Archiv für Mai 7th, 2007

Björk ist Björk bleibt Björk ist nicht Björk

“Volta”, das neue Album von Björk, ist vor allem eines: ein dankbares Opfer für Kulturfaszikel von Tageszeitungen und für Blätter aller Art, die nicht wissen, was sie sonst schreiben sollen, wenn der Chefredaktor wieder einmal einen Artikel über Popkultur möchte. Chef-Feuilletonisten dürfen sich im Phrasen-Amok üben, Praktikanten dürfen unverständliche Satzstrukturen mit vergessen geglaubten Adjektiven austüfteln und normale Journalisten dürfen schreiben, dass sich Björk eben wieder einmal neu erfunden hat, weil jetzt Timbaland ihr Album produziert hat, und der macht doch sonst Hip Hop. Und Leser dürfen sich aufregen, weil alles gar nicht stimmt, was Chef-Feuilletonisten, Praktikanten und normale Journalisten schreiben.

Wenn ihr aber wissen wollt, warum Björk auf “Volta” so tönt wie Björk eben tönt, dann müsst ihr euch Zeit nehmen, eine Woche circa, und das Pitchfork-Interview lesen. Denn das ist sehr lang. Ansonsten könnt ihr euch hier ein paar Tracks zu Gemüte führen und euch eine eigenen Meinung bilden. Mir gefällts. Die hat sich doch tatsächlich wieder neu erfunden. (räusper)

Björk – Earth Intruders

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Björk – Declare Independence

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Björk – Dull Flame of Desire (mit Antony von Antony and the Johnsons)

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

> Björk – “Volta” kaufen


Und ewig grüsst die Powerballade

Dieses Wochenende steht Europa einmal mehr der deprimierendste Fernsehabend des Jahres bevor. Nur allzu gut erinnere ich mich, wie der Concours Eurovision De La Chanson Jahr für Jahr abendfüllende Unterhaltung in die gute Stube meiner Kindheit brachte. Obwohl mir die an diesem Anlass dargebotenen Gesangskünste schon damals ein Graus waren, ging ich nicht ins Bett, ehe der Sieger nach dem endlosen babylonischen Sprachgewirr der Punktvergabe feststand. Die Schweiz stand dabei oft auf verlorenem Posten, den unvergessenen Triumph von Celine Dion natürlich ausgenommen. Ein fataler Sieg, begann doch meine Schwester ein Faible für das singende Skelett zu entwickeln…

Dieses Jahr kann mir der Concours gestohlen bleiben, ich habe ihn nämlich bereits hinter mir. Mit einer Mischung aus Ekel vor EU-Schlager und Geilheit auf Geschmacklosigkeiten habe ich mich auf eurovision.tv durch die diesjährigen akustischen Verbrechen gekämpft. Die meisten von ihnen basieren auf der altbewährten Powerballadenformel: Der typische Eurovisions-Song beginnt mit viel Hall und noch mehr Keyboards, um nach spätestens 30 Sekunden unter Beihilfe von Pauken, Trompeten und Windmaschinen im penetrant-hymnischen Refrain zu explodieren.

Immer beliebter wird am Concours offenbar das Verwursteln von Spielarten, die im Neolithikum angesagt waren. Dieses Jahr: Glamrock (Schweden), Funpunk (Andorra), Hardrock (Tschechien), Disco (Belgien) und Swing (Deutschland). Gerne klont man auch MTV-Bootyshaker (Polen) oder gleich ganze Pop-Stars (Ricky Martin: Türkei/Griechenland). Sobald Beats im Spiel sind, sind diese so pervers schlecht, als wären 2 Unlimited und nicht Vampires alive (Schweiz). Natürlich liefert auch die Volkskultur reiche Inspirationsquellen, insbesondere im Balkan wird man nicht müde, Folkloristisches mit Enigma’scher Esoterik zu paaren (Albanien/Bosnien). Auf der Textebene kommt erfahrungsgemäss mehrsprachige, völkerverbindende Lyrik immer gut an (Rumänien/Frankreich), obwohl man dieses Jahr durchaus auch mit satanischen Rückwärtsbotschaften rechnen muss.

Genug gefrotzelt. Es gibt auch Grossartiges zu entdecken am diesjährigen Concours. Nach reiflicher Überlegung sind fünf Anwärter auf den 78s-Eurovisions-Award übriggeblieben. Wer ist euer Favorit?

1. Belarus (grosses Powerballadenkino #1)
2. Island (grosses Powerballadenkino #2)
3. Ukraine (ein total bizarrer Hirnfick)
4. Israel (mehr Punk kann der Concours nicht sein)
5. Zypern (netter Anfang, nettes Video, aber eben: die gefürchteten Eurovisions-Refrains…)


Gratis-Festivalpässe für das Open Air Val Lumnezia

Neulich haben wir euch schon vom Open Air Val Lumnezia vorgeschwärmt. Jetzt lassen wir Taten folgen, damit die Lumnezia-Liebhaber und solche, die es werden wollen, gratis in die Berge können. Wir verlosen 3×2 Festivalpässe für das schönste Festival der Schweiz. Wer gewinnen will, meldet sich in den Kommentaren, wo wir auch gerne jede Form von Bestechnungsversuchen zur Kenntnis nehmen.


Guten Tag

Weil’s passt: Montag aus Montreal. Wird derzeit wie Freiwild in der Blogosphäre rumgereicht. Sein Debüt erscheint Ende Mai.

Montag – Mechanical Kids

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Montag – Sorry We’re Closed

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.