überbewerteten Instrumental-Band Kid Ikarus. Er ist Mitbegründer des unspektakulären und finanzschwachen Indielabels Ikarus Records.

    Illustration: Sarah von Blumenthal

    40 Reaktionen

    1. #1 pepe

      12:27 Uhr, 11.8.2007, Link

      Eine von wohlstand durchtränkte suppe das,
      ich möchte dieses pamphlet nicht in die 2.te Runde schicken,
      DENN:
      Es sind leider nicht die Bands mit Ideen die fehlen, nein.
      Man soll wissen für wen man was tut,
      und in dem pflegen die schweizerinnen und schweizer ein höchst
      merkwürdiges Verhalten. Wer raussticht wird geschröpft.
      Der kleine schweizer Musikmarkt gibt da null backup.
      Dies hat auch mit Journis zu tun, die vielmals Gewagtheit mit dem schweizerischen
      DAS-MACHT-MAN-HALT-NICHT, und SCHON-IN-ENGLAND-GEHÖRT schon ziemlich jeden Enthusiamus abwürgen. Kritisch sein ist und war in unserem kleinen Land schon immer das höchste Gut der Neutralität. Einfach mal ehrlich inzustehen und sagen, ich meine, denke und fühle darum sage ich jedoch leider seltenererer. Da spielen riesen Komplexe mit!

      Es gibt geile Bands hier. Jedoch welche wagen auch ehrlich UND breitbeinig dazustehen? Und welche ziehens dann auch wirklich durch, ohne zuerst in der Schweiz auf Erlaubnis zu warten. Ich bewundere sie, leider sind sie anderswo standart.

      Alle die im Ausland sich diese Anerkennung erspielen, haben meinen Respekt.
      Jedoch ist auch dies ein Stück schweizer Komplex, alles was mal die weite Welt erfuhr,
      in der Schweiz den Erfolg gönnen.

      Ich versau mir diese moralische Rede mit etwas total unschweizerischem, selbstzerstörerischem:

      Einige der Aufzählung, finde ich, machen das richtig gut:

      Evelynn Trouble, Kid Ikarus, Sophie Hunger, Krokus, Baschi, Baschi and the fuckin beautiful, Stress, Gotthard, Lunik, Seven, DJ Antoine, the bianca Story Plüsch, the young gods, the undergods, Lovebugs, flower, radiorain, placebi, duran etc…

    2. #2 M.

      13:08 Uhr, 11.8.2007, Link

      Pepe…das sehe ich anders, rausstechen wollen doch ganz viele, ganz viele jedoch auch ohne Qualität. Nur weil ein Trend im vergangenen Jahr in England besonders hip war, heisst das nicht dass eine CH-Band 2-3 Jahre später damit auch noch cool rüberkommt, diese Chancen sind nunmal sehr gering, vor allem wenn es sich um einen offensichtlichen Abklatsch handelt, und das ist nicht selten der Fall! Wie du es schaffst Gotthard, Seven und Kid Ikarus in einem Atemzug zu nennen ist mir rätselhaft…

    3. #3 chris rosencreuz

      14:16 Uhr, 11.8.2007, Link

      Schön, dass auch das mal wiedergekaut wird. Lovebugs und Gotthard stinken, drum ist die „ch-szene“ nix wert. applaus, applaus. scharfsinnige conclusio, mut zur aussage, endlich sagts mal einer. pf. was hier manchmal für ein mist geschrieben wird.

    4. #4 M.

      14:38 Uhr, 11.8.2007, Link

      Gotthard bin ich mittlerweile dankbar für die langjährige gute Unterhaltung, und Weekend music ist Kult, man denke nur an die zahllosen Interviews zu später Stunde mit schweizer ‚Popgrössen‘ oder anderen Füdli-Newcomer-Bands kurz vor dem Durchbruch,
      und an die Mitschnitte vom Gampel und Heitere Open Air…CH pur. Aber auch abgesehen davon ist der durchschnittliche CH-Qualitätsstandard nicht wirklich das Mass der Dinge… Allzu ernstgemeinter Durchschnitts-Indie-Alternative ist doch genauso bemittleidenswert wie Powermetal aus Glarus. Zum Glück gibt es doch noch ein paar Ausnahmen!

    5. #5 James

      15:06 Uhr, 11.8.2007, Link

      What the fuck is pepe tryin‘ to tell us? I don’t get it! Does he?

    6. #6 Mathias Menzl

      16:01 Uhr, 11.8.2007, Link

      @ herrn rosengekreuzt: die sogenannte schlussfolgerung ist gar nicht mal so falsch, etwas weiter denken täte ihnen wohl gut: in einem land, in dem die lovebugs und gotthard den standard setzen, was rockmusik bedeutet und der grossen masse gar keine indie-band bekannt ist, wie’s in deutschland, england oder den usa doch eben etwas anders ist, hat diese sogenannte szene auch fast keine kommerzielle chance, was nunmal schade ist, denn qualität gäbe es genügend, nur eben am sogenannten massen-geschmack happert es, dass diese szene auch gebührend wahrgenommen wird um durch sich selber zu überleben. und da wären wir wieder beim kleinen markt. durchaus nichts neues das pampfhlet. aber etwas provokation tut allemal gut.

    7. #7 Ale.

      17:26 Uhr, 11.8.2007, Link

      Man stimmt Patrik zu – um die Schweizer Musikszene ist es nicht allzu gut bestellt – und fragt sich gleichzeitig, wie das kommt.

      Die Ursache liegt für mich im Urschweizerischen. Wenn wir ehrlich zu sein versuchen, sind wir hier doch ein ziemlich bequemer, konformer, braver und oft auch leicht unsicherer, verkrampft unlustiger Haufen. Und mit hier meine ich vor allem Zürich, die Möchtegernhauptstadt, welche vor allem in musikalischer Hinsicht dem Zentrumsanspruch so gar nicht gerecht wird. Bands aus Zürich? Eben.

      Es fehlt für mich genau an dem, was Pepe bemängelt: dass sich die Leute die Freiheit nehmen, einfach mal ehrlich hinzustehen zu sagen und zeigen, was sie denken, meinen, fühlen – ohne vorher immer nach links und rechts zu gucken, um herauszufinden, ob die ‚Szene‘ wohl die eigenen Gefühle teilt. Man könnte sich ja entgegen der allgemeinen Coolness exponieren, Emotionen zeigen, unhip sein. Dann besser stylish abwarten und unterkühlt am lauwarmen Turbinenbräu nuckeln. Wer schon mal in Zürich an einem Konzert oder einer Party war, wird wissen, in welche Richtung meine Frotzeleien zielen.

      Vor einem derartigen Hintergrund gleich selbst auf die Bühne zu steigen und etwas kreativ Freigeistiges zu versuchen – gewagt, gewagt gewagt. Etwas wagen, sich durchboxen und behaupten – wir sind uns sowas einfach nicht gewohnt hier. War schon seit Generationen nicht mehr wirklich nötig. Mitmachen ist das höchste der Gefühle. Man hat ja alles hier, warum sich selbst bemühen? Und man muss auch finanziell schauen, dass man mithalten kann – die legeren Szeneoutfits haben auch ihren Preis. Auch schon mal gefragt worden „Was, du verdienst nur 7000 Franken?“ Wer auf eine wacklige kreative Existenz setzt, statt als Gymilehrer seine 8000 nach Hause zu bringen, ist entsprechend in den Augen vieler nicht mutig sondern dumm. Dann lieber ein anständiger Job und halt abends im Keller ein paar Status Quo Covers jammen. Day jobs kill the artist.

      Fazit: macht euch locker und wagt was. Die Arschbacken könnt ihr beim Kacken genug oft zusammenkneifen!

    8. #8 daflow

      20:41 Uhr, 11.8.2007, Link

      das argument des uhrschweizerischen greift etwa so kurz wie das argument: €žin skandinavien ist es länger dunkel, deswegen sind die menschen trauriger und machen konsequenterweise melancholischere musik€œ. pha, menschen haben doch in unseren breitengraden überall etwa die selben probleme, gefühle etc. ich bin da doch eher anhänger der alten leier, die besagt: die medien sind an allem schuld. wenn im radio der hörbarste song €žruby, ruby, ruby€œ ist, dann werden die wenigen leute, die noch ein instrument spielen wollen, selbst so etwas ähnliches spielen. klar gibt es leute, die aus coolnessgründen musik machen. aber die gibt es in england (siehe franz ferdinand-klone), usa (siehe emo-szene), in der schweiz und überall. letztendlich glaube ich, dass es in der schweiz an einflüssen und musikkenntnissen fehlt, die andernorts besser durch die medien vermitelt werden. erst so können sich überhaupt szenen entwickeln. das ist dann aber die älteste aller stammtischweisheiten und nicht mehr wirklich der rede wert.

    9. #9 kasi

      23:54 Uhr, 11.8.2007, Link

      ich finde Ales hinweis auf das urschweizerische gar nicht so daneben. doch ist man immer ein bisschen das, was man meint zu sein. daher ist das ganze ur-ding-denken ein teufelskreis. je mehr man dagegen ankämpft, desto mehr wird man wieder dazu. also vergiss es ale, oder du bist einer von ihnen.

      doch heiland! kack-bands und möchtegern-künstler gibt’s doch auf der ganzen welt.
      man surfe mal einen nachmittag lang durch myspace.
      das problem ist doch, DASS UNSER LAND SO KLEIN IST!, dass jede füdli-bänd, die einen clown findet, der für sie rumtelefoniert und sich anbiedert, in kürze in den medien präsent ist, dann von clubs gebucht wird, was zu noch mehr präsenz führt und bald wird die band plötzlich in den kanon von „guten ch-künstlern“ aufgenommen, egal welche retorten-töne sie produziert haben. das einzige mittel von diesen fratzen verschont zu bleiben, ist der totale lese-boykott von gratiszeitungen, musiksparten in tageszeitungen und der absolute verzicht auf radio&fernsehen.

      die schweiz hat grosse und progressive künstler hervorgebracht und es waren -wie in anderen ländern auch- allesamt leute, die ihr ding gemacht haben und drauf geschissen haben, ob’s beachtet wird oder nicht. musik wird auch nicht besser, wenn drüber geschrieben wird.

      eine „gute“ indie-/alternative szene in z.bsp. deutschland gibt es nur, weil es zahlenmässig mehr leute gibt, die sich mehr oder weniger ernsthaft mit musik auseinander setzen. eine frage der proportionen. man führe sich nur vor augen, wer auszeichnungen wie den echo bekommt (silbermond?) – da gibt’s genauso die grosse massen-scheisse wie hier. alles ist einfach grösser. auch das „gute“.

      ps @ ale’s züri-kritk bezgl publikum.
      das coole, dabei völlig verkrampfte zürcher konzert-/clubpublikum (zum glück gibt’s endlich goggi für alle), finde ich wird von ale auch sehr treffend beschrieben. jedoch finde ich, müsste man da anfügen: in luzern ist immer fasnacht, egal ob beim dälek konzert in der boa oder an der coop kasse – irgendein glünggi aus dem publikum ruft immer einen sauglatten spruch nach vorne, in bern sind alle total begeistert von allem und gehen nach qotsa noch an die reggae party und in basel finden sie vor allem sich selber extrem geil und haben dicke koteletten.
      so ist das eben in der schweiz. und so ist das mit meinen vorurteilen.
      doch: mit dem kantönligeist ist’s anderswo im ausland genau gleich, nur eben einfach viel grösser.

      ps @pepe:
      1. die ch-musikpresse (mit GANZ wenigen ausnahmen) ist wohl das gegenteil von kritisch.
      2. dj antoine? wohl eher dj bobo, oder?

    10. #10 James

      02:35 Uhr, 12.8.2007, Link

      Endlich mal einer, der es mehr oder weniger auf den Punkt bringt! Vorallem schön süffig geschrieben der Text. Wie’s aussieht hat der Kerli auch einen Nerv getroffen, sonst gäbs wohl kaum so viele comments…
      Auch Komplimente an Kasi, immer schön bissig bleiben. Wie definiert man Erfolg im Schweizer Musik-Biz? Nun ja, es gibt da zwei Varianten:
      1. Verkaufszahlen/Bekanntheitsgrad. vs. 2. Musikalisch bedeutsam, qualitativ hochstehend.
      Verkaufzahlentechnisch mag es die eine oder andere Band geben, die in der Schweiz (und leider nur dort) ordentlich verkauft. Dies vorallem durch die Unterstützung von Radio (Gehirnwäschesalons erster Güteklasse) und Printmedien (Ich zitiere Kasi „die ch-musikpresse (mit GANZ wenigen ausnahmen) ist wohl das gegenteil von kritisch.“)
      Musikalisch bedeutsam sind in diesem Land nur sehr wenige Bands. Die oben erwähnten und dann gibts noch ein paar „underground-acts“ (Honey for petzi beispielsweise) die das Qualitäts und Originalitäts-Zepter in der Hand halten, und das wars dann in etwa auch schon.
      Den meisten Bands gehts halt leider einfach zu wenig um MUSIK, sondern ums cool auf irgendeiner Bühne rumstehen und von den pretty blondes in der ersten Reihe abgefeiert zu werden. DAS, meine Damen und Herren ist leider der Holzweg!

    11. #11 Robin Fürst

      14:26 Uhr, 12.8.2007, Link

      „Im Falle eines Atomkriegs gehe ich in die Schweiz; dort findet alles zwanzig Jahre später statt als anderswo.“
      Albert Einstein

    12. #12 Hopplaschorschdiesertext

      18:27 Uhr, 12.8.2007, Link

      Eine lauwarme Suppe könnte nicht heisser gelöffelt werden. Seid ihr traurig, weil bei Förderband nicht viel rausschaut (Behauptung)? Wieso zum Geier fehlen die Aeronauten auf dieser Seite? Herrgottzack, wo sind Göldin, Kutti, Gimma, Saalschutz, Handsome Hank, Favez, Navel und Puts Marie? Und alle anderen? Beide letztgenannten sorgen im Fall auch im Ausland für Wirbel.
      Aber gelt, das ist einfach so hingesüppelt, damit sich alle schön in den Haaren raufen. Nun denn. Gehabts euch gut.

    13. #13 Hopplaschorschdiesertext

      18:30 Uhr, 12.8.2007, Link

      PS: Guz? Die Aeronauten? Was Musik hört dieser Autor überhaupt, also kann der überhaupt hören oder empfängt der nur DRS 3? Heitere Fahne. Und das Argument «hach schön gibt es eine Diskussion, das zeigt, dass das Thema wichtig ist», tönt auch nach ummen süppeln.

    14. #14 Johnny Rotten

      19:49 Uhr, 12.8.2007, Link

      Herrlich wie sich hier einige über diesen Text aufregen!
      Fucking Bünzlis!

      €œSometimes the most positive thing you can be in a boring society is absolutely negative.€ Johnny Rotten

    15. #15 chris rosencreuz

      21:09 Uhr, 12.8.2007, Link

      @MM
      Wer setzt denn in Deutschland die Standards? Reamonn? Hosen? Grännimeier? Na bravo. Tolle indie-hipster. Du, da beweist die Masse aber einen formidablen geschmack.

      Provokation: Schöne Sache. Ich frag mich allerdings, wer in diesem Forum, wo ein meist exquisiter Musikgeschmack verbreitet wird, von diesem Pamphlet sich provoziert fühlen soll. Der Gotthard-Fanclub? Dani Beck? Schreibt der auch hier? Das wär mal ein Gastautor für euch: Der Feind.

      Aber sons: Flotte Sache hier. So wars dann auch nicht gedacht. So Blabla habt Ihr ja sonst auch nicht nötig.

    16. #16 Tschino

      22:04 Uhr, 12.8.2007, Link

      ähmm… und was ist damit: http://www.voodoorhythm.com/?

    17. #17 Mathias Menzl

      22:12 Uhr, 12.8.2007, Link

      die provokation zielt ja nicht bloss gegen gotthard und konsorten, sondern vor allem gegen jene, die der meinung sind, dass die szene in der schweiz durchaus gesund ist (wie man den kommentaren entnehmen kann).

      in deutschland setzt die weilheim-szene oder auch die wunderbare arbeit von sinnbus records in berlin die standards. dass deutschland eine sehr vitale indie-szene hat, kann man nunmal nicht von der hand weisen…

      anyway: da sich ja ziemlich viele leute etwas vor den kopf gestossen vorkommen, was ja durchaus seine berechtigung hat, denn man kann ja durchaus der meinung sein, dass die schweiz eine gute indie-szene hat, suchen wir jemanden, der ein Gegen-Pamphlet schreibt. avancen an info[ät]78s.ch.

    18. #18 mehlkelm

      22:33 Uhr, 12.8.2007, Link

      Recherchieren ganz leicht:
      http://www.lastfm.de/group/Nebelleben/connections#artists

    19. #19 Favez Fan_M.

      22:42 Uhr, 12.8.2007, Link

      gut, hier also main kurz-panfleet:
      „PRO CH-saaaaund, Hopp CH-saaauund“:
      CH-musik/saaaund ist einfach GEIIIL. dj antuan ist geil, aber auch honni for petssi, die haben Meth rock sozusagen erfunden. wir haben doch auch eidg. dimplomierte Rock City’s, schon vergessen? LU-town, und Lausanne! Das gibts nur in der Schweiz! Wir sind auch wer!
      Gut so?

    20. #20 chris rosencreuz

      23:15 Uhr, 12.8.2007, Link

      betr. Deutschland: Klar, ist so. Dass Weilheim und Konsorten den qualitativen Standard setzen – abgenickt. Dass sie den Massengeschmack beflügeln scheint mir doch eher gewagt. Und darum gings ja in dem Pamphlet: Masse. Lovebugs. Gotthard. Alles Kacke, also Schweiz Kacke. Was ich immer noch ziemlich sinnfrei finde, da die Schweiz gemessen an ihrer Grösse einige gute Nester vorzuweisen hat (das Präfix „indie“ mal ausser acht gelassen, ist ja noch ganz und gar kein Gütesiegel). Darauf müsste man ja eigentlich gerade hier nicht speziell aufmerksam machen.

    21. #21 Dr. Death

      00:27 Uhr, 13.8.2007, Link

      Die Quintessenz des Textes ist doch eigentlich: Welche von euren geliebten Schweiz-Bands haben international was zu sagen? Das kann man wohl an, sagen wir, höchstens einer Hand abzählen! Ist nicht besonders schwierig sich in der Schweiz zu „etablieren“. Kasi hat’s so treffend formuliert und weil’s so schön war gleich nochmals: „dass jede füdli-bänd, die einen clown findet, der für sie rumtelefoniert und sich anbiedert, in kürze in den medien präsent ist, dann von clubs gebucht wird, was zu noch mehr präsenz führt und bald wird die band plötzlich in den kanon von €œguten ch-künstlern€ aufgenommen, egal welche retorten-töne sie produziert haben.“
      Auch beschliecht mich das Gefühl dass sich gewisse Leute hier mit sehr wenig zufrieden geben beispielsweise mit Navel (Nirvana 1989) oder neviss (Chewie-Klone) die Liste lässt sich beliebig verlängern siehe auch: http://www.lastfm.de/group/Nebelleben/connections#artists
      Da kannste auch gleich die Hälfte wieder rausstreichen hähähä! Jedem das was er verdient! Oder zieht euch mal diesen albernen Förderbandscheissdreck rein! Guet Nacht am Sächsi!

    22. #22 mehlkelm

      08:46 Uhr, 13.8.2007, Link

      welche von den geliebten-schweiz bands haben international was zu sagen? etwa gleich viel wie die ungarischen, irischen, argentinischen, chinesischen, russischen, italienischen, österreichischen, philipinischen, mexikanischen, etc…
      wir sind halt ein stolzes kleines land. wenns uns gefällt kann uns doch wurscht sein, was die amis davon halten :-P

      es gibt natürlich schon länder mit besserer hit quote, das geb ich zu.

    23. #23 David Bauer

      08:50 Uhr, 13.8.2007, Link

      @mehlkelm: a propos kleines land. denk mal an die musik aus schottland, dänemark, belgien, irland – um nur ein paar beispiele zu nennen.

    24. #24 Favez Fan_M.

      11:13 Uhr, 13.8.2007, Link

      An der Grösse kanns nicht liegen. Nur zum Vergleich: Schweden hätte gemessen am CH-Standard weder Roxette noch Abba hervorbringen dürfen, geschweige denn alle anderen international bekannten Bands (+Trends). Auch Dänemark und Norwegen (+Island) sind da noch viel besser dran, obwohl diese Länder noch kleiner sind als die CH. Da spielen letztlich unzählige Faktoren eine Rolle, die Grösse des Landes ist bestimmt auch eine, aber eher eine untergeornete.
      „Welche von euren geliebten Schweiz-Bands haben international was zu sagen? Das kann man wohl an, sagen wir, höchstens einer Hand abzählen!“
      – Was zu sagen haben KEINE, ganz ehrlich. Im Grunde ist es dasselbe Phänomen wie überall (aus schweizer Sicht gross/bedeutend/progressiv/wichtig/etc. vs. kennt im ausland eben doch keine Sau) auch im Indie Bereich. Machen wir uns da nichts vor!

    25. #25 mehlkelm

      11:35 Uhr, 13.8.2007, Link

      ich wollte gar nicht auf die grösse hinaus. das wort klein ist da nur reingerutscht.
      Aber es gibt hunderte von Ländern, davon ein paar wenige, die musikalisch „international etwas zu sagen haben“. Das hat doch vor allem mit politischen und kulturellen Gegebenheiten zu tun, dass wir da nicht so der Exportschlager sind.
      Was soll beispielsweise Endo Anaconda von dieser Diskussion halten? Stiller Has ist kreativ, innovativ, musikalisch wie lyrisch auf hohem Niveau, interessiert halt einfach (fast) nur Schweizer. Das ist doch kein Qualitätsmass!

    26. #26 Mathias Menzl

      11:41 Uhr, 13.8.2007, Link

      Bei genannten Ländern wie Schweden, Belgien oder Dänemark ist nicht die Grösse des Landes ausschlaggebend, sondern auch wie der Staat mit der Musikkultur umgeht. In Schweden, Dänemark und Belgien kriegen Musiker staatliche Unterstützung. Das ist jetzt sehr offen forumliert. Wie der Verteilschlüssel funktioniert, da hab ich keine Ahnung. Fakt ist aber, dass diese Länder, vor allem Schweden, den Image-Gewinn von Populär-Musik erkannt hat. Belgien ist da keine Ausnahme. Ich könnte euch Indie-Musiker nennen, die pro Monat 1000 Euro vom Staat beziehen. Da könnte sich auch manchereiner in der CH aufs Musik machen konzentrieren. Das erstaunliche aber ist, dass in der Schweiz dauernd von der Filmförderung gesprochen wird, aber Musikförderung, davon ist nicht die Rede… Aussser natürlich wenn’s um die Abermillionen fürs Opernhaus geht. Klar erhalten auch Kulturinstitutionen wie die Rote Fabrik oder das Dynamo (in Zürich) staatliche Unterstützung und fördern Bands indirekt. Aber diese Förderung erreicht den Musiker nur bedingt…und oft wohl auch die „Falschen“… Ideal wäre eine konzentrierte Band-Förderung, wie es zB. M Kulturprozent neuerdings mit den Labels macht. Gentlemen oder Little Jig müssen sich ja wohl bald noch ein „M“ anhängen lassen. Möglich wäre ja auch, dass sich M Kulturprozent pro Jahr zwei, drei Acts rauspickt (Gewinner der Demo-Tape-Clinic) und aktiv fördert. Angeblich wird diese, so habe ich gehört, noch nicht konsequent verfolgt mit den Demotape-Siegern. Natürlich findet dadurch indirekt auch eine Förderung statt. Knackeboul, der jedes Jahr in irgendeiner Kategorie gewinnt kommt dadurch auch in die Kränze und dies zurecht. Vielleicht könnte man ja aber die förderung noch etwas „aktiver“ verfolgen. Und damit sind halt auch monetäre Belange betroffen…

    27. #27 jack

      12:20 Uhr, 13.8.2007, Link

      Es liegt nicht an der Einwohnerzahl. Es liegt an der Lebenseinstellung in diesem Land. den leuten geht es zu gut. in anderen ländern gibt es jugendarbeitslosigkeit. die jungs scheissen auf alles und machen rock’n’roll, jeden tag hart proben. dort herrschen emotionen, man lebt für die musik. hier proben die meisten bands 2x die woche (von diesen 2x scheint 1x diskussion über promoarbeit zu sein). und dies zum spass. vielleicht will man eine freundin und muss deswegen kuhl auf die bühne.
      das bringt nix im internationalen vergleich. wieviele schweizerbands sind im ausland gescheitert, die sich anstatt auf ihre musik, auf ihre pr konzentriert haben (siehe die goldküstenband, die in china am tv playback „spielte“). zb baschi and the fucking beautiful. mehrere monate nach london gezogen. nichts gebracht. wieder zurückgekommen. kapitulation. haha, dass ich nicht lache. dieser vollidiot dachte, dass london auf ihn warten würde. the shell sind zur zeit in berlin. mal sehen ob das was bringt. ich bin gespannt. das heisst, ich weiss es schon. berlin wartet auf euch. haha. egal. weiter.
      am schluss zählt die musik. nicht das leutekennen, die beziehungen, die eltern, welche einem die rickenbaker zahlen. und in der schweiz werden die clubs fast nur von denjenigen ch-bands bespielt, die leute kennen. die ch-bands kümmern sich also mehr auf die werbung als auf die musik. und das gilt nur für den kanal der band. der hauptkanal ist die ausbildung, die arbeit, das stutzmachen. wir sind eines der reichsten länder und die meisten arbeiten 100%. und mit einer 100%-stelle bleibt keine zeit für ein ernsthaftes bandprojekt. solange die prioritäten nicht in der musik selbst liegen, wird es keine rockband mit ansehen geben wie zb blackmail in deutschland. und dass will der text meiner ansicht nach sagen. dass es in der schweiz keine „blackmail-ähnliche“ band gibt. klar sind die aeronauten gut. doch die haben nicht eine solche grösse, nur schon wegen dem deutsch singen, die nicht international durchdringen kann. ausserdem geben die aeronauten nicht vollgas. guz hat ein studio. und mit so einer „teilzeit-band“ doch so weit zu kommen, ist lobenswert. weiter. ein anderes beispiel aus deutschland sind notwist, die in london in der brixton academy spielten. und in der brixton academy spielte meines wissen noch keine ch-band.
      fazit. die ch-bands sind scheisse weil sie nicht alles geben und die musik nur den platz eines hobbys einnimmt.

    28. #28 Johnny Rotten

      13:09 Uhr, 13.8.2007, Link

      Jack willst du mich heiraten? Du sprichst mir aus der Seele!
      €œDo not stand in the middle, go to the right or to the left.€
      Johnny Rotten

    29. #29 M. (au stones fan)

      13:31 Uhr, 13.8.2007, Link

      Jack, so isches. und nicht nur mit der musik. swisserland ist, grob gesagt, gut für bequemes leben mit allem drum und dran, aber dasch doch au öppis, gäll. bi eus ischs defür stabil. und mir sind zfride, chönd eus nöd beklage…
      ps. Johnny, von mir aus kannst du gerne noch ein paar solcher Rotten-Zitate bringen!

    30. #30 jack

      14:46 Uhr, 13.8.2007, Link

      jack rotten, tönt noch ok. haha. i’ll accept.

      noch zu pepe’s lovebugs:
      vor ein paar jahren waren diese als support gebucht vor supergrass auf einer uk-tour. so viel zum marketing. resultat=super. – nach drei konzerten wurden sie rausgeschmissen. sie gaben an, dass der superkrasse kokskonsum der briten unaushaltbar war. aber die briten meinten ehrlich: ihre musik ist shyte. soviel zur musik. resultat=schlechte kompositionen.

      und noch zu pepe’s dj antoine und den ch-hiphoppern:
      dass diese scheisse sogar als „musik“ eingestuft wird, ist ein skandal. anstatt mir so einen dreck anzuhören, mach ich lieber einen sexjass aus der januarausgabe des blicks und schaue dazu monstertrucks. jawohl stress, hör bitte auf mit dem lächerlichen gemotze und geh wieder in eine bank arbeiten. im optionengeschäft kommst du vielleicht mal ins ausland!

    31. #31 David Bauer

      15:25 Uhr, 13.8.2007, Link

      ich glaube nicht, dass die qualität des problem der schweizer bands ist (mal ganz davon abgesehen, dass es ja schon ein paar schweizer bands gibt, die im ausland was gerissen haben: young gods, chewy, celtic frost – zwar auch nicht bei einem massenpublikum, aber die supertollen deutschen indiebands kennt ja in england auch niemand…). jedenfalls: die qualität ist nicht das problem. ich kenne eine menge junge schweizer bands, die jede menge potential haben. oft kommt dann die schweizer mentalität in die quere: das verfluchte sicherheitsdenken. anstatt voll auf die musik zu setzen wird erstmal priorität auf das studium gelegt, erstmal die banklehre abgeschlossen. mit 25, 26 ist dann halt der zug für den grossen durchbruch abgefahren.

      allerdings, ganz ehrlich: ich würd’s nicht anders machen. auf 1x artic monkeys kommen eben 1000 schülerbands, die im nirgendwo landen und vielleicht froh wären, sie hätten mal besser was ordentliches gelernt ;-)

    32. #32 mr. shanghai

      18:43 Uhr, 13.8.2007, Link

      sind ruig und gönd go proobe… taminomol

    33. #33 Johnny Rotten

      19:43 Uhr, 15.8.2007, Link

      Zum Abschluss und für Favez-Stones-Fan M.

      €œDon’t accept the old order. Get rid of it.€ Johnny Rotten

    34. #34 Web Administrator

      23:53 Uhr, 15.8.2007, Link

      Was soll die Rede vom lokalen, regionalen, nationalen Markt? Ich dachte im Zeitalter von www, myspace, youtube etc. sei der längst aufgehoben. Wurde nicht unlängst die Lobeshymne auf die Indie-Blitzkarriere in der Blogosphäre gesungen? Selbst sei die Band und prostituiere sich im Netz. Wenn die Mucke taugt, dann zieht sie auch. Nationale Förderung hin oder her.

    35. #35 hanswurst

      17:43 Uhr, 18.8.2007, Link

      to all of you: shut up and sing!

    36. #36 one of those who slam doors

      12:55 Uhr, 27.8.2007, Link

      Ich denke: Nicht zu viel denken, nicht zu viel beobachten, nicht zu viel kritisieren, sondern jede Minute nutzen um besser zu werden. Gram ist verschwendete Energie… Spielen, spielen, spielen, spielen…. it’s the only true thing.
      Und noch etwas – brauchts die Rockhauptstadt Luzern? Brauchts Bands aus Zürich? F…. you all – ihr verpasst die Musik…

    37. #37 momo

      14:03 Uhr, 27.8.2007, Link

      eigentlich ist die schweiz zu klein um in musikalische regionen eingeteilt zu werden… leben wir nicht in einem grossflächigen musikalischen ghetto?
      beste voraussetzungen für einen ausbruch…

    38. #38 johnnycahsback

      14:17 Uhr, 27.9.2007, Link

      ist ja alles nicht so schlimm. wir haben dafür schokolade. und ab und zu auch musik wie schokolade. heidi happy. boys on pills. morphologue. electric blanket. nils althaus.

    39. #39 leberwurst

      00:32 Uhr, 12.10.2007, Link

      Ey Jack.
      Das mit der Hobbyeinstellung stimmt sicherlich für die meisten schweizer Bands.
      Lovebugs als Tour-Support von Supergrass stimmt jedoch eher nicht ganz. Das waren Ocean Colour Scene. Und die Story ist auch nicht sehr gründlich erklärt. Du hast ungenügend recherchiert. So wie Du das hier schilderst wird’s wohl nicht ganz gewesen sein, Diger.

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